Fragen, Antworten und Erfahrungsberichte zur Skoliose-OP

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 30. September 2012 12:57     Betreff des Beitrags: OP-Bericht (August 2012) Th3 bis L2
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Diagnose: Idiopathische Adoleszentenskoliose (Thorakal 60°, Lumbal 54°)
Therapie: Korsett, KG nach Schroth,Skoliose OP im August 2012 (Versteifung von Th3 bis L2)
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Bundesland: Rheinland-Pfalz
:morgen: ihr Lieben!

Was lange währt, wird endlich gut! Hier nun mein OP-Bericht :pc:

22.08.2012, Aufnahmetag:

Gegen 09.00 Uhr des Aufnahmetages melde ich mich bei der stationären Aufnahme der Klinik an. Mein Vater begleitet mich, worüber ich sehr froh bin, da meine Nervosität kaum auszuhalten ist. Zunächst muss jede Menge Papierkram erledigt werden, bevor ich zur Schwester ins Nebenzimmer gerufen werde. Dort werde ich gewogen, mein Blutdruck und Puls wird gemessen. Sie nimmt mir noch einmal zwei Röhrchen Blut ab und sagt, dass ich diese auf der Station abgeben soll, damit zusätzlich zu meinen Eigenblutspenden noch zwei weitere Konserven Blut bestellt und zur Operation bereit gestellt werden. Das schockt mich im ersten Moment sehr, da ich bereits vier Mal Eigenblut gespendet habe. Werde ich denn soviel Blut bei der Operation verlieren? Die ersten Tränen fließen.

Dann folgt das Gespräch mit dem Anästhesisten. Ein sehr netter Mann, der mir ein wenig die Angst nimmt. Er erklärt mir und meinem Vater in aller Ruhe, wie genau die Narkose eingeleitet und während der Operation fortgesetzt wird, wie später die PDK's gelegt werden und was es mit der Pumpe auf sich hat.

Dann werde ich auf Station geschickt und beziehe mein Zimmer. Kaum habe ich die Tasche ausgeräumt, werde ich noch einmal zum Röntgen geschickt. Es wird noch eine seitliche Aufnahme der Wirbelsäule benötigt.

Bis zum Nachmittag passiert dann erstmal nichts weiter bis schließlich Herr Dr. Geiger und ein Assistenzarzt auf meinem Zimmer erscheinen und mit mir noch einmal die Operation und die damit einhergehenden Risiken besprechen. Es soll ebenfalls noch eine Traktionsaufnahme der Wirbelsäule gefertigt werden, um endgültig entscheiden zu können, ob die Versteifung schon bei L3 gestoppt werden kann.

Nach dem Gespräch geht es also wieder zur Röntgenabteilung, wo bereits der Assistenzarzt auf mich und meinen Vater wartet. Ich werde auf den Röntgentisch gelegt, mein Vater greift mich an den Beinen, der Assistenzarzt unter den Armen, dann werde ich auseinandergezogen und geröntgt. Damit wären dann alle Vorbereitungen für die Operation abgeschlossen.

Den Rest des Tages versucht mein Vater mir noch die Zeit zu vertreiben, mir Mut zuzusprechen und die Nervosität zu nehmen, was sich als gar nicht so leicht herausstellte.

Dateianhang:
Vorher.jpg



23.08.2012, Operationstag:

Um 05.45 Uhr geht das Licht an und die Schwester weckt mich. Ich gehe duschen und ziehe mir die bereit gelegte Operationsbekleidung an. Meine Nerven liegen blank und ich bekomme mich nicht beruhigt. Um halb sieben werde ich abgeholt und auf die Operationsstation gefahren.

Dort liege ich zunächst mit vier weiteren Personen im Aufwachraum und bekomme von einer Schwester eine Beruhigungstablette, die aber ihre Wirkung weit verfehlt. Die Operation ist für acht Uhr morgens geplant und ich frage mich, warum ich dann zur Hölle schon um halb sieben in diesen Aufwachraum geschoben werde. Die 1 ½ Stunden bis zur OP ziehen sich wie Kaugummi und ich bin froh, als eine weitere Patientin mit mir ein Gespräch beginnt. Sie wird an der Hüfte operiert.

Dann wird einer nach dem anderen aus dem Aufwachraum geschoben, bis schließlich ich an der Reihe bin. Ich zittere vor Angst am ganzen Körper und die Tränen fließen mir die Wangen herunter, ich kann mich einfach nicht beruhigen.

Im Vorbereitungsraum werde ich umgebettet und zum Anästhesieteam geschoben. Sie versuchen mir noch ein wenig die Angst zu nehmen, während sie irgendwelche Gerätschaften an mich anschließen und mir einen Venenkatheter legen. Dann wird’s auch schon schwarz um mich herum…

Das Erste, an das ich mich wieder erinnere, ist ein angenehmes Kribbeln im Rücken. Ich liege auf der Intensivstation und sie entfernen gerade die Maske von meinem Gesicht, als auch schon meine Familie bei mir steht und mir freudig mitteilt, dass doch nur bis L2 versteift wurde. Ich freue mich darüber, schlafe aber kurz drauf auch schon wieder ein.

Als ich das erste Mal richtig wach werde, verrät mir ein Blick auf die Uhr (sie hing praktischerweise direkt an der Wand gegenüber in meinem Blickfeld), dass wir 01.00 Uhr nachts haben. Gleichzeitig bemerke ich erstmals die Schmerzen und rufe den Pfleger zu mir. Ich bekomme Schmerzmittel und etwas zu trinken. Ich habe furchtbaren Durst. Schlafen war dann nicht mehr drin, ich werde stündlich wach und die Schmerzen werden intensiver.


24.08.2012, 1. Tag nach OP

Am frühen Morgen erscheint dann erneut ein Anästhesist auf der Intensivstation und stellt die Schmerzpumpen der PDK’s ein. Ein PDK liegt bei Th6 und einer bei Th12. Anhand zweier Abbildungen zeigt er mir, wo genau die PDK’s liegen und was sie bewirken. Die Einstellung dauert ziemlich lange, denn er will mich nicht eher auf Station lassen, bis die Schmerzen für mich aushaltbar sind. Darüber bin ich sehr dankbar.

Gegen Mittag werde ich dann endlich auf mein Zimmer gebracht. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß ist, dass das schönste Geräusch der nächsten Tage das “Piep” der Schmerzpumpe sein wird (den Bonus gibt’s nur alle zwei Stunden!).

Kaum versuche ich ein bisschen Schlaf zu bekommen, stehen auch schon die Physiotherapeuten an meinem Bett und möchten, dass ich mich aufsetze. Das halte ich für keine gute Idee, aber “schwups” sitze ich auf der Bettkante und soll zum Fenster hinausschauen. Mir wird schlecht und alles verschwimmt vor meinen Augen. Sie legen mich wieder hin und endlich komme ich zu etwas Schlaf.


25.08.2012, 2. Tag nach OP

Die Nacht war der Horror. Ich konnte vor lauter Schmerzen nicht schlafen und musste zusätzlich mit Schmerzmitteln versorgt werden. Zudem ist mein Bauch aufgeblasen wie ein Ballon und tut furchtbar weh, sodass ich auch überhaupt keinen Appetit habe.
Die einzige Aufmunterung am heutigen Tage, die Wundkatheter werden gezogen. Panik und Angst vor weiteren Schmerzen stellen sich ein, aber zu meiner Verwunderung habe ich keine Schmerzen gespürt, lediglich ein kleines “Plopp”-Gefühl.

Im Laufe des Tages erscheinen auch wieder die Physiotherapeuten und setzen mich auf die Bettkante. Wieder wird mir schlecht und schwindelig. Ich vertrag es einfach noch nicht und bin froh, als ich wieder liege.

Am Nachmittag muss dann der Blasenkatheter gezogen werden, da dieser nicht mehr richtig liegt. Ab jetzt heißt es ab auf die Bettpfanne, was nicht besonders angenehm ist.


26.08.2012, 3. Tag nach OP

Auch diese Nacht war nicht besser. Ich wurde ständig wach und musste um zusätzliche Schmerzmittel bitten. Ich kann einfach nicht mehr auf dem Rücken liegen.

Am Vormittag erscheint dann ein Pfleger und setzt sich mich auf die Bettkante. Für meinen Rücken eine Wohltat, der Rest meines Körpers möchte sich übergeben. Der Schwindel lässt einfach nicht nach. Er legt mich wieder hin und rät mir, mich ab und zu auf die Seite zu drehen, damit sich mein Kreislauf stabilisiert. Gesagt, getan und ich bin äußerst froh, dass ich nicht mehr die ganze Zeit am Rücken liegen muss.

Am Mittag wiederholt er das Procedere und ich bin ziemlich stolz, dass ich schon das zweite Mal für heute gesessen habe. Als er mich dann nachmittags zum dritten Mal setzt, bricht mein Kreislauf zusammen. Mein ganzer Körper zuckt unkontrolliert und mir ist furchtbar kalt. Ich liege kraftlos im Bett und bin heilfroh, als sich mein Körper wieder beruhigt. Am Abend bekomme ich Fieber und sie verabreichen mir intravenös Antibiotika. Danach war der Tag gelaufen.


27.08.2012, 4. Tag nach OP

Nachts stellt sich einfach keine Besserung ein. Ich komme nach wie vor nur mit zusätzlichen Schmerzmitteln ein wenig zur Ruhe.

Als ich mir dann am frühen morgen endlich wieder meinen Bonus drücken kann, ist die Schmerzpumpe für den unteren PDK leer. Mist! Ich rufe den Pfleger, der mir erklärt, dass die Visite gleich erscheine und dann entschieden werde, ob die PDK’s überhaupt noch liegen bleiben. Bitte was? Wie soll ich denn die Schmerzen aushalten? Prof. Rauschmann erscheint dann tatsächlich nebst ein paar Assistenzärzten und entscheidet, dass die Schmerzpumpe des unteren PDK abgenommen werden soll, die obere dann erst morgen. Der Pfleger kommt dem sofort nach.

Es dauert noch keine halbe Stunde, da stellen sich auch schon die ersten Schmerzen ein. Ich rufe den Pfleger, der mir eine Novalginlösung und eine Schmerztablette verabreicht. Keine Schmerzlinderung. Ich rufe den Pfleger nach einiger Zeit wieder, der mittlerweile ungehalten ist und laut wird. Es sei normal, dass ich so Schmerzen habe, da müsse ich durch. Es dauere nun mal bis die Medikamente wirken. Ein Wortgefecht ergibt sich, bis ich nach einem Arzt verlange. Die Schmerzen sind unaushaltbar, ich weiß mir keinen Rat mehr. Mein ganzer Lendenwirbelbereich ist ein einziger Krampf und tut höllisch weh. Ein Assistenzarzt erscheint, der zum alltäglichen Blutabnehmen geschickt wurde. Er nimmt mir kein Blut ab, sondern verspricht mir sofort den Stationsarzt zu benachrichtigen. Es erscheint niemand. Die Schmerzen werden schlimmer. Ich rufe meinen Vater an, weil ich mir keinen Rat mehr weiß und mich hilflos und nicht ernst genommen fühle. Er fährt sofort los. Wieder erscheint ein Assistenzarzt, der mir Blut abnehmen möchte. Ich werde langsam auch ungehalten und erkläre ihm, dass ich einen Arzt brauche, der mir helfen kann, weil ich die fürchterlichen Schmerzen nicht aushalte. Auch er verspricht mir Hilfe. Es passiert jedoch wieder nichts! Erst als die Physiotherapeutin meiner Bettnachbarin erscheint und meinen Zustand sieht, ich ihr kurz erläutere, dass mir heute morgen die Schmerzpumpe, welche auf Stufe 8 von 10 stand, abgenommen wurde und ich seitdem unter fürchterlichen Schmerzen leide, bekomme ich Hilfe. Sie geht sofort aus dem Zimmer und ich höre das Wortgefecht zwischen ihr und dem Pfleger auf dem Flur. Kurz darauf erscheint dann endlich der Arzt und verabreicht mir weitere Medikamente. In der Zwischenzeit trifft dann auch mein Vater ein, der mich versucht mental wieder ein wenig aufzubauen. Später erfahre ich, dass es nicht üblich sei, dass die Schmerzpumpe einfach entfernt werde, wenn diese so hoch eingestellt war. Normalerweise würde man die Schmerzpumpe nach und nach reduzieren und dann abnehmen. Das waren mit Abstand die schmerzhaftesten Stunden in der Klinik!

Gegen Mittag zeigen die Medikamente endlich ihre Wirkung und es geht mir langsam wieder besser, auch wenn ich durch die ganze Action am Morgen sehr mitgenommen bin.

Zu meiner Verwunderung steht dann auch gleich nach dem Mittagessen wieder der Pfleger in meinem Zimmer und möchte mich wieder hinsetzen. Wenn mir nach einem nicht ist, dann ist es sitzen, aber ich lasse es über mich ergehen. Dann bittet er meinen Vater mich unter dem rechten Arm zu packen, er selbst packt unter dem linken zu und auf einmal stehe ich tatsächlich auf meinen Beinen. Sie führen mich einmal zur Zimmertür, von da zum Fenster und vom Fenster wieder zum Bett. Ich kann nicht glauben, dass ich gerade gelaufen bin, zumal ich heute Morgen noch dachte, ich überlebe den Tag nicht. Hundskaputt aber überglücklich manövrieren sie mich wieder ins Bett und ich finde endlich zu ein bisschen Schlaf.


28.08.2012, 5. Tag nach OP

Auch diese Nacht war wieder schlecht. Ich gebe die Hoffnung auf, mal eine Nacht ohne zusätzliche Schmerzmittel zur Ruhe kommen zu können.

Heute wird mir die zweite Schmerzpumpe entfernt und ich habe Angst, dass das im selben Desaster wie gestern endet. Aber zu meiner Verwunderung komme ich sehr gut ohne die Pumpe zurecht (sie stand auch lediglich auf Stufe 3). Ich bekomme Schmerztabletten und eine Novalginlösung zum Ersatz.

Gegen Mittag erscheint dann eine Ärztin, die mir die PDK’s aus der Wirbelsäule entfernen möchte. Ich bin überrascht, dass auch das nicht wirklich weh tut, es piekt lediglich zweimal kurz.

Im Laufe des Tages laufe ich immer wieder abwechselnd mit Schwestern und Physiotherapeuten ein paar Meter, was zwar anstrengend ist, aber meiner Wirbelsäule bzw. Muskulatur sehr gut tut. Auch benötige ich endlich nicht mehr die Bettpfanne, die Schwester begleitet mich immer brav auf Toilette.

Endlich geht es ein wenig bergauf!


29.08.2012, 6. Tag nach OP

Die Nacht war ein wenig besser. Ich habe es tatsächlich geschafft, einige Stunden zu schlafen.

Das Frühstück nehme ich auch erstmals im Sitzen zu mir und die Toilette darf ich nun alleine besuchen. Mit den Krankengymnasten gehe ich nun schon den ganzen Flur entlang und bin mächtig stolz über meine Leistung.

Und dann darf ich endlich duschen! Das Pflaster über meinem Rücken wird mit wasserundurchlässiger Folie abgeklebt. Die Schwester muss mir natürlich mit dem waschen helfen, aber das macht mir nichts mehr aus. Es tut einfach nur gut, man fühlt sich direkt besser.

Herr Dr. Geiger besucht mich und kündigt an, dass heute eine Röntgenaufnahme gefertigt werden wird. Die Schwester schiebt mich im Rollstuhl zur Röntgenabteilung.

Als ich dann nachmittags die Aufnahme sehe, traue ich meinen Augen nicht. Thorakal korrigiert von 59° auf 9° und lumbal korrigiert von 54° auf 11°. Wahnsinn! Mit so einem Ergebnis hätte ich nicht gerechnet.

Das rettet mir den Rest des Tages.


30.08.2012-31.08.2012, 7. und 8. Tag nach OP


Es geht jeden Tag ein bisschen besser.

Ich übe das Treppensteigen mit den Physiotherapeuten und gehe mittlerweile mit jedem der mich besuchen kommt den Flur entlang.

Bei der Visite am Freitag kündigt Prof. Rauschmann an, dass für Montag meine Entlassung geplant sei und ich freue mich tierisch auf zu Hause.

Am Freitag darf mich mein Besuch sogar auf Anraten der Schwester im Rollstuhl mit in den Park nehmen. Das war das Highlight der letzten Tage!

Dateianhang:
Fäden.jpg



01.09.2012, 9. Tag nach OP

Ich habe nicht so gut geschlafen. Ich kann nur unter Schmerzen Luft holen, eine Rippe fühlt sich blockiert an.

Der Arzt ordnet sofort die Fertigung einer Röntgenaufnahme der Lunge und der Wirbelsäule an, um eine Embolie und Sonstiges auszuschließen. Gott sei dank kann nichts dergleichen festgestellt werden. Sie vermuten, dass ein Nerv entzündet ist. Ich hoffe, dass sie recht haben und bekomme zusätzliche Schmerzmittel. Ich soll mich ruhen und darf meinen Körper nicht zu stark beanspruchen.

Das Ganze wirft mich wieder ein bisschen zurück, da ich die letzten Tage ganz zuversichtlich war, dass es mir jetzt jeden Tag ein bisschen besser gehen würde. Aber die Schwester versucht mich zu beruhigen, sie sagt, es sei normal, dass auch hin und wieder mal ein schlechter Tag einem Gutem folgt.


02.09.2012, 10. Tag nach OP

Die Nacht war nicht so toll. Weniger wegen Schmerzen, sondern wegen meiner Bettnachbarin. Ich bin noch hundskaputt, als morgens der Pfleger erscheint.

Das einzig Gute an diesem Morgen ist, dass meine Rippe sich scheinbar erholt hat und ich wieder ohne Schmerzen atmen kann. Der Arzt untersucht mich auch noch mal und die Theorie mit dem entzündeten Nerv scheint sich bestätigt zu haben.

Am Nachmittag darf ich auch wieder in den Park und ich bin froh, dass es mir heute wieder besser geht.


03.09.2012, 11. Tag nach OP -Entlassung-

Die Visite erscheint am frühen Morgen und bestätigt meine Entlassung am heutigen Tage. Prof. Rauschmann untersucht noch einmal meine Narbe und beschließt, dass die Fäden schon heute gezogen werden können, da alles sehr gut verheilt sei. Das Fäden ziehen ist ein wenig unangenehm, aber auszuhalten.

Dann endlich verlasse ich das Krankenhaus und kann schon kaum noch laufen, als ich endlich am Auto angekommen bin. Mein Freund hat den Beifahrersitz schön mit Decken und Kissen ausgepolstert, jedoch gibt es schon die ersten Probleme beim Einsteigen. Ich bin einfach zu steif und der Oberkörper scheint viel zu lang zu sein. Nach ein paar Versuchen gelingt es mir dann doch noch irgendwie einzusteigen.

Die Fahrt nach Hause (1 Stunde) ist mehr als nur unangenehm. Jedes Schlagloch, jede Bodenwelle wird zum Alptraum. Zusätzliche Schmerzmittel für die Fahrt hatte ich leider nicht erhalten.

Zuhause komme ich wieder nicht aus dem Auto heraus, da ich wieder das gleiche Problem wie beim Einsteigen habe. Ich bin zu steif und mittlerweile von heftigen Schmerzen geplagt. Das Aussteigen wird zur Herausforderung.

Ich bin heilfroh, als ich endlich in meinem Bett liege und realisiere, dass ich das Schlimmste hinter mir habe und nun in Ruhe gesund werden kann!

Dateianhang:
Nachher.jpg



So, das war mein OP-Bericht. Er ist zwar etwas ausführlicher geraten, aber ich wollte soviel wie möglich darin einbinden, um Unentschlossenen zu zeigen, dass eine OP zwar kein leichter Weg ist, aber durchaus einer, der zu bewältigen ist.

Liebe Grüße :blume2:
Michelle


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Liebe Grüße, Michelle

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende. (Demokrit)
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 Ungelesener BeitragVerfasst: 30. September 2012 13:45     Betreff des Beitrags: Re: OP-Bericht (August 2012) Th3 bis L2
Hallo Michelle ,
vielen Dank für Deinen sehr schönen und vor allen mit viel Emotionen geschriebenen OP Bericht. Ich fand mich an der einen und der anderen Stelle die Du erlebtest wieder . Besonders Nachts nur wenig oder gar nicht durch die Schmerzen schlafen zu können ,fand ich schlimm.
Was mich erstaunte das Du schon den Wundkatheter nach 2 Tagen gezogen bekommen hattest. Ist dieser Katheter das gleiche wie die Lungendrainage ? Diesen Schlauch der Lungendrainage hatte ich 10 Tage in mir gehabt . Ich weiß noch das der eine Behälter mit der Wundflüssigkeit voll wurde und ich einen neuen brauchte.
Ich musste am Ende Deines Berichtes schmunzeln ,weil Du beim einsteigen und aussteigen aus dem Auto Schwierigkeiten hattest. Denn dieses ,,Problem'' habe ich heute noch ,und es wird wohl immer so bleiben. Denn die Wirbelsäule ist ja nun im Brustwirbelbereich für immer steif . Doch daran wirst Du Dich im laufe der Wochen , und Monate gewönnen. Ich bekomme manchmal von Kameraden aus meinem Kegelverein kluge Sprüche wegen meines Problems beim ein und dem aussteigen aus dem Auto zu hören ,wenn ich zu Auswärtswettkämpfen abgeholt werde.

Ich hoffe das es Dir jetzt einige Zeit nach deiner OP etwas besser geht und deine Genesung gut voranschreitet .
Für Deine Zukunft wünsche ich Dir liebe Michelle alles Gute und eine gute Besserung.

Liebe Grüße sendet Dir
Bodo !


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 30. September 2012 16:46     Betreff des Beitrags: Re: OP-Bericht (August 2012) Th3 bis L2
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Hallo Michelle,

uih, der Bericht gefällt mir! Bettpfanne und Wortgefechte mit dem Pflegepersonal ... sind echt blöd! Aber du hast ja alles gut überstanden.

Kommen deine Bilder auch noch in die Galerie?

Gruß

Second

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Vor Tagen war meine erste Wirbelsäulen-OP.
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Eine verschleppte Wirbelsäulentuberkulose kann ganz schön schlauchen ...


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 30. September 2012 19:37     Betreff des Beitrags: Re: OP-Bericht (August 2012) Th3 bis L2
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Hallo Michelle,

vielen Dank für Deinen ausführlichen OP-Bericht. Ich wünsche Dir, dass es weiterhin jeden Tag besser wird.

Wenn nicht immer dieses "hab Geduld" wäre.. Wir haben übrigens die gleiche Strecke, mir gehts schon recht gut. Also wirst sehen, es wird immer besser.

Liebe Grüße und alles Gute, Carminchen

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Vor Tagen war meine OP in Neustadt.



Bietet das Leben Dir eine Zitrone, mach Saft daraus !


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 30. September 2012 19:59     Betreff des Beitrags: Re: OP-Bericht (August 2012) Th3 bis L2
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Hallo Michelle,,

oh ja,vieles kam mir wieder in Erinnerung,nachts vor Schmerzen nicht schlafen können,keine Schmerzmittel bekommen,die Bettpfanne....ich hoffe,es geht Dir jetzt besser!
Ciao Toni


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 1. Oktober 2012 20:19     Betreff des Beitrags: Re: OP-Bericht (August 2012) Th3 bis L2
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Hallo Michelle,

du hast einen shönen P-Bericht geschrieben! Vielen Dank. :top: Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und wenig Schmerzen. :besserung2:

Liebe Grüße
Rose


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 2. Oktober 2012 15:17     Betreff des Beitrags: Re: OP-Bericht (August 2012) Th3 bis L2
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Bundesland: Hessen
:zwinker2: Liebe Michelle,

das ist wirklich ein schöner OP-Bericht geworden, da auch meine OP noch nicht so langer her ist kann ich alles sehr gut nachvollziehen und bin gleich wieder mittendrin! :zwinker2: Jetzt heisst es weiter geduldig sein, sich an den Erfolgen freuen und sich von den kleinen immer wiederkehrenden Rückschlägen nicht entmutigen lassen!

Weiter gute Besserung!

_________________
Liebe Grüße von Anne

Stärke erwächst nicht aus einer körperlichen Fähigkeit, sondern aus einem unbezähmbaren Willen. (Gandhi)

Vor Tagen war meine OP in Neustadt.

[Meine Skoliose-Bilder] [Mein OP-Bericht]


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 2. Oktober 2012 16:35     Betreff des Beitrags: Re: OP-Bericht (August 2012) Th3 bis L2
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Diagnose: rechtskonvexe Skoliose BWS 110, LWS 56, Restkrümmung nach OP BWS 68, LWS 37
Therapie: Bauchliegesch., Rückenliegesch., Milwaukee-Korsett, KG allgemein und nach Schroth, Kuren in Sobi, BaSa und a., Glissonschlinge, OP Aug. 2012 Neustadt
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Hallo Michelle,
auch ich fühle mich etwas an die OP erinnert, die auch erst vier Wochen her ist. Gott sei Dank hatte ich nicht so große Schmerzen. Ich muss auch immer den Kopf einziehen, wenn ich ins Auto einsteige. Man gewöhnt sich jedoch daran. dass nicht immer alles so läuft mit den Schwestern und Pflegern mußte ich auch einmal erfahren. Aber nicht überbewerten. Das meist war super in Ordnung. Dir weiterhin gute Besserung.

_________________
Lieben Gruß von Mondschein



Vor Tagen war meine OP.


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 5. Oktober 2012 10:51     Betreff des Beitrags: Re: OP-Bericht (August 2012) Th3 bis L2
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Therapie: Korsett, KG nach Schroth,Skoliose OP im August 2012 (Versteifung von Th3 bis L2)
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Hallo ihr Lieben :sonne:

Erst einmal :danke1: für die vielen lieben Genesunswünsche. Es freut mich, dass euch mein OP-Bericht gefällt.

Dann will ich noch kurz ein paar Fragen beantworten: :schreiben:

Zitat:
Was mich erstaunte das Du schon den Wundkatheter nach 2 Tagen gezogen bekommen hattest. Ist dieser Katheter das gleiche wie die Lungendrainage ? Diesen Schlauch der Lungendrainage hatte ich 10 Tage in mir gehabt .


Eine Lungendrainage hatte ich nicht. Ich hatte zwei Wundkatheter liegen, einen im oberen Bereich der WS und einen im unteren Bereich. Die gute Arbeit des Arztes und meine gute Wundheilung haben wohl dazu beigetragen, dass die Wundkatheter so früh gezogen werden konnten.

Zitat:
Kommen deine Bilder auch noch in die Galerie?


Ich musste erst mal suchen, was genau die "Galerie" ist. Irgendwie bin ich da bis dato noch nicht drüber gestolpert. :nee:
Aber jetzt, wo ich es gefunden habe, werde ich die Bilder auch noch dort einstellen. :zwinker2:

Liebe Grüße :freu07:
Michelle

_________________
Liebe Grüße, Michelle

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Vor Tagen war meine OP in Friedrichsheim.


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 6. Oktober 2012 10:23     Betreff des Beitrags: Re: OP-Bericht (August 2012) Th3 bis L2
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Therapie: OP August 2011
Kyphose 39°
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Hallo Michelle,
Danke für diesen tollen :OP: -Bericht!
Weiterhin :besserung2: und :geduld:

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Liebe Grüße von U-bit


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