Fragen, Antworten und Erfahrungsberichte zur Skoliose-OP

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 29. April 2011 20:12     Betreff des Beitrags: Angst vor Narkose?
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Therapie: Schroth-KG; Cheneau-Korsett CCtec, Schroth-Reha 2008/2009/2010; OP März 2011 / Neustadt, Spondylodese Th5-L4, Restkrümmung BWS 20°, LWS 15°
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Hallo Foris
ich wollte euch mal etwas zur weit verbreiteten Angst vor der Narkose/Anästhesie erzählen.
Immer wieder lese ich hier davon. Ich erzähle euch mal wie das normalerweise abgeht. Also, ich bin kein Arzt sondern arbeite in einer Anästhesieabteilung in einem Krankenhaus als Anästhesie-Pfleger.Dort bilde ich mit einem oder mehreren Anästhesisten ein Team. Ich bereite die Gerätschaften, Materialien usw. vor. Ich hole die Patienten an der Schleuse ab, fahre sie in den Einleitungsraum, verkabele sie mit dem Überwachungsmonitor und lege die erforderlichen venösen Zugänge worüber die Infusionen laufen. Mit dem Arzt zusammen gehe ich alle Vorbefunde durch und spreche die Narkoseform, welche Medikamente wir geben und besondere Zusatzmaßnahmen ab.
Narkose besteht aus mehreren Komponenten: Amnesie= Schlaf, Analgesie= Schmerzausschaltung und Relaxierung= Muskelerschlaffunng.
Wenn die Narkose beginnt gibt der Arzt erstmal Sauerstoff. Währendessen gebe ich mit Spritzen die verschiedenen Medikamente in vorher abgesprochener Reihenfolge und Dosierung. Wenn der Pat. schläft und relaxiert ist wird der Beatmungsschlauch(Tubus) in die Luftröhre gelegt. Dann wenn alles kontrolliert und befestigt ist, fahren wir in den OP. Dort schliessen wir den Pat.an das Narkosegerät an und führen die Narkose mit weiteren Medikamenten(Gas oder iv.) fort. Wir kontrollieren weiterhin die Monitore, das Narkosemonitoring usw. Am Ende der OP wird die Narkose ausgeleitet. Das heißt keine Medikamente mehr, nur noch Sauerstoff. Der Beatmungsschlauch wird entfernt wenn der Pat.wieder alleine atmet. Danach geht’s in den Aufwachraum. Dort gibt’s ebenfalls Sauerstoff und Schmerzmedikamente bis zur Verlegung aufs Zimmer. Manche Patienten gehen je nach OP Dauer auch für eine Nacht auf Intensivstation. Dies war nur eine Schilderung einer Vollnarkose. Aber es gibt noch viele andere Narkoseformen.
Wie ihr seht ist alles durchdacht, perfekt geplant und tausendfach erprobt. Das Monitoring ist heutzutage sehr komplex und sicher zu handhaben. Die Narkosetechniken sind ausgereift und sehr verlässlich. Also keine Angst, es sind keine Laien am Werk, es sind immer mehrere Leute an einem beschäftigt und diese sind immer aufeinander eingespielt. Bei den OP´s die hier im Forum besprochen werden handelt es sich ja nicht um kleine Eingriffe. Dort ist noch viel mehr Material, Personal und Technik vorhanden.
Solltet ihr Fragen haben oder etwas genauer erklärt haben wollen könnt ihr dies hier oder per PN erfragen

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Liebe Grüße
von Nobalein

Tage nach Katinka's OP in Neustadt

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 29. April 2011 20:24     Betreff des Beitrags: Re: Angst vor Narkose
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OP am 4.4.11 in Neustadt/i.H.
Fusionsstrecke Th5 - L2
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Hallo Nobalein!

Vielen Dank für die ausführliche Erklärung!
Ich habe schon einige Postings von Dir zu solchen Themen mit großem Interesse gelesen!
Jetzt weiß ich endlich mal,"was da abgeht"! Wo ich es doch immer so schade finde,das ich NICHT alles mitbekomme,weil mich das alles doch so brennend interessiert..
Bei meiner OP in Neustadt habe ich "Deinen Kollegen" ganz schön gelöchert-solange ich konnte .
Nochmals Danke für den interessanten Post!

Viele Grüße

Vogelstrauss

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Vor Tagen war meine OP in Neustadt/i.H.
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 Ungelesener BeitragVerfasst: 29. April 2011 21:07     Betreff des Beitrags: Re: Angst vor Narkose
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Danke Nobalein, sehr interessant...

Nobalein hat geschrieben:
Solltet ihr Fragen haben oder etwas genauer erklärt haben wollen könnt ihr dies hier oder per PN erfragen
Es wäre schöner, wenn die Fragen hier gestellt werden. Dann können andere Leser auch davon profitieren. Das ist ja auch ein Thema, in das wir bislang nicht so tief einsteigen konnten und das interessiert bestimmt viele Leser.

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Es gehört zu den großartigen Belohnungen dieses Lebens,
dass man mit jedem aufrichtigen Versuch,
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 Ungelesener BeitragVerfasst: 30. April 2011 08:54     Betreff des Beitrags: Re: Angst vor Narkose
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Hallo Stoni,
ich finde auch das man hier seine Fragen stellen sollte. Manche Leser haben halt das Problem ihre Ängste nicht öffentlich darstellen zu wollen oder überhaupt darüber Fragen zu stellen. Ich werde versuchen alles verständlich zu erklären.

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Liebe Grüße
von Nobalein

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Mai 2011 09:06     Betreff des Beitrags: Re: Angst vor Narkose
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Hallo Nobalein,

für mich war bei den Operationen immer die Narkose das schwierigste Thema. Dazu muss ich aber gleich sagen, dass diese Erfahrungen zwischen 30 und 40 Jahren zurück liegen. Damals wurde auch nichts erklärt, man hatte einfach zu funktionieren.
Wie ist das eigentlich mit den Vorbereitungen auf die Narkose? Muss die Schlaftablette den Abend vorher unbedingt sein? Muss diese Beruhigungsspritze oder Tablette, kann mich nicht genau erinnern unbedingt sein?
Schlaftablette heißt für mich, ich schlaf ein paar Stunden sehr bleiern, danach lieg ich dann wach, bin gerädert, kann aber nicht mehr schlafen.
Ich musste meistens vor dem OP noch warten. Da hab ich dann gegen das Einschlafen gekämpft, aus Angst, etwas zu verpassen. Damals war es auch so, dass ich mit dem Bett in den OP gefahren wurde, dann auf den OP Tisch und dann bekam ich die eigentliche Narkose.
Bei einer Fisteloperation lag ich da wartend irgendwie im Flur. Da kam dann ein Arzt/Pleger? vorbei, hob die Bettdecke an meinem Bein hoch und fragte, wo ist denn das was da gemacht werden muss?
Ich hatte das Gefühl, alles kommt ganz langsam bei mir an, dann kann ich ganz langsam eine Antwort formulieren, aber dann war dieser Mensch auch schon wieder weg, ich hatte auch das Gefühl, dass ich nicht wirklich hätte sprechen können. Gleichzeitig war da aber auch die Angst, dass die bei der OP was Falsches machen, war dann aber doch alles okay.
Bei einer anderen Narkose wurde bei mir während des Wartens im Flur eine Kanüle für den Tropf an der Hand gelegt. Der Arzt musste mehrmals stechen, weil er es nicht geregelt bekam, ich lag da und konnte nicht richtig reagieren. Diese Hilflosigkeit find ich extrem belastend. Ich hatte aber z.B. kein Problem damit, im OP auf den Tisch gelegt zu werden, eigentlich hätte ich mir den OP erstmal richtig angeschaut.
Ich hab darüber nie gesprochen, ich hatte damals einfach zu funktionieren, aber es hat Spuren hinterlassen.

Gruß
Elisabeth

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In einer der hintersten Reihen sitzt unauffällig eine Frau, die schon seit vielen Jahren unter ihrem verkrümmten Rücken leidet…. Jesus fordert sie auf, vor aller Augen nach vorne zu kommen.. Jesus spricht zu ihr: „Frau, sei frei von dem, was dich niederdrückt, sei frei von all dem Schweren, das dich bedrückt und belastet“. Und sie richtet sich, geführt von seinen Händen, auf. nach Lukas 13

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Mai 2011 17:45     Betreff des Beitrags: Re: Angst vor Narkose
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Therapie: Schroth-KG; Cheneau-Korsett CCtec, Schroth-Reha 2008/2009/2010; OP März 2011 / Neustadt, Spondylodese Th5-L4, Restkrümmung BWS 20°, LWS 15°
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Hallo Malve
dein Narkose Trauma ist schon lange her. Heute ist vieles anders. Die Vorbereitungen sind ähnlich wie damals. Deine Antithrombosestrümpfe bekommst du bei fast jeder OP und deine Prämedikation am Vorabend und am Morgen vor der OP ist auch wichtig (sollte ca 1Std vor OP gegeben werden). Diese soll dich nicht einschläfern damit du nichts mehr mitbekommst sondern , dass du ruhiger wirst. Man ist innerlich aufgewühlt und sehr aufgeregt( nur die harten Kerle nicht .. Damit sollst du etwas lockerer, deine Ängste sollen geringer und du natürlich etwas müder werden. :dance1:
Das spart nicht die Medis ein die man zur Narkose braucht.
Heutzutage nimmt man überwiegend Midazolam/ Dormicum. Manche Kliniken benutzen aber auch andere Präparate dazu.
Das mit dem unter die Decke schauen kenn ich auch. Der Indikationssteller(ordnet die OP an) ist oft nicht der Operateur selber. Deshalb schaut der Operateur nochmal nach was da zu operieren ist. Das kommt bei kleineren Eingriffen wie Abszessen/Fisteln usw öfter vor. Wir von der Narkose-Abtlg schauen auch schon mal, um zu sehen welche Narkoseform und welche Lagerungsart wir nehmen können. Meist bekommt man das gar nicht mehr mit weil die Prämedikation wirkt. Zum Thema Nadeln im Flur legen und mehrfach stechen kann ich dich beruhigen. Das mit dem Flur hat bauliche Gründe. Bis vor 1998 hatten wir auch keine Einleitungsräume. Bei uns wurde vieles auf dem OP-Flur gemacht. Mehrfaches Stechen kenn ich auch. Manchmal hat man Patienten die einfach schlecht zu findende Venen haben. Da muss man leider mehrfach ran. Das hab ich auch manchmal. Das liegt aber nicht unbedingt daran das da ein Anfänger am Werk ist, sondern einfach schwierige Venenverhältnisse(Viel Fett drüber, tiefsitzende Venen die nicht zu tasten sind oder auch Rollvenen). Die Angst vor Nadeln und Narkose lässt manche Venen einfach verschwinden :peace: Keine Sorge wir bekommen sie doch.
Das du den OP sehen möchtest kann ich verstehen, man ist halt neugierig. Aber ausser Geräten zur Narkose, die OP-Säule und das Personal mit seinem OP-Material ist da nix drin. Alles steril. Alles zweckmäßig. Kein Luxus, keine Musik und bei uns auch keine Fenster. Nur Neonlicht und eine pfeifende Klimaanlage.
ich hoffe die etwas geholfen zu haben

_________________
Liebe Grüße
von Nobalein

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Mai 2011 17:59     Betreff des Beitrags: Re: Angst vor Narkose
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OP Juli 2008: dorsale Korrekturspondylodese TH5-TH12, Restkrümmung: 26°
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Hallo Nobalein!

Find ich ja toll, dass wir hier jetzt Fragen rund um die Narkose stellen können! :top1: Da fällt mir spontan nämlich auch eine ein :zwinker:

Und zwar war es bei mir so, dass ich seit 2008 3 Narkosen hatte. Im Sommer 2008 die große Skoliose-OP, im Winter 2008 eine Bauchspiegelung und im Sommer 2009 kamen die Mandeln raus. Und wenn ich so über die 3 OPs nachdenke, dann weiß ich von den ersten beiden kaum noch was. Ich kann mich auch an den Tag selber (also ab dem Zeitpunkt, als ich ausm Zimmer abgeholt wurde) nicht mehr groß erinnern. Bei der Bauchspiegelung war ich in der Früh gleich dran und hab den ganzen Tag nur geschlafen. Bei diesen beiden OPs hab ich auch vor der OP ein Mittelchen genommen. Bei der Mandel-OP hab ich diese Tablette nicht bekommen, und ich seh mich noch heute aufm OP-Tisch liegen, mit dem Anästhesisten und meinem HNO quatschen und beim Fenster raus schauen (der OP hat Fenster, ist aber auch nur ein "kleiner" für die Belegärzte HNO). Und dann hat mir der Anästhesist gesagt, dass er jetzt was spritzt, ich wollt natürlich wach bleiben, ging natürlich nicht :totlach: , aber dieses Gefühl des "wegdämmerns" war echt irgendwie cool. Wie wenn nacheinander alle Körperteile "einschlafen", so ein nettes kribbeln. Und kurz drauf war ich auch wieder voll wach im Aufwachraum, hab da den Schwestern zugeschaut und darauf gewartet, endlich wieder zurück in mein Zimmer zu kommen.

Lag das jetzt daran, dass ich bei den ersten beiden OPs dieses Mittelchen vorher bekommen hab, bei den Mandlen nicht, oder war einfach die Narkosedauer bei den Mandeln wesentlich kürzer, oder...? :ueberleg: Würd mich interessieren.

Und was mir grad auch noch einfällt... Bei der Skoliose-OP ist meine Erinnerung, dass ich in den OP gebracht werde, da auf den OP-Tisch rutsche, dann stellt sich der Anästhesist + Schwester vor, die legen einen Zugang in meinen rechten Arm. Der Anästhesist fragt, ob ich die Maske noch kurz halten könnte und dann reißt die Erinnerung total ab. War da was in der Maske / haben sie mir da was gespritzt und ich bin dann eingeschlafen, oder ist dann einfach nur die Erinnerung weg und eigentlich wär ich noch länger "wach" gewesen?

Liebe Grüße
Bettina

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Beginnen ist Stärke,
vollenden können ist
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 Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Mai 2011 18:37     Betreff des Beitrags: Re: Angst vor Narkose
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Hallo Bettina
Sicherlich spielt die Narkosedauer eine Rolle. Genauso wie die OP-Art. HNO OP's dauern manchmal nur Minuten bis zu einer guten Stunde. Da ist man nicht lange weg und eigentlich schnell wieder wach. Mit oder ohne Prämedikation ist von Klinik zu Klinik verschieden. Manche Patienten bekommen diese auch erst kurz vor OP und hat dann nicht mehr die volle Zeit zu wirken. Man schläft später nach OP aber noch ein bisschen. Bei der Skoliose OP gehts über mehrere Stunden wo man tief weggeschossen ist und auch sehr spät wieder klar ist. Man ist meist kurz nach OP ansprechbar aber nicht wissentlich für einen selber. Man kann antworten, Reflexe zeigen(zb Beine anheben nach OP zur Kontrolle) weiß aber später nix davon. Zudem hat man dabei am Vorabend auch schon einen "verpasst" bekommen und am OP Tag wieder. Das muss erstmal raus( es grüßt die Halbwertzeit). Man ist also vorher und nachher ziemlich KO. Leider ist das normal.
Zum Thema Maske selber halten ist das so. Ein alter Trick um aufgeregte Patienten (auch Kinder) abzulenken. Die sind so engagiert das die gar nicht merken das jemand am Arm irgendwas macht. Die schlafen dann ein weil etwas gespritzt wurde, oder auch weil evtl die Narkose nur mit Gas eingeleitet wird. Das mit dem Gas ist dazu da das die Kinder einen "Ballon"= Atembeutel aufblasen sollen. Weil die Angst vor der Nadel so groß ist. Dadurch atmen sie die Luft aus dem Beutel mit ein. Wir führen langsam Narkosegas hinzu und die Patienten schlafen ein. Wenn diese dann schlafen legen wir den venösen Zugang ohne den Kids Schmerzen zu bereiten und führen die Narkose fort. Wenn diese dann wach werden sind sie überrascht was da am Arm los ist. Das ist dann aber nicht so schlimm weil die mitgebrachten Stofftiere nach OP auch ein Häubchen, ein Pflaster und ähnliches von uns bekommen haben. :zwinker:
Du siehst Narkose ist keine Hexerei, aber manchmal schon

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Liebe Grüße
von Nobalein

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Mai 2011 19:11     Betreff des Beitrags: Re: Angst vor Narkose
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Hallo Bettina,

die selben Erinnerungen wie du - und noch ein paar mehr von hinterher - habe ich auch daran .

Hallo Nobalein,

Danke für deine Erklärungen .
Zitat:
Man ist meist kurz nach OP ansprechbar aber nicht wissentlich für einen selber. Man kann antworten, Reflexe zeigen(zb Beine anheben nach OP zur Kontrolle) weiß aber später nix davon.

Wovon hängt das ab, ob man sich daran erinnern kann oder nicht? Art des Narkosemittels, oder - mal grob gesagt - persönliche Konstitution?

Ich kann mich z.B. an den Aufwachtest während der OP erinnern, und dann ab dem Aufwachen aus Narkose an alles (leider auch an den intubierten Zustand - war nicht sooo schlimm, aber doch "igitt" . ) und zwar lückenlos, inklusive Tubus raus, diese "Sauerstoff-Schaumgummi-Dinger" (wie heißen die?!) in die Nase, ich zweifelte noch ob die OP gemacht wurde (keinerlei Schmerzen, aber hätte vermutet, dass man trotz Schmerzmittel erst mal Schmerzen hätte - Riesenerleichterung, als man mir mitteilte, OP gemacht und alles okay), abgeschnallt werden, Beine bewegen, Beine und am Bauch wieder angeschnallt werden (Hände dann frei), warten, Arzt zeigt RöBis die ich mangels Brille nicht wirklich erkenne, Brille wieder bekommen, Arzt nochmal mit RöBis (ahaaa .), dann "Sauerstoff-Schaumgummi-Dinger" raus bekommen (selber atmen ging schon ganz gut, und mich störten die Dinger extrem, also Schwester angebettelt . ) und dafür Fingerclip dran. Später Telefon bekommen zum Mama anrufen (die übrigens zur Zeit meiner OP zur Ablenkung Kürbis eingekocht hat) . Zwischendrin paar Mal Infusion gewechselt bekommen etc.
Hab' Narkose und sonstige Medikamente übrigens gut vertragen, kein Übergeben oder wirres Zeug reden.

Die restlichen Intensivstation-Tage waren dann weniger aufsehenerregend (auch wach und normal bei Sinnen, war aber natürlich recht öde Zeit bis auf Fernseher, mal telefonieren, und eben Pflegepersonal und Ärzte... die Struktur der Zimmerdecke konnte ich recht bald auswendig . )

Viele Grüße,
Raven

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Mai 2011 19:44     Betreff des Beitrags: Re: Angst vor Narkose
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Hallo Raven
die Erinnerungen direkt nach OP sind ganz unterschiedlich. Manche haben sie, manche nicht und manche wissen nicht das sie schon mal wach waren direkt nach OP-Ende. Da es viele verschiedene Narkosemittel gibt ist es schwierig zu sagen bei welchem Medikament man am meisten mit bekommt. Wach für Anästhesisten bedeutet oft nicht das wach was du meinst. Unser erstes Wach bedeutet alleine oder mit etwas Hilfe atmen, reflextüchtig (schlucken, erbrechen, Schmerzreize beantworten). Das nächste Wach ist das was man verschwommen mitbekommt. Ein erster Eindruck eben. Das nächste Wach ist das schönste. Man ist wieder auf seinem Zimmer, kann alles sehen, schmecken, sich äußern und wieder bewegen(je nach OP).Allso hellwach.
Den Aufwachtest gibt es noch, in einigen Kliniken aber nur noch selten. Die meisten bekommen davon aber nix mit. Hamburg und Neustadt haben Neuromonitoring und machen diesen Test nur noch in Ausnahmefällen. Diese von dir geliebten Sauerstoff-Schaumgummi-Dinger heißen Sauerstoff-Nasensonde, die gibts einzeln oder auch doppelt, aber auch ohne Schaumstoff als sogenannte o²-Brillen oder mit Maske über Mund und Nase. Unangenehm sind sie schon, aber wenn dafür die Luft ankommt ist es eine gute Unterstützung.

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Mai 2011 20:16     Betreff des Beitrags: Re: Angst vor Narkose
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Hallo Nobalein,
Zitat:
Wach für Anästhesisten bedeutet oft nicht das wach was du meinst. Unser erstes Wach bedeutet alleine oder mit etwas Hilfe atmen, reflextüchtig (schlucken, erbrechen, Schmerzreize beantworten). Das nächste Wach ist das was man verschwommen mitbekommt.

okay - ich meinte dieses Wach (etwas verschwommen mitbekommen, Eindrücke, zuordnen können) und dann recht bald darauf ein "richtiges" Wach (hellwach; war aber noch auf Intensivstation, damals blieb man immer eine Woche auf Intensivstation).
Zitat:
Den Aufwachtest gibt es noch, in einigen Kliniken aber nur noch selten.

Bei mir gab es beides - Neuromonitoring und Aufwachtest. Aber ist ja auch schon paar Jährchen her .

Zitat:
Diese von dir geliebten Sauerstoff-Schaumgummi-Dinger heißen Sauerstoff-Nasensonde, die gibts einzeln oder auch doppelt, aber auch ohne Schaumstoff als sogenannte o²-Brillen oder mit Maske über Mund und Nase. Unangenehm sind sie schon, aber wenn dafür die Luft ankommt ist es eine gute Unterstützung.

Danke für die Erklärung .
Bei mir waren sie doppelt und mit Schaumgummi.
Gute Unterstützung schon, das stimmt, aber ich hatte arg das Gefühl nach "verstopfter Nase", kitzlig in der Nase, und so 'nem ekligen Geruch.
Da ließ ich mich gerne auf den Tausch "Stöpsel raus, stattdessen Fingerclip dran, bei Bedarf ggf. Stöpsel wieder rein" ein - und gebraucht hab' ich den Sauerstoff dann sowieso nicht mehr.
Mag wohl auch recht unterschiedlich ausfallen, ob man hinterher noch Sauerstoff braucht oder nicht. Ist natürlich klar, dass man erstmal sicherheitshalber noch Sauerstoff per Nasensonde gibt.
Schmerzmittelversorgung war übrigens klasse. Nie Schmerzen gehabt, die über ein gut erträgliches Maß hinaus gingen (umlagern und Bettpfannen-Benutzung "ziepte" ein bisschen, aber auch nicht schlimm).

Es war übrigens mein erster und bislang auch einziger operativer Eingriff. (Auch die typischen Kleinigkeiten, die viele in ihrem Leben mal so mitmachen, z.B. Wunde nähen mit örtlicher Betäubung, Zahnarztspritze, Mandeln etc. hatte ich noch nicht.) Und ich hoffe natürlich auch, dass es der einzige bleibt .

Viele Grüße,
Raven

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Mai 2011 20:33     Betreff des Beitrags: Re: Angst vor Narkose
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Hallo!

Ich komme mir fast schon ein bisschen blöd vor, aber ein Gedanke lässt mich nicht los, seit dieser Thread existiert.
Ich habe einmal im TV eine Reportage über eine Frau gesehen, die eine Blinddarm OP hatte.
Ich weiß es nicht mehr genau, was schief gelaufen ist, auf jeden Fall hat die Narkose bei ihr nicht gewirkt. Durch die Muskelentspannung konnte sie sich nicht äußern oder bewegen und hat die ganze OP an ihr live miterlebt. Als eine Schwester die Tränen von ihr (zum Ende der OP) gesehen hat, wurde die OP abgebrochen. Die Frau ist heute traumatisiert.
Die Diskussion damals war, dass es in Kliniken keine Geräte zur Überwachung gibt, die überprüfen, ob der Patient auch schläft.
Entschuldigt meine laienhafte Ausdrucksweise. Ich hoffe, es ist klar geworden was Sache war.

Was kann da schief gelaufen sein? Gibt es da keine Möglichkeit im Vorfeld der OP zu überprüfen, ob der Patient "schläft".
Es ist jetzt nicht so, dass ich Angst habe, dass mir das gleiche passieren kann, aber das Thema hat mich damals beschäftigt und mir tat die Frau sehr Leid.

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Liebe Grüße von U-bit


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Mai 2011 21:24     Betreff des Beitrags: Re: Angst vor Narkose
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Therapie: Schroth-KG; Cheneau-Korsett CCtec, Schroth-Reha 2008/2009/2010; OP März 2011 / Neustadt, Spondylodese Th5-L4, Restkrümmung BWS 20°, LWS 15°
Geschlecht: männlich
Bundesland: NRW
Hallo U-bit
ich kann deine Angst verstehen. Diesen Zustand nennt man Awareness oder intraoperative Wachheit. Ist sehr selten. Irgendwas mit 0,irgendwas Prozent. Das Erleben von Awareness ist verschieden und kann Sinneswahrnehmungen und die Empfindung von Schmerz, Lähmung, Hilflosigkeit und Angst umfassen. Angeblich soll es später keine längerfristigen Beeinträchtigungen geben. Man liest darüber das diese Zustände bei Not-Ops vorgekommen sind und auch nur bei bestimmten Vorrausetzungen. Ich hab selber noch niemanden kennengelernt.Dieser Zustand kann auch mit Wachheitszuständen ohne bewusste Erinnerung verglichen werden(z.b. im Aufwachraum). Meist ist es schwierig als Patient genaueres herauszufinden.
Zur Überwachung eignet sich am besten eine genaues Monitoring(Herzfrequenz, Blutdruck-Überwachung per Monitor, die Pupillenweite, Schwitzen, und Bewegungen kann man sehen). Es gibt ein Monitoring was auf EEG-Basis arbeitet(BIS) das zeigt aber nur die Narkosetiefe an. Es wird aber kontrovers diskutiert weil es nicht vor Awareness schützt.
Wir benutzen das BIS auch aber meine Meinung ist, dass die tastbaren Sachen und konsequente Überwachung der beste Schutz ist.

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Liebe Grüße
von Nobalein

Tage nach Katinka's OP in Neustadt

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 5. Mai 2011 06:46     Betreff des Beitrags: Re: Angst vor Narkose
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Hallo Nobalein,

Danke für deine Erklärungen.
Bei mir hat die Prämedikation eher Ängste ausgelöst, die ich vorher nicht hatte. Für mich war es eher eine starke psychische Belastung, von daher werde ich so etwas nicht noch mal machen. Ich kann besser im wachen Zustand mit meinen Ängsten umgehen. Mir ist es auch sehr wichtig, alles bewußt mit zu bekommen, ich denk, da ist jeder anders.
Es ist ja auch kein Problem, wenn noch mal jemand nachschaut, nur ist es da recht sinnlos, wenn einen Blick auf meine Beine wirft, wenn meine Fistel am Rücken ist. Da ich auf dem Rücken lag, konnte er das sowieso nicht sehen. Er ist dann auch gleich weitergegangen, hat sich wohl nicht wirklich dafür interessiert.
Meine Erfahrung zeigt schon, dass es beim Stechen nicht nur vom Zustand der Venen ankommt sondern auch viel von demjenigen, der es macht. Einige können es gut, andere einfach nicht. In der Regel gab es mit meinen Venen damals keine Probleme. Und auch das wäre für mich in wachem Zustand viel weniger belastend gewesen, ich bin da eigentlich nicht so empfindlich.
Ansonsten ist es mir eigentlich relativ egal, ob ich im Flur liege und an die Decke starre oder in einem Extraraum. Bei uns gab es auch noch keine Aufwachräume. Nach einer kleineren OP kam man gleich wieder aufs Zimmer. Bei den beiden großen Operationen war ich tagsüber im Schwesternzimmer, nachts dann im leeren Ärztezimmer. Da war ich dann froh, wenn ich wieder in mein Zimmer konnte.

Gruß
Elisabeth

_________________
In einer der hintersten Reihen sitzt unauffällig eine Frau, die schon seit vielen Jahren unter ihrem verkrümmten Rücken leidet…. Jesus fordert sie auf, vor aller Augen nach vorne zu kommen.. Jesus spricht zu ihr: „Frau, sei frei von dem, was dich niederdrückt, sei frei von all dem Schweren, das dich bedrückt und belastet“. Und sie richtet sich, geführt von seinen Händen, auf. nach Lukas 13

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 5. Mai 2011 09:05     Betreff des Beitrags: Re: Angst vor Narkose
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Hallo Elisabeth
Nicht jeder verträgt die Prämedikation. Manche, so wie du, möchten gar keine. Andrere reagieren paradox darauf. Die werden eher unruhiger statt ruhiger. Das kann man zumeist mit dem Anästhesisten vorher besprechen, wenn man es weiß. Bei Notfällen gibts sowieso keine Prämed.
Beim Venen punktieren ist es sicher auch die Erfahrung die zählt. Ich bin zb so einer der nie aufgibt, aber auch nicht wild drauf los sticht. Genaue Inspektion der Venensituation ist sehr wichtig. Aber nach 2-3 Fehlversuchen lass ich auch die Kollegen oder den Arzt ran. Ich hab also auch schon mal so meine besonderen Tage, wo die Punktion nicht klappt. Meist ist es andersrum, dass ich aushelfen muss. Bei Kleinkindern lass ich auch nur bestimmte Kollegen ran wenn die wach gestochen werden sollen. Dort ist die Gaseinleitung besser. Übrigens durch das Narkosegas werden die Venen besser gefüllt und man kann die gerade bei kleinen Kindern viel besser tasten und punktieren.
Tja, die Räumlichkeiten sind wirklich sehr unterschiedlich. Wichtig sollte einfach sein, dass der dort untergebrachte Patient vernünftig versorgt und bewacht ist.

Liebe Grüße nach Hamburg

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Liebe Grüße
von Nobalein

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