Fragen, Antworten und Erfahrungsberichte zur Skoliose-OP

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 18. Juli 2008 11:01     Betreff des Beitrags: OP, ja oder nein??
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Diagnose: Massive li.-konv. Torsionsskoliose; Facettenarthrose L3/4 und L4/5; Osteochondrose; seitl. Spondylose und Dornfortsatzarthr. L4/5; LWS 64°, BWS 25°
Therapie: 2 OPs Sept. 03 in Neustadt; versteift von TH11 bis L5 (HZI und MPDS); Restkrümmung LWS 18°
Geschlecht: weiblich
Bundesland: Niedersachsen

OP, ja oder nein?


Soll ich mich operieren lassen?

Diese Frage können wir dir hier im Forum nicht beantworten, denn jede Skoliose ist anders und jeder Skoliotiker hat ein anderes "Krankheitsbild". Wir können dir nur von unseren Erlebnissen erzählen, aber entscheiden musst du selber.

Ab wann bin ich in der OP-Indikation?

Auf Gradzahlen bezogen bist du bei BWS 50° und/oder LWS 40° in der OP-Indikation. Aber das heißt noch lange nicht, dass du operiert werden musst. Viele Faktoren spielen hier eine Rolle, wie das Alter, das Beschwerdebild (Schmerzen und andere Probleme) und die Progredienz deiner Skoliose.

Du solltest dich selber fragen, ob schon alle konservativen Behandlungsmethoden (Korsett, Schroth-Therapie) ausgeschöpft sind. Vor einer OP sollte man wirklich alles versucht haben, denn eine OP kann nicht rückgängig gemacht werden - und sollte somit immer der letzte Schritt sein!

Welche Risiken muss ich abwägen?

Die Skoliose-Operationen gehören zu den großen Eingriffen. Je stärker die Verkrümmung der Wirbelsäule ist, desto schwieriger und risikoreicher ist die Operation. Es können Zwischenfälle auftreten, die eventuell weitere Eingriffe notwendig machen.

Die Gefahr einer Querschnittslähmung liegt unter 1% (was aber nicht heißt, dass es nicht passieren kann), aber es kommen häufig kleinere, bleibende Schäden vor, die du auch unbedingt in Kauf nehmen solltest. Häufig gibt es bleibende taube bzw. gefühlsgestörte Stellen am Oberkörper. Bei Frauen betrifft das sogar manchmal die Brust. Es können Nerven, die die Beine betreffen, verletzt oder gequetscht werden und da zu Störungen führen (und wenn es nur ist, dass der eine Fuß trockener und verhornter ist, als der andere). Um das Risiko neurologischer Komplikationen zu verhindern werden intraoperativ Rückenmarksfunktionstests durchgeführt (Aufwachtest).

Durch die Verlagerung der Thoraxorgane -Lunge und Herz- können Komplikationen entstehen, die nicht voraussehbar sind.

Einige haben starke Wetterfühligkeit im Bereich der Narben, was zu Schmerzen führen kann. Es kann im Laufe der Zeit zu vorzeitigen Verschleißerscheinungen an den Übergangsstellen kommen und eine weitere OP notwendig machen. Deshalb ist es wichtig, dass du auch dauerhaft nach der OP diese Bereiche durch Muskelkraft schützt. Lies dir bitte einige OP-Berichte durch und lies bitte auch ein wenig mehr zwischen den Zeilen. Eine OP ist keine kleine, schnelle Angelegenheit. Und es ist nicht gesagt, dass danach die Welt rückentechnisch bis ans Ende deiner Tage in Ordnung ist!

Ferner solltest du bedenken, dass auch die Vollnarkose nicht ungefährlich ist.

Lungenkomplikationen können auch in Form von Lungenentzündungen auftreten.

Des Weiteren können auch postoperative Komplikationen auftreten, angefangen von vorübergehender Übelkeit (Unverträglichkeit von Medikamenten) und Kreislaufproblemen bis hin zum Pleuraerguss, Verklebungen, Hautproblemen, Verdauungs- oder Blasenproblemen etc....

Bei längerer Bettruhe besteht grundsätzlich das Risiko einer Venenentzündung in den Beinen mit der Gefahr einer Thrombose und Lungenembolie. Im allgemeinen wird ab dem 15. Lebensjahr (Beginn der Pubertät) eine Thromboseprophylaxe mit blutgerinnungshemmenden Mitteln (Heparin) durchgeführt.

Wie wird mein Leben "danach"?

Es kann dir keiner sagen, wie es nach der OP sein wird. Dein Erscheinungsbild wird sicher um einiges besser aussehen. Aber wenn du vor der OP kaum Schmerzen hattest, so kann es sein, dass du nach der OP Schmerzen behältst.

Gerade in den ersten Wochen (Monaten) nach OP kann es verstärkt zu Stimmungsschwankungen kommen. Man ist dann sehr empfindlich, leicht reizbar und "nah am Wasser gebaut".

Es kann dir auch niemand sagen, wie lange du für die Genesung und Heilung brauchst. Es kann sein, dass du relativ schnell wieder fit bist, genauso gut kann es mehrere Monate oder in Einzelfällen noch länger dauern.

Mitunter kann die Korrektur der Wirbelsäule wieder verloren gehen, weil die Versteifungsstrecke nicht ausreichend verknöchert (Pseudarthrose), weil Metallimplantate ausreißen oder brechen. Dann kann eine erneute Operation erforderlich sein.

Und wenn du meinst, dass du nach der OP deine Skoliose vergessen kannst, so stimmt das nicht. Einmal Skoliose, immer Skoliose. Die Skoliose bleibt und KG und Sport sind genauso wichtig wie vor der OP.

Sei dir der Risiken bewusst und wäge gut ab, ob eine OP für dich der richtige Weg ist!

Hinweis: Dieser Beitrag kann nur einen kurzen Einblick über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.


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