Teure Medizin - Viele Preise für ein Medikament
Nachfragen lohnt sich
In den vergangenen vier Jahren sind rund 44 Prozent der freiverkäuflichen Medikamente teilweise erheblich teurer geworden. Im Durchschnitt stiegen die Preise um rund zwölf Prozent. Besonders stark verteuerten sich Schmerzmittel, Erkältungs- und Magen-Darm-Präparate sowie diverse Salben. Doch das gilt nicht pauschal, denn interessant sind die Preisspannen bei so genannten Generika , also Medikamente, die in der Wirkstoffzusammensetzung mit dem Original identisch sind.
Ein Beispiel:
100 Tabletten mit 500 Milligramm Acetylsalicyl (ASS) der Marke "Aspirin" von Bayer kosten 15,10 Euro. Die preiswertesten baugleichen Alternativen zu diesem Produkt ? ASS 500 von 1A Pharma sowie ASS AL 500 von Aliud - kosten jedoch nur 3,85 Euro. Und auch dazwischen finden sich zahlreiche ASS 500 Produkte, die identisch sind und weitaus weniger kosten als das Originalprodukt aus dem Hause Bayer.
Auch Reimporte sind meist günstiger
Doch nicht nur Generika bieten einen Preisvorteil. Wer vom Originalprodukt nicht abweichen möchte, kann dieses als so genannten Reimport erwerben. Das von der Firma Kohl-Pharma reimportierte "Asprin" von Bayer kostet dann, obwohl es das gleiche Produkt ist, lediglich 10,18 Euro. Ein Preisvorteil von fünf Euro. Insgesamt fanden wir allein 15 verschiedene ASS 500 Produkte gleicher Packungsgröße (100 Stück) mit unterschiedlichsten Preisen.
Auf ehrliche Beratung in der Apotheke angewiesen
Nachfragen in der Apotheke lohnt sich. Oftmals sind dort nämlich nur die teueren Originalprodukte vorhanden und selbst preiswerte Alternativen finden sich häufig nur im mittleren Preissegment. Die preisgünstigsten Angebote oder Reimporte müssen häufig erst bestellt werden. Dabei hat der Apothekenkunde ein Problem: Er weiß nicht, welches das günstigste Medikament auf dem Markt ist und kann es auch nur schwer herausfinden. Er ist auf ehrliche Beratung durch den Apotheker angewiesen.
Wir machen den Test
Im plusminus Test lies dies jedoch mehrmals zu wünschen übrig. In manchen Fällen versuchte der Apotheker die Existenz der preisgünstigsten Medikamente sogar ganz zu verschweigen oder abzustreiten. Nur das hartnäckige Insistieren der Testkundin führte letztlich zum Erfolg. Meist boten die Apotheken nur Alternativen aus dem mittleren Preissegment mit der Behauptung an, dies sei das günstigste Medikament in der verlangten Wirkstoffgruppe. Die angehängte Tabelle bietet einen Überblick über die Preisspannen bei Medikamenten mit den Wirkstoffen ASS, Ibuprofen und Paracetamol (Schmerz- und Fieber-l bzw. Herz-Kreislauf-Mittel).
Die Tabelle bietet einen Überblick über die Preisspannen ausgewählter Medikamente mit den Wirkstoffen
Acetylsalicylsäure (ASS),
Ibuprofen und
Paracetamol:
http://www.mdr.de/DL/3877620.pdf
Quelle:
http://www.plusminus.de