Fragen, Antworten und Erfahrungsberichte zur Skoliose-OP

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Ortho. Uniklinik Friedrichsheim
Wirbelsäulenorthopädie
Marienburgstraße 2
60528 Frankfurt/a.M.

Tel: 0 69 / 6705 - 0
Fax: 0 69 / 6705 - 280
Terminvereinbarung: 0 69 / 67 05 - 204 und 228
E-Mail: info[at]friedrichsheim.de
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 Ungelesener BeitragVerfasst: 28. März 2008 10:45     Betreff des Beitrags: Die Uni-Klinik Friedrichsheim stellt sich vor
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Diagnose: Massive li.-konv. Torsionsskoliose; Facettenarthrose L3/4 und L4/5; Osteochondrose; seitl. Spondylose und Dornfortsatzarthr. L4/5; LWS 64°, BWS 25°
Therapie: 2 OPs Sept. 03 in Neustadt; versteift von TH11 bis L5 (HZI und MPDS); Restkrümmung LWS 18°
Geschlecht: weiblich
Bundesland: Niedersachsen
Vorstellung der Skolioseabteilung der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim

Die Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim ist eine der traditionsreichsten Kliniken und besteht seit 1913. War sie bis 2006 im Besitz einer Stiftung, so ist sie nun vollständig an die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt als Träger übergegangen, was die Zusammenarbeit mit vielen anderen Abteilungen, vor allem der Kinderklinik und Neurochirurgie, vereinfacht. Die 1972 gegründete Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie hat mit PD Dr. Michael Rauschmann seit 1. September 2006 einen neuen Leiter, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Behandlung von Patienten mit Skoliose zu fördern. Aus diesem Grund wurde mit seinem Amtsantritt ein Oberarzt eingestellt, der sich speziell um diese Patienten kümmert. Dr. Florian Geiger hat seit 1996 an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg gearbeitet und war zuletzt Oberarzt in der von Prof. Claus Carstens geleiteten Abteilung für Kinderorthopädie und Wirbelsäulenchirurgie, wo er drei Jahre lang die Skolioseambulanz betreute, an die auch eine Werkstatt angeschlossen war, die Korsette und Hilfsmittel herstellte. Zuvor arbeitete er schon in der Abteilung für Neuroorthopädie und hat daher Erfahrungen vor allem mit Spina-bifida Patienten gesammelt. Von Prof. Carstens hat er die Techniken der dorsalen und ventralen Skolioseoperationen übernommen, die er bei vielfältigen Hospitationen in renommierten Skoliosezentren verfeinerte.

Um die Behandlung von Skoliosepatienten zu konzentrieren und diesen regelmäßig denselben Ansprechpartner zu geben, wurde neben der Kinder und Wirbelsäulensprechstunde nun auch in Frankfurt eine eigene Skoliosesprechstunde eingerichtet, die auf sehr gute Resonanz trifft. Um die konservative Versorgung auf hohem Niveau zu gewährleisten, besteht eine enge Kooperation mit einer Orthopädiewerkstatt, die die gemeinsame ambulante Versorgung gewährleistet, und der Skoliosefachklinik in Bad Salzungen.

Bei der operativen Versorgung werden neben den gängigen Systemen auch neue Methoden angewendet, um auch Problemfällen eine gute Versorgung zu bieten. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Korrektur der für den Rippenbuckel verantwortlichen Rotation durch segmentale Derotation sowie neue dynamische und mitwachsende Systeme gerichtet. Um während der Operation ein größtmögliches Maß an Sicherheit zu bieten, wird durch die Abteilung für Neurochirurgie während der gesamten Operation eine Überwachung des Rückenmarks (Neuromonitoring) durchgeführt. Auch der sonst übliche intraoperative Aufwachtest kann deshalb unterbleiben.

Damit den Patienten der Aufenthalt so angenehm wie möglich gemacht werden kann, stehen neben einer eigenen Kinderstation auch Wohnungen für die Angehörigen zur Verfügung. All dies soll den Patienten ein größtmögliches Maß an Erfahrung und Komfort bieten. Um diese auch in anderen Lebensbereichen zu unterstützen, ist die Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim, vertreten durch Dr. Florian Geiger, nun Fördermitglied des Bundesverbandes der Skoliose-Selbsthilfe geworden.


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 28. März 2008 10:45     Betreff des Beitrags:
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Diagnose: Massive li.-konv. Torsionsskoliose; Facettenarthrose L3/4 und L4/5; Osteochondrose; seitl. Spondylose und Dornfortsatzarthr. L4/5; LWS 64°, BWS 25°
Therapie: 2 OPs Sept. 03 in Neustadt; versteift von TH11 bis L5 (HZI und MPDS); Restkrümmung LWS 18°
Geschlecht: weiblich
Bundesland: Niedersachsen
Vorstellung eines Verfahrens zur dynamischen Spondylodese mit Wachstumsstäben

Ein bisher großes Problem stellen immer noch Patienten dar, die zwar eine operationsbedüftige Skoliose haben, die aber noch so klein sind, dass man keine definitive Stabilisierung durchführen möchte oder kann.

Bei Krümmungen von mehr als 50° von Kindern, die die Pubertät noch nicht erreicht haben, muss man davon ausgehen, dass sich eine Verschlechterung auch mit einem guten Korsett nicht aufhalten lässt. Besteht nur eine einbogige Krümmung und ist das Kind nicht mehr weit von der Pubertät entfernt, kann man eine vordere (ventrale) Korrektur erwägen und ein gewisses Defizit des Größenwachstums in Kauf nehmen. Besteht aber eine doppelbogige Krümmung, die man von hinten korrigieren muss, besteht die Gefahr, dass die Wirbelsäule vorne weiter wächst und sich die Krümmung während des Restwachstums wieder verschlimmert. Auch bei Kindern, die noch einen erheblichen Wachstumsschub vor sich haben, wird man sich mit einer definitiven Versorgung schwer tun.

Für dieses Problem sind bisher schon verschiedene Systeme mit so genannten mitwachsenden Stäben vorgeschlagen worden. In der Regel werden zwei kürzere Stäbe am oberen und unteren Teil der Wirbelsäule fixiert, die sich in der Mitte überlappen. In bestimmten zeitlichen Abständen wird durch einen kleinen Schnitt der sich überlappende Teil freigelegt und die Stäbe auseinander geschoben (distrahiert). Ein Nachteil dieser Methode ist, dass sehr häufig (mind. l-2x im Jahr) eine Narkose notwendig ist, um die wachsende Wirbelsäule aufzurichten. Auch findet das Längenwachstum nicht kontinuierlich statt und da die Stäbe über einen langen Bereich nicht fixiert sind, kommt es häufiger zu Stabbrüchen. Oft kommt es auch zu einer allmählichen Einsteifung der Wirbelsäule, da sie nicht mehr bewegt wird. Dies erschwert dann die endgültige Korrektur nach Wachstumsabschluss.
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Mögliche Konstruktion mit fixierten Verbindungen in der Mitte und Gleithülsen an den Enden.
Einen neuen Weg will das „Orthobiom-System" der Firma Paradigm Spine gehen, das nach langjähriger Entwicklung nun auch in Deutschland erhältlich ist. Bei diesem System findet nur im mittleren Bereich, wo die Ursache der Skoliose vermutet wird, eine definitive Versteifung über 2-3 Segmente statt. Auch die übrigen Wirbelkörper werden mit Schrauben versorgt und wie üblich eine Korrektur über 2 Längsstäbe erreicht.

Diese Stäbe gleiten jedoch durch speziell beschichtete Hülsen an den Schrauben, so dass ein nahezu ungehindertes Längenwachstum erhalten bleibt.
Auch wenn die ersten Ergebnisse und Erfahrungen, die wir in unserer Klinik gemacht haben, sehr vielversprechend sind, muss man einige Dinge berücksichtigen:
  • Da es das System in Deutschland erst seit einem Jahr im klinischen Einsatz gibt, fehlen noch Langzeitbeobachtungen. Über diese wird man erst berichten können, wenn genügend Patienten es bis zum Wachstumsab-schluss getragen haben.
  • Bei sehr viel Restwachstum und sehr guter Beweglichkeit können die Stäbe unten aus den Gleitbüchsen „herauswachsen", so dass die Stäbe etwas länger gelassen werden müssen oder auch durch eine Folgeoperation verlängert werden können.
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Diese Bild zeigt, wie der Stab sich in den
dynamischen Gleithülsen bewegen kann.

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Röntgenverlauf vor und nach OP
Trotz dieser Einschränkungen stellt das „Orthobiom-System'' für ein ausgewähltes Patientengut eine sehr sinnvolle Option dar. Junge Patienten sollten aber nicht dazu verleitet werden, diese Operation als Alternative zu einer konsequenten Korsettbehandlung anzusehen. Diese ist unserer Meinung weiterhin die Basis einer jeden Skoliosebehandlung, da durch sie unter Umständen eine Operation vermieden werden kann. Bei Patienten vor dem pubertären Wachstumsschub mit flexiblen (doppel-bogigen) Krümmungen über 50°, oder Krümmungen, die sich durch ein Korsett schlecht korrigieren lassen, besteht eine sehr gute Indikation.

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Klinisches Bild vor und nach OP. Es zeigt sich eine für die Länge der Versteifung ausgezeichnete Restbeweglichkeit, vor allem der LWS


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 28. März 2008 10:47     Betreff des Beitrags:
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Bericht einer Patientin

Die 13-jährige Patientin Tamina. S. stellte sich erstmals im Dezember 2006 in der Orthopädischen Universitätsklinik gGmbH Frankfurt mit einer komplexen, doppelbogigen Skoliose vor.
Erst einen Monat zuvor war diese Diagnose als Zufallsbefund durch einen niedergelassenen Orthopäden gestellt worden. Dieser überwies die junge Patientin in unser Kompetenzzentrum für Skoliosebehandlungen. Eine zunächst angestrebte Korsettversorgung blieb erfolglos und musste abgebrochen werden. Zwischenzeitlich hatte sich die Verkrümmung so weit verschlechtert, dass ein operativer Eingriff notwendig wurde. Wegen des noch nicht abgeschlossenen Wachstums und der noch ausreichenden Flexibilität entschied sich das Team um PD Dr. Michael Rauschmann und Oberarzt Dr. Florian Geiger im Rahmen einer Aufrichtungsspondylodese für das dynamische System „Orthobiom". Es wurde weltweit erst einmal eingesetzt, in Deutschland sollte es nun das erste Mal implantiert werden. Doch sowohl die Patientin, wie auch ihre Familie brachten den behandelnden Ärzten größtes Vertrauen entgegen und sind von dem Ergebnis der Operation begeistert.

Etwa ein halbes Jahr nach dem Eingriff konnten wir mit der Patientin folgendes Interview führen:

Die Skoliose war ja ein Zufallshefund, der von einem niedergelassenen Orthopäden festgestellt wurde. Was passierte dann?

T. S.: Der Orthopäde überwies uns direkt an das Skoliosezentrum in der Orthopädischen Uniklinik Friedrichsheim. Dort gibt es eine spezielle Sprechstunde für diese Erkrankung. Oberarzt Dr. Geiger erklärte mir und meiner Mutter genau, was die Skoliose für mich bedeutet und wie sie therapiert werden kann. Er verordnete mir die Katharina-Schroth-Krankengymnastik und das Korsett.

Das Korsett hat bei Dir zu keiner großen Begeisterung geführt, wie man Deiner Stimme entnehmen kann?

T. S.: Ich hatte zwar keine Probleme damit, aber getragen habe ich es - ganz ehrlich - höchstens zwei Stunden pro Tag. Dann aber nur zuhause, man fühlt sich sehr eingeengt und der Spott der Mitschüler und Freunde bleibt natürlich nicht aus.

Wie kam der Entschluss zur Operation?

T. S.: Meine Mutter und ich haben im Laufe der Behandlung ein sehr großes Vertrauensverhältnis zu PD Dr. Rauschmann und Dr. Geiger aufgebaut. Die Skoliose verschlechterte sich rapide, ich bekam Atemprobleme. Den Leistungsknick spürte ich am meisten bei meiner Lieblingssportart, der Leichtathletik. Längere Strecken in hohem Tempo zu Laufen waren nicht mehr möglich. So konnte es nicht weitergehen.
Wenn ich jetzt eine Chance habe, so dachte ich, dann mit diesem neuen System.

Wie hast Du die Operation empfunden?

T. S.: Ich sah durch die Operation die Gelegenheit, endlich wieder normal leben zu können. Ich wollte kein Korsett, aber auch nicht klein bleiben. Natürlich hatte ich Angst vor der Operation, aber die wurde mir entscheidend durch Informationsmaterial, anschauliche Bilder und die Gespräche mit den Ärzten genommen. Nach der Operation war ich sehr, sehr müde, hatte aber kaum Schmerzen, da mir noch im OP ein Schmerzkatheter in den Rücken gelegt wurde. Über diesen bekam ich kontinuierlich Schmerzmittel. Wichtig für mich war jedoch, dass ich nach der Operation sofort Arme und Beine bewegen konnte.

Haben sich Deine Erwartungen erfüllt?

T. S.: Ja. völlig. Ich würde die Operation sofort wieder durchführen lassen. Ich bin 8-9 cm größer geworden, habe im täglichen Leben keine Einschränkungen und benötige keine Schmerzmittel. Zwar darf ich momentan noch keinen Sport treiben, aber das kommt sicher auch bald. Meine Familie und meine Freunde sind sehr stolz auf mich. Und ich fühle mich wirklich wohl.

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