Fragen, Antworten und Erfahrungsberichte zur Skoliose-OP

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 BeitragVerfasst: 1. August 2009 10:47     Betreff des Beitrags: [August 09] Wie gehen die Menschen in deinem...
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Bundesland: Niedersachsen
Diagnose: Massive li.-konv. Torsionsskoliose; Facettenarthrose LWK3/4 u. LWK4/5; Osteochondrose; seitl. Spondylose u. Dornfortsatzarthr. LWK4/5; LWS 64°, BWS 25°
Therapie: 2 OPs Sept. 03 in Neustadt; versteift von TH11 bis L5 (HZI u. MPDS); Restkrümmung LWS 18°
Geschlecht: weiblich
Wie gehen die Menschen in deinem Freundeskreis / Arbeitskollegen mit deiner Skoliose um? (Thema von Lupon)

Wie viel Kummer verträgt eine Freundschaft? Erkennt man dadurch wahre Freunde? Kann man sich auf Hilfe verlassen? Einige gehen z. B nicht ins Schwimmbad, wie gehen die Freunde damit um????? Wird man auf der Arbeit verstanden und unterstützt??? Oder fühlt man sich wie das fünfte Rad am Wagen? Wird man vielleicht sogar gemieden oder beschimpft?

Was habt ihr für Erfahrungen mit eurem Umfeld??

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Es gehört zu den den großartigen Belohnungen dieses Lebens,
dass man mit jedem aufrichtigen Versuch,
anderen zu helfen, sich selber hilft.




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 BeitragVerfasst: 1. August 2009 11:42     Betreff des Beitrags: Re: [August 09] Wie gehen die Menschen in deinem...
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Alter: 20
Bundesland: Bayern
Diagnose: Rechtskonvexe thorakale Skoliose => 66°
Thorakolumbaler linkskonvexer Gegenschwung => 23° mit gewisser Kyphosierung
Therapie: KG (1-2mal pro Woche)
OP im Juli 2008: dorsale Korrekturspondylodese TH5 bis TH12, Restkrümmung 26°
Geschlecht: weiblich
Hallo!

Die Skoliose war vor der OP in meinem Freundeskreis eigentlich nie ein großes Thema – einfach aus dem Grund, weil ich nicht zugelassen hab, dass es eins wird! Ich hab das Thema eigentlich tot geschwiegen und ja, im Korsett kannten mich die wenigsten, ich hatte nur eine Freundin, die mich darin kannte und annähernd wusste, wie es mir ging. Sonst hab ich das ganze eher mit mir allein ausgemacht, als mit den anderen.
Ich hab mir oft mal jemanden zum reden gewünscht, zum ausheulen :heulen: wenn ich wieder aus Vogtareuth kam und sich meine Skoliose verschlechtert hat, einfach zum Herz ausschütten, aber ich wusste nicht, mit wem ich drüber reden sollte. Richtig verstanden hätten sie mich nicht, dachte ich zumindest, und mal gefragt, wie es mir eigentlich geht, hat auch keiner…

Ich bin ja auch so eine, die nicht bzw. nicht gern ins Schwimmbad geht :seenot: , und es ist schwer für die Freundinnen. Das Verständnis ist jetzt nicht grad super groß… Aber mei, was soll man machen?

Was ich nach der OP jetzt mehrfach miterlebt hab, und was mich echt tierisch genervt hat Bild, war die Reaktion von manchem meiner Mitschülerinnen… Ich bin ja vom Schulsport befreit, dadurch hab ich Dienstags immer schon um 15:00 Uhr aus, die anderen müssen bis um 17:00 Uhr in der Schule hocken. Und natürlich, auch ich hab ab und an mal gemeint „Ach, wie schön wärs, wenn wir heut schon um 13:00 Uhr aus hätten!“, und was kam dann von den Freundinnen? „Du brauchst dich ja gar nicht zu beschweren, du hast ja eh um 3 aus, wir müssen ja schließlich bis um 5 hier hocken!“, :shock: sag ich da bloß… Ich mein – ich hab mir das nicht ausgesucht, dass ich schon um 3 aushab, ich hab ja dafür schließlich auch 1-2 mal die Woche Krankengymnastik und eine versteifte Wirbelsäule! Das wissen sie doch, was soll dann dieser „Neid“ auf meine Sportbefreiung??? Bild Was mich besonders geärgert hat, dass ich mir das mehrfach anhören durfte, obwohl sie genau wussten, warum ich eine Sportbefreiung habe…

Heute ist das Verständnis allgemein, für Dinge, die ich seit der OP eben nicht mehr, oder nur ungern mache, wieder wesentlich kleiner geworden, als direkt nach der OP. Da wars ok, wenn ich mich schonen wollte, wenn ich keine Lust auf Menschenansammlungen oder Bierzelt hatte, heute löst das alles Diskussionen aus… Eine schwierige Situation!

Vlg
Bettina

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Beginnen ist Stärke,
vollenden können ist
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*Meine Skoliose-Bilder*
*Mein OP-Bericht*
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 BeitragVerfasst: 1. August 2009 11:43     Betreff des Beitrags: Re: [August 09] Wie gehen die Menschen in deinem...
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Profi-Tipper
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Bundesland: Baden-Württemberg
Diagnose: thoralumbale juvenile/adoleszente Skoliose, ca. 55 Grad
Therapie: Versteifung Th3 - L5 im Jahr 1997 in der Hessing-Klinik Augsburg
Geschlecht: weiblich
... die Menschen in meinem Umfeld - aktuell, würde ich sagen:
Entspannt, neugierig (im freundlichen Sinn), manchmal mir zu viel abnehmend (meinen Freund musste ich anfangs - mit "anfangs" meine ich, als wir uns kennenlernten, und da war die OP schon 8 1/2 Jahre her - schon fast dazu überreden, dass ich auch abwaschen oder durchsaugen kann) und manchmal mir gut gemeint, aber aus Unwissenheit falsch helfend (z.B. weil ich "doch was am Rücken habe", mir ein extra weiches Kissen und "setz dich doch auf die weiche Couch" anbieten).

Auf Hilfe kann ich mich sehr verlassen; wie gesagt, mein Freund würde mir eher zu viel abnehmen.
Auch von Arbeitskollegen habe ich immer Hilfe erfahren, sofern diese mal nötig war (sehr selten, da ich meinen Job problemlos ausüben konnte und nie bzgl. Skoliose krankgeschrieben war - aber "Extras" wie Büroumzüge, für Feiern aufbauen oder schwere Geräte schleppen habe ich nicht gemacht und das war auch nie ein Problem).
Auch mal einen Betriebsausflug oder auch Vereinsausflug umzuplanen, war nie ein Problem für meine Arbeits- und Vereinskollegen. Da ich vor allem ein männliches Umfeld habe (beschäftige mich mit Informatik, Physik, Radioastronomie), waren so manche Ausflugs-Vorschläge schon sehr "sportlich" (Kettcar fahren, Wildwasser-Rafting, Hindernislauf in Ritterrüstungen etc. :zwinker:). Dann haben wir uns einfach für was anderes entschieden, oder falls Zugucken ohne selbst beteiligt sein möglich war, habe ich mir den Spaß der anderen einfach angesehen :zwinker:
Mein Umfeld geht auch ganz entspannt damit um, dass ich nicht radfahren und schwimmen kann und ich somit auch nicht ins Schwimmbad gehe (ich würd mich im Schwimmbad nicht schämen, aber Eintritt nur für ein bisschen Planschen und die Liegewiese die nicht mal normale Stühle hat ist mir zu teuer, da kann ich mich auch woanders umsonst und bequemer sonnen).

Meine Eltern konnten die Situation nach der OP (auch noch Jahre danach) oft nicht richtig einschätzen - manchmal schienen sie mir bestimmte Dinge erst zu glauben wenn ich sie ausführlich davon überzeugte (zu diesen Punkten gehörte u.a., warum mir denn eine Stunde Autofahren mehr ausmacht als einen ganzen Tag auf den Beinen zu sein), und sie glaubten mir manchmal nicht wenn mir mal was weh tat, da ihnen "die Wäsche wegen Stechen in der Schulter nicht aufhängen können, nicht zum Arzt rennen [ich wusste was los war und dass sowas bei mir nach nem Tag weg ist] aber am nächsten Tag fit sein und Bildhauer-Arbeiten machen" unglaubwürdig vorkam.

Vor der OP sah das anders aus:
Mein Umfeld war relativ jung (Skoliose in der 5. Klasse festgestellt, seit der 6. Klasse Korsett, in der 8. Klasse OP).
Rücksicht nahmen meine Mitschüler bis auf eine Ausnahme (meine einzige Freundin) leider nicht, ich wurde sogar verstärkt gemobbt (war zuvor Mobbingopfer, mit dem Korsett verstärkte sich die Sache nochmals da es meinen Mitschülern natürlich sehr gefiel, dass "die doofe Raven" die ihnen sowieso schon durch körperliche Ungeschicktheit auffiel, jetzt auch noch nen "Panzer" (leider war das Korsett sehr auffällig und unversteckbar) trägt und sich dadurch noch weniger wehren kann).
Auch der Teil meines Umfeld, das mir wohlgesonnen war, konnte oft nicht richtig mit der Situation und damit mit mir umgehen:
"Sogar" meine Eltern und meine beste Freundin verstanden nie so richtig, was es heißt, ein Korsett zu tragen. Beispielsweise, dass ein Korsett auch wenn es passt gewisse Schmerzen verursacht und es darin im Sommer wirklich elends heiß wird und es keineswegs Simulieren war, wenn ich kaum lange draußen sein wollte, lieber nicht zu Ausflügen mit wollte und mich auch vor leichter Gartenarbeit (wir wohnten sehr ländlich), die zwar nicht zu anstrengend in Bezug auf Bewegung gewesen wäre, aber nunmal bei hohen Temperaturen draußen stattfand, "drückte".
Ich musste mir leider auch von Lehrern viele fiese Kommentare anhören: Ich solle mich mal nicht so anstellen, schließlich sei ich ja noch jung. Und so einen krummen Rücken gäbe es bei Kindern ja eigentlich gar nicht, ich hätte mir das alles selbst zuzuschreiben, da ich mich im Sport nicht anstrengen würde (yep, ich hatte meine Dauer-Gnadenvier im Sport und hatte/habe Koordinationsstörungen - hat aber nix mit Skoliose zu tun) und ein Stubenhocker sei (das war ich vor der Korsettzeit absolut nicht; mit Korsett musste ich leider viel drinnen bleiben, da ich extrem schwitzte).
An der Schule, an die ich in der 7. Klasse wechselte, gab es aber zwei Lehrer, die sich sehr für mich einsetzten und die gewissen Lehrern mal "Dampf" machten - u.a. dem Sportlehrer, der allen ernstes von mir verlangt hätte, nicht mal ein Dreivierteljahr nach der OP (ich trug fast 6 Monate ein Korsett und konnte fast ebensolang nicht sitzen - also war ich nach einem Dreivierteljahr nicht wirklich fit) beim Sportfest in der Fußballmannschaft (!) mitzumachen...

Also, wie gesagt: Sehr gemischte Erfahrungen.

Liebe Grüße,
Raven

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Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.


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 BeitragVerfasst: 2. August 2009 22:06     Betreff des Beitrags: Re: [August 09] Wie gehen die Menschen in deinem...
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Interessierter
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Beiträge: 38
Wohnort: Koblenz
Alter: 29
Bundesland: Rheinland-pfalz
Diagnose: Ausgeprägte Skoliose thorakal 63 Grad n. Cobb, lumbal 41 Grad n. Cobb, Rippenbuckel rechts.
Therapie: OP ist geplant für 09.11.09 im Klinikum Neustadt
Geschlecht: weiblich
Hallo alle zusammen. Hmm, ich habe folgende Erfahrungen gesammelt. Meine Operation ist für November geplant. Bevor die Ärzte meinten dass ich mich besser operieren lassen sollte, haben manche Freunde gemeint dass meine Skoliose ja nicht so schlimm wäre, der Buckel würde kaum auffallen usw. Sprich, sie hatten kein Verständnis. Meine Eltern allerdings hatten schon immer viel Verständnis. Auch jetzt wo es heißt dass ich operiert werd haben sie ein offenes Ohr für mich (und ich rede recht viel über die ganze Sache außer dass ich auch Angst habe) :-) Mein Mann nimmt mir auch viele Dinge ab wie z.B. unsere Tochter ins Bett heben oder eine zeitlang tragen weil er weiß wie starke Schmerzen ich nach so etwas habe. Meine Arbeitskollegen haben nur bedingt dafür Verständnis. Am meisten sorgen die sich darüber wie lange ich wohl ausfallen werde und wer dann für mich mehr arbeiten muss. Ich zeigte ihnen mal meine Röntgenbilder in der Hoffnung dass sie dann mehr Verständnis hätten. Hat auch ein wenig geholfen. Bis auf die eine Kollegin, sie wollte die Bilder nicht sehen und meinte nur dass ihre Mutter eine Kyphose hatte und sie so was schon kennt. "Vielen Dank für's Interesse" denk ich nur...!! Mein Problem ist auch dass ich nicht so gut darüber sprechen kann dass ich auch Angst vor der Op habe. Demletzt hatte ich mich mal überwunden bei meiner Freundin was zu sagen... Die ging garnicht wirklich darauf ein, fing mit etwas anderem an und dann war es mir auch zu blöd noch was darüber zu sagen. Ich glaube die wenigsten (damit meine ich Nicht-Skoliotiker) können sich vorstellen was in uns vorgeht, welche Ängste, Schmerzen usw wir haben und bringen uns deswegen so wenig Interesse entgegen. So das wars :-) ich wünsche euch noch einen schönen Start in die Woche. Glg Dani

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 BeitragVerfasst: 3. August 2009 11:46     Betreff des Beitrags: Re: [August 09] Wie gehen die Menschen in deinem...
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Diagnose: Vor 7 Jahren, BWS 43° und LWS 37°. Werde mich aber im Sep 09 wieder vermessen lassen.
Therapie: Ein paar Jahre KG und jetzt gar nichts mehr. Treibe Sport: Fitnesskurse - das, was mir Spaß macht.
Geschlecht: weiblich
Eigentlich ganz gut, so glaube ich. Ich versuche da eher entwaffnend zu sein und sage meist, dass ich eine wirbelsäulenverkrümmung habe. Denn viele können mit skoliose nix anfangen. Außerdem glaube ich, dass manche einfach nur wissen möchten, ob ich weiß, wie mein rücken ausschaut. Dann werde ich meist auch in ruhe gelassen - also was mein rückenoutfit angeht. Ansonsten geht es mir wie vielen, versuche das schwimmbad zu meiden; wenn ich mich beim sport bücken muss, bin ich natürlich die erste, die oben ist u.s.w.. In letzter zeit, glaube ich aber immer mehr, wenn ich auf meine letzten jobs zurückblicke, dass ich auf meinen arbeitsstellen wegen meines rückens gemobbt wurde. Absurder Weise waren meine arbeitszeugnisse immer sehr gut. Habe sie prüfen lassen. Bin z.Zt. wieder arbeitslos. Wurde auch wieder öfter zu vorstellungsgesprächen eingeladen; nur in letzter konsequenz wurde ich nicht eingestellt. Ich denke, dass ich im großen ganzen recht selbstbewusst bin und das stört wohl einige. Denn schließlich gehört sich das nicht mit einem solchen rücken, habe ich manchmal das gefühl. :cry2:


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 BeitragVerfasst: 3. August 2009 14:07     Betreff des Beitrags: Re: [August 09] Wie gehen die Menschen in deinem...
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Profi-Tipper
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Diagnose: thoralumbale juvenile/adoleszente Skoliose, ca. 55 Grad
Therapie: Versteifung Th3 - L5 im Jahr 1997 in der Hessing-Klinik Augsburg
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Hallo Blondy,

das klingt zum Teil ziemlich traurig...

Blondy hat geschrieben:
In letzter zeit, glaube ich aber immer mehr, wenn ich auf meine letzten jobs zurückblicke, dass ich auf meinen arbeitsstellen wegen meines rückens gemobbt wurde.


Bist du in deinem Beruf aufgrund der Skoliose eingeschränkt? (Nein, selbstverständlich rechtfertigt eine Einschränkung, mehr Fehltage etc. absolut kein Mobbing - was mich interessieren würde, ist, welchen Hintergrund des Mobbings du vermutest, also denkst du, es ist Mobbing weil du bestimmte Dinge nicht tun kannst, oder wegen des Aussehens, oder oder....)

Blondy hat geschrieben:
Ich denke, dass ich im großen ganzen recht selbstbewusst bin und das stört wohl einige. Denn schließlich gehört sich das nicht mit einem solchen rücken, habe ich manchmal das gefühl. :cry2:


Warum gehört sich denn Selbstbewusstsein "mit einem solchen Rücken" nicht? *kopfschüttel*
Und: Ich vermute mal, etliche, die sich vielleicht an deinem Selbstbewusstsein stören, von der Skoliose gar nix wissen.

Viele Grüße,
Raven

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Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.


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 BeitragVerfasst: 4. August 2009 15:47     Betreff des Beitrags: Re: [August 09] Wie gehen die Menschen in deinem...
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Mega-Tipper
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Alter: 17
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Diagnose: skoliose... wurde am 23.10.2008 operiert
Therapie: bekomme nun 2 mal die woche spezielle gymnastik
Hallo,
ich kann eigentlich nur positiv schreiben..Meine Freunde haben mich vor und auch nach der OP so akzeptiert wie ich bin.Vor der OP haben sie mich in Schutz genommen wenn mich mal wieder jemand dumm angeguckt oder einen Spruch gelassen hat.Heute sehen sie zu und passen auf das mir bloß nichts passiert oder ich mich überanstrenge ( Manchmal nervt mich diese Fürsorge )Auch ich durfte keinen Schulsport mitmachen, aber Neider gab es, Gott sei Dank,nicht.
In der Schule wird meine schwere Schultasche getragen,sogar die Lehrer machen da mit!!!Leute, die wissen ich habe eine OP hinter mir gehen eigentlich sehr rücksichtsvoll mit mir um.
Ich bin auch schon auf meine sehr gerade Haltung angesprochen worden.Wenn ich dann sage: " Ich bin versteift " beibt manchmal der Mund offen stehen und eine Menge Fragen kommen auf mich eingeschossen.
Meine Narbe versteck ich nicht, denn ich bin stolz darauf.Bisher hat mich auch noch keiner deswegen angesprochen.
Zeigen mußte ich die Narbe schon etlichen Leuten, viele wollten die mal sehen.
Also:Alles ist OK.
Gruß Venice :musik:

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 BeitragVerfasst: 12. August 2009 14:44     Betreff des Beitrags: Re: [August 09] Wie gehen die Menschen in deinem...
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Mega-Tipper
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Bundesland: Bayern
Diagnose: Skoliose King II, Marfan Syndrom
Therapie: OP 2005+2006+2007, zwei Jahre lang Physiotherapie
Geschlecht: weiblich
Von den Freunden, die ich auch schon vor und während der Zeit meiner OP kannte, sind die meisten in der Lage, Rücksicht auf mich zu nehmen und sie begreifen das Thema auch weitgehend. Aber ich finde es bei den meisten Leuten sehr schwierig, ihnen das Thema nahe zu bringen. Einmal hab ich jemandem von der OP erzählt und wenig später meinte diese Person, ob wir nicht schwimmen gehen wollen. Ich hab natürlich verneint. (nicht nur wegen der Skoliose, ich hab auch allgemein wenig Verständnis dafür 20 € Eintritt zu bezahlen, wenn ich doch nur Bahnen schwimmen möchte, dafür reicht mir der Pool zu Hause auch.) Dann wurde natürlich gefragt, weshalb ich nicht möchte und ich fange dann nicht sofort von meiner Wirbelsäule an, sondern, wie oben geschrieben, dass ich das nicht sinnvoll finde. Daraufhin wurde solange weiter gebohrt, bis mir die Argumente ausgegangen sind und ich gesagt hab: "Ich hab aber keine Lust auf unhöfliche Leute, die mich wegen meiner Narbe anstarren." -"Hä, welche Narbe?"
Das ist nur ein Beispiel, aber so geht's mir oft. Es ist nicht so, dass ich tagtäglich Leute darauf hinweisen müsste, aber wenn, dann stößt das mehr oder weniger auf taube Ohren.

Aber zum Glück kenne ich nicht nur solche Trampel, die kaum zuhören, sondern auch genügend Menschen, die Rücksicht auf mich nehmen. Ich find's nicht schlimm, wenn ich jemanden daran erinnern muss, aber wenn mal wieder jemand der Meinung ist, mich in den Rücken zu pieksen oder irgendwas Blödsinniges in die Richtung, reagier ich auch nicht mehr besonders freundlich. (Schon daher, weil ich es unhöflich finde, andere einfach anzufassen.)

An sich würde ich sagen, dass meine Skoliose im Umgang mit anderen kein besonderes Problem darstellt. Auch wenn jemand es nicht kapiert, ich fänd es erst problematisch, wenn man mir mit den Worten "halt mal" nen schweren Träger in die Hand drückt, oder so was in der Art. Auch bei Sachen wie langen Fußwegen oder Shoppen hab ich eigentlich kein Problem, weil es nicht unbedingt nur Skolis so geht, dass sie sich nach ner Zeit mal hinsetzen müssen. ;)

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"Sesam... öffne dich! ....... Mach schon! ...Drecksbrötchen!"


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 BeitragVerfasst: 12. August 2009 17:13     Betreff des Beitrags: Re: [August 09] Wie gehen die Menschen in deinem...
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Gruppenleiterin Hessen
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Beiträge: 2183
Wohnort: Hessen
Alter: 28
Bundesland: Hessen
Diagnose: Skoliose, thorakolumbal, BWS 29°, LWS 53°, Flachrücken
Z.n. Morbus Scheuermann
Therapie: Schroth, Korsett
OP Mai 2008: ventrale Derotationsspondylodese Th11-L3 nach HaZi, Restkrümmung ca. 14°th und 10° lu
Geschlecht: weiblich
Hallo in die Runde,
auch mal meinen Senf dazugeb.. :schreibmaschine:
Über meine Freunde kann ich mich eigentlich nicht beklagen was das angeht. Sie sind schon rücksichtsvoll und wirklich oft weggehen oder Party machen wir eh nicht, da viele schon Kinder haben.
Sie haben auch kein Problem damit wenn ich sage ich muss jetzt nach Hause und mich hinlegen o.ä.

Auf der Arbeit klappt auch alles gut, wenn ich mal Beschwerden hab dann leg ich mich zwischendurch auch schonmal hin. Da ich mir meine Patienten so einteilen kann wie ich möchte funktioniert das prima.
Wenn ich mal Hilfe brauche dann hole ich mir meistens einen starken Kollegen, die sind auch immer hilfsbereit.

Falls wirklich mal jemand was doofes sagt dann hab ich auch kein Problem damit denjenigen zu erinnern dass ich operiert bin und er/sie/es gefälligst Rücksicht nehmen soll. Da bin ich zum Glück nicht auf den Mund gefallen.
Man muss sich ja nicht alles gefallen lassen.

Also alles in allem kann ich mich nicht beschweren!

Liebe Grüße
Elena

_________________
Bücher sind die Axt für das gefrorene Meer in uns.
Franz Kafka




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 BeitragVerfasst: 12. August 2009 17:55     Betreff des Beitrags: Re: [August 09] Wie gehen die Menschen in deinem...
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Mega-Tipper
Mega-Tipper
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Registriert: 25.07.2009
Beiträge: 272
Alter: 46
Bundesland: NRW
Diagnose: Linkskonvexe Lumbalskoliose, Spondyathrose, fortgeschrittene Osteochondosis in der gesamten Wirbelsäule, Bandscheibenvorfall
Therapie: Korsett, Gipsbett, KG, Spritzen,
Schmerztherapie, Vereisung.
OP`s im Sep.08
Th9 - S1 bis Ilium,
Fusion ALIF L5/S1
OP im März 2010
Stabbruch und Schraubenerneuerung
Geschlecht: weiblich
Vor meinen OP`s hatten viele Menschen kein Verständniss für mich und meinen Rücken.
Die Krankheit habe ich gefühlte 1000 mal beschrieben und die Leute hatten sie sehr
schnell wieder vergessen.Ich hatte immer das Gefühl da will keiner drüber reden.
Kommentare wie" Das sieht doch nun wirklich Keiner",wenn ich nicht mit schwimmen gehen
wollte,weil ich mich geschämt habe.Oder wenn ich andere Sachen nicht mitmachen konnte
wegen der Schmerzen hörte ich oft" Ich habe auch einen Bandscheibenvorfall,so schlimm
ist das ja nicht",da hatte auch wieder niemand zugehört.Irgendwann redet man dann einfach nicht mehr darüber.
Nach den OP`s ist es am Anfang besser geworden.Alle wollten meine Gesichte hören,aber über die OP`s und meine Pysche wollte wieder keiner was wissen.Manchmal habe ich das Gefühl
das die Leute um mich rum meinen, das jetzt alles vorbei ist.Also kann man auch aufhören
darüber zu reden,viele verstehen nicht das mich das immer noch beschäftigt.
Gott sei Dank habe ich aber auch liebe Menschen um mich herrum,die mit mir reden und mich
versuchen zu verstehen.
Aber ich glaube richtig verstehen können das nur Menschen die auch Skoliose haben und
mehr oder weniger die gleichen Probleme.

LG Andrea


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 BeitragVerfasst: 13. August 2009 17:15     Betreff des Beitrags: Re: [August 09] Wie gehen die Menschen in deinem...
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Profi-Tipper
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Beiträge: 854
Alter: 26
Bundesland: Baden-Württemberg
Diagnose: thoralumbale juvenile/adoleszente Skoliose, ca. 55 Grad
Therapie: Versteifung Th3 - L5 im Jahr 1997 in der Hessing-Klinik Augsburg
Geschlecht: weiblich
Hallo Andrea,

Yoshi hat geschrieben:
Manchmal habe ich das Gefühl
das die Leute um mich rum meinen, das jetzt alles vorbei ist.


ja, diesen Eindruck habe ich auch - oft heißt es "Du wurdest doch operiert..." (im Sinne von: "Das wurde doch wieder heil gemacht") oder "Das ist doch schon lange her..." (im Sinne von: "Das muss doch schon verheilt sein, was soll dir dann noch Probleme bereiten?")
Viele Menschen - gerade jüngere - kennen nur OPs, die eine Verletzung oder Erkrankung "entfernen" (Blinddarm raus, gebrochener Knochen geschraubt etc.) und gehen daher davon aus, dass es einem hinterher nach einer gewissen Genesungszeit besser ginge als zuvor und man mehr als zuvor machen könne.

Ich sage daher nie "Ich wurde an der Wirbelsäule operiert" sondern "Meine Wirbelsäule wurde fast vollständig versteift" - das macht irgendwie klarer, dass manches schlichtweg nicht geht.

Viele Grüße,
Raven

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Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.


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 BeitragVerfasst: 16. August 2009 10:48     Betreff des Beitrags: Re: [August 09] Wie gehen die Menschen in deinem...
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Interessierter
Interessierter
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Beiträge: 30
Alter: 27
Bundesland: Schleswig-Holstein
Diagnose: -Rigide thorakolumbale Postlaminektomie- Kyphose
-Z.n. instabiler LWK1 Fraktur
- kyphotischer Knick im Segment TH12/L2 mit einem Kyphosewinkel nach ventral von 43°nach Cobb
-sekundäre Kyphose
Geschlecht: weiblich
Hallo an alle!!

Ich habe positive und negative Erfahrungen gemacht.
Ich habe erkannt,wer meine Wirklichen Freunde sind.Der Rest ist mir mitlerwile egal.Meine Freunde unterstützen mich,wo sie können (z.B. einkaufen,weil ich ja nur 5 kg tragen darf) und meine Familie natürlich auch.Viele haben sich aber auch von mir abgewendet.O.k.,wenn sie damit nicht umgehen können,bitte.Ich hab mich als Mensch zwar nicht verändert,bin aber körperlich eingeschränkt.
Mein Chef ist sehr komisch zu mir geworden,seitdem ich den Behindertenausweis habe.Er möchte am liebsten,dass ich gar nicht wiederkomme ( hat mir meine Arbeitskollegin und gute Freundin erzählt).
Mit fremden Menschen habe ich sehr schlechte Erfahrungen gemacht.Die wissen eben nicht,was los ist und urteilen dann einfach.Ich wurde erst gestern von einer Frau ganz doof angemacht. Mein Sohn muß immer alleine in seinen Fahrradsitz klettern,weil ich ihn nicht hochheben kann und darf. Sie meinte dann im Vorbeigehen: "Tzzz,wenn das Kind alles alleine machen muß,dann muß an sich keine Kinder anschaffen!" Solche Aussagen treffen mich immer besonders. Ich weiß selbst,dass ich mit meinem Kleinen nicht so umgehen kann,wie ich es gerne möchte und fühle mich deshalb oft als Rabenmutter.Solche Aussagen machen das nicht besser. Wenn man dann versucht,fremden Leuten die Situation erklären will, wird meistens gedacht: "ja,ja,in dem Alter kann man nichts Schkimmes haben.Das ist nur Faulheit." Das trifft mich sehr. Zum Glück bauen meine Freunde und meine Familie mich immer wieder auf. Ich glaube,wenn ich sie nicht hätte, wäre ich nur noch deprimiert.

Liebe Grüße, Franzi

_________________
Liebe Grüße von Franzi


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 BeitragVerfasst: 17. August 2009 09:13     Betreff des Beitrags: Re: [August 09] Wie gehen die Menschen in deinem...
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Viel-Tipper
Viel-Tipper
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Registriert: 30.06.2009
Beiträge: 202
Wohnort: Euskirchen
Alter: 35
Bundesland: NRW
Diagnose: Rechts-konvexe Thorakalskoliose (Typ King 3) 48 Grad BWS
21 Grad LWS
Therapie: Korsett, Krankengymnastik, Tabletten, Spritzen, Tabletten....
OP 23 März 2010 in Mülheim an der Ruhr Versteifung TH 2 -L 1.
Geschlecht: weiblich
Ich bin echt stinksauer auf meine Arbeitskollegen bzw. Vorgesetzten. Da ich aufgrund meiner Skoliose und den Schmerzen, die damit verbunden sind, vielleicht etwas häufiger krank bin als andere, muß ich bereits am ersten Tag der Krankheit ein Attest vom Arzt vorlegen, das ich auch wirklich nicht simuliere. Ich finde das eine Frechheit und fühle mich aufgrund meiner Krankheit diskriminiert...

Tanja

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Vor Tagen war meine OP

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[Mein OP-Bericht]
Wenn man etwas nicht versucht, kann man nur verlieren


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 BeitragVerfasst: 17. August 2009 17:31     Betreff des Beitrags: Re: [August 09] Wie gehen die Menschen in deinem...
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Fleissiger Tipper
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Wohnort: Schweinfurt
Alter: 34
Bundesland: Bayern
Diagnose: Primäre linkskonvexe thorako-lumbale Skoliose mit Verdacht auf kongenitale Ätiologie.
Die linkskonvexe thorako-lumbale Krümmung wird mit 75° nach COBB und die thorakale Krümmung mit 68° nach COBB gemessen. Dazu eine LWS-Lordose und eine abgeflachte BWS-Kyphose. Zwischen Th11 und L2 findet sich ein kyphotischer Knick von 30°.
Therapie: Aufrichtung einer kongenitalen linkskonvexen Thoracolumbalskoliose durch VDS Th10 - L3 sowie Harrington-Distraktionsspondylodese von TH4 - L3
Auf den postobperativen Röntgenbildern betrug die rechtskonvexe thorakale Skoliose 40° nach COBB und die linkskonvexe lumbale Krümmung ebenfalls 40° nach COBB.
Geschlecht: weiblich
Hallo Gemeinde!

Ich finde dieses Thema wirklich sehr interessant und konnte meine Geschichte teilweise bei Raven wiederfinden.

Vor den Ops (im Jahre 1988, da war ich 11 Jahre alt) war ich oft Ziel von Spott, Hänseleien, teilw. Prügelattacken...etc. Schimpfnamen wie "Bucklerte Hex" waren da noch das Harmloseste. Im Sport war ich wg der Skoliose eine totale Niete, bekam schnell Seitenstechen und Schmerzen im gesamten Oberkörper. Schwimmen konnte ich wg den Verkrümmungen (BWS 68° nach Cobb und LWS 86° nach Cobb) auch so gut wie gar nicht. Bis auf oben genanntes, wurde ich von den meisten Schülern gemieden. Könnte ja sein dass Skoliose ansteckend ist *gg* Nur eine Freundin hatte ich, die selbst eine Außenseiterin war. Aber mein Rücken war zwischen uns nie ein Thema.

Meine Eltern waren mit dem Ganzen ein wenig überfordert. Meine Mutter schleifte mich zum Orthopäden, der jede nur erdenkliche -und sinnlose- Therapie versuchte, während mein Vater enttäuscht war, dass ich, wenn ich nun schon ein Mädchen statt einem Jungen, nicht mal gesund war.

Als dann der erste Orthopäde nach 4 Jahren Gipsbett-, Korsett-Therapie und Krankengymnastik entnervt zugab, dass sich die WS WIEDER MAL weiter verkrümmt hat, schleppte mich meine Frau Mama zu einem anderen Orthopäden...gottseidank.
Der machte kurzen Prozess. Nach Sichtung der Röbis sofort einen Termin in der WWK vereinbart. Danach ging alles ziemlich schnell. Ambulanter Termin, große Kulleraugen bei den Docs, Röbis...etc. und 2 Monate später lag schon die "Einladung zur OP-Party" im Briefkasten.

Als ich dann in der Klinik lag, war ich plötzlich der "Star" in meiner Schule. Einmal pro Woche kam ein dicker Brief von meiner Klasse an, mit Bildern, Briefen von Klassenkameraden, gebastelte Blümchen...etc. Hä? Was auch immer die genommen hatten....WOLLTE ICH AUCH HABEN!! :totlach:

Nuja, meine (depperten) Hoffnungen waren, dass ich in die Klinik gehe, die Ärzte machen "was", dann komme ich schön gerade wieder raus und es kann mich dann keiner mehr ärgern UND ich kann dann endlich in die hiesige Korbball-Mannschaft.
Öööh....joaaaa.... sooooo ääähnlich sah es dann auch aus. Ich WAR schön gerade, aber das wars auch schon. In der Schule gab es erst mal Sonderbehandlung. D. h. ich durfte die Pausen im Gebäude verbringen, da der Schulhof an sich einfach zu gefährlich (nach Ansicht meiner Ellis) war. Vom Schulsport war ich -dank Gipspanzer- erst mal befreit.
Meine Klassenkameraden gingen recht freundlich mit mir um, nur Fragen stellte kaum jemand. Wobei ich sie damals eh nicht hätte beantworten können...
Andere Kinder allerdings meinten, es sei witzig jemanden der von oben bis unten eingegipst ist, herumzuschubsen. Allerdings wurde ich auch rabiater, denn mein Gedanke war NIE WIEDER KLINIK! Als so ein Rowdy mal meinte, mich mit Karacho von hinten zu schubsen und es so richtig im Rücken krachte, bekam der Gutste von mir so dermaßen eine gepfeffert (und vom Direx gabs noch einen Verweis obendrauf :banana5: ) dass endlich Ruhe war.

Die Teeniezeit war supi, mein Rücken war nie ein Thema. Zwar kamen ab und an mal Fragen wg der langen Narbe auf, aber das erklärte ich meist knapp mit "Hatte ne Wirbelsäulen-op". Die Meisten gaben sich damit auch zufrieden.

Erst nachdem ich anfing zu arbeiten, häuften sich die Gelegenheiten, bei denen ich meinen Rücken erklären musste. Oft bekam ich dann zu hören: "Ich kenn das. Ich habe auch einen Bandscheibenvorfall" ... :nervoes: Meistens gab ich darauf keine Antwort mehr. Aber ab und zu war ich von diesem "Standardleiden" so genervt, dass ich antwortete: "Nein, das kennst Du eben nicht...und sei froh dass Du es nicht kennst und nie kennenlernen wirst!"

Fakt ist einfach, wie Raven es schon beschrieb, dass unsere tägliche Fitness eben stark schwankt. Manchmal reicht es schon, dass man "scheps" im Bett lag und den ganzen Tag über deswegen Rückenschmerzen hat. Dafür können wir am nächsten Tag einen Karton Kopierpapier von A nach B tragen ohne dass es einem das Geringste ausmacht.

Wie auch immer, ich versuche, so normal wie möglich mit dem operierten Rücken und den daraus resultierenden Fragen Anderer umzugehen. Viele habe ich schon auf dieses Forum gelotst, damit sie selber nachlesen können, was Sache ist. Manchmal werde ich des Erklärens einfach müde...oder bin blos zu faul... :hihi:

Wichtig ist: Positive Einstellung haben, aber auch DEUTLICH sagen wenn es einfach mal zuviel ist.

GLG

Tanja

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Einfache Menschen haben die Arche erbaut. Fachleute die Titanic.


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 BeitragVerfasst: 18. August 2009 11:41     Betreff des Beitrags: Re: [August 09] Wie gehen die Menschen in deinem...
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Fleissiger Tipper
Fleissiger Tipper

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Ich geb auch mal meinen Senf dazu.....
ich sehe mich in vielen Postings hier wieder. Meine Erfahrungen mit meiner Skoliose sind hier sehr vielen ähnlich. Ausser das ich es wirklich die ganzen Jahre ziemlich gut "versteckt" habe und eigentlich auch ganz gut damit umgehen kann. Auch in bin komplett versteift (bis auf die unteren 3 Wirbel) und hatte Korsett, Gipskorsett nach der OP und so weiter....aber es wurde eigentlich von allen ganz gut akzeptiert. Ich bin allerdings auch sehr von mir überzeugt und hätte auch gar nix anderes zugelassen, hatte ich mal ein enges T-Shirt an und meine Mutter dann dazu meinte also mit dem Buckel kannste aber sowas nicht anziehe und ausserdem fällste schon damit auf dass du zu dick bist, dann kratzte mich das nicht, ganz im gegenteil jetzt erst recht, von "vorne" fand und finde ich mich immer super !!! Gut dieses Selbstbewustsein hat natürlich auch seien Preis, ich gelte als sehr rabiat, ehrlich und offen und das mag eigentlich keiner so gerne ! Mein Mann und unsere Kinder (18 und 15) stehen voll hinter mir auch unsere Freunde haben eigentlich für alles Verstänndnis. Einen Behindertenausweis habe ich erst seit Februar und seitdem benehmen sich meine Arbeitskollegen schon etwas anders, obwohl wir seit 8 Jahren zusammenarbeiten. Solche Sprüche wie, naja jetzt haste ja ne Woche mehr Urlaub, hätte ich auch gerne, gehen mir dann wirklich am A.....vorbei. Ansonsten meine Lieben, muss ich immer wieder betonen, wir sind etwas ganz besonderes, wir Skolis.......und das meine ich Ernst, habe sehr viel daraus gelernt und bin froh nicht so scheuklappenmäßg drauf zu sein, wie nicht Skolis !


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