Fragen, Antworten und Erfahrungsberichte zur Skoliose-OP

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 31. Oktober 2017 17:03     Betreff des Beitrags: [Göttingen] 19 Operationen zur Normalität
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Therapie: 2 OPs Sept. 03 in Neustadt; versteift von TH11 bis L5 (HZI und MPDS); Restkrümmung LWS 18°
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19 Operationen zur Normalität: Nun wirbt die elfjährige Johanna für Spenden


Uni-Klinik benötigt 3D-Röntgensystem für Kinder

„Kleine Rücken brauchen Hilfe“, heißt die Aktion, mit der die Universitätsmedizin Göttingen für Unterstützung zum Kauf eines modernen strahlungsarmen 3-D-Röntgengerätes wirbt.

Die UMG will das 560.000 Euro teure Gerät möglichst schnell einsetzen, weil mit ihm Kinder, oft mit schwersten Wirbelsäulenschäden, schonend und präzise diagnostiziert werden können.

Wie wichtig der Einsatz wäre, zeigt die Krankengeschichte der elfjährigen Johanna. Sie kommt aus der Nähe von Berlin und mit ihren Eltern seit 2008 zur Behandlung in die Göttinger Uni-Klinik. Via Internetrecherche entstand der Kontakt zur Kinderklinik und Prof. Dr. Anna Hell, Leiterin im Orthopädischen Kinderzentrum (OPKIZ), das eine gewichtige Expertise in der operativen Versorgung und Nachsorge von schweren Wirbelsäulenverformungen hat.

Heute kann Johanna springen, reiten und im Schulsport fast alles mitmachen. Unvorstellbar war das für die Eltern, als sie die Fehlbildung der Wirbelsäule ihres Kindes sahen, die schon im Mutterleib diagnostiziert wurde.

„Wir denken nicht mehr an die schwere Zeit, für uns ist Johanna ein ganz normales Kind“, sagt Mutter Jeannine. Der Weg dieser fantastischen Entwicklung war ein langer und leidensträchtiger, führte bis jetzt über 19 Operationen. Hell empfahl eine mitwachsende Skoliose-Therapie. Flexible Metallstäbe bringen Johannas Wirbelsäule in Form. Sie müssen oft kontrolliert und nachjustiert werden.

Eine Prozedur, die für die leidensfähige und obendrein optimistische Johanna fast zur Normalität geworden ist. Aber: Belastend ist das dennoch. Johanna nervt vor allem das Röntgen, jede OP brachte drei Röntgensitzungen mit sich: „Das Röntgen dauert lange“, schildert sie. Johanna sitzt dann auf einem Eigenbau-Stuhl der Uni-Klinik. Um die schwerkranken Kinder, die manchmal gar nicht sitzen können, positionieren und letztlich auch zu stabilisieren wurde auch ein Auto-Kindersitz umgebaut.

„Wir versuchen, die Strahlung zu minimieren, aber die Belastung durch die Kontrollaufnahmen sind natürlich vorhanden“, sagt Anna Hell. Denn Köperzellen bei Kindern reagieren sensibler auf Stahlen als die von Erwachsenen. Daraus resultiert auch ein höheres Krebsrisiko. Die Eltern von Johanna, Jeannine und Karsten L. wissen um diese Nebenwirkungen. Sie werben für die Spendenaktion, auch, weil die öffentliche Unterstützung für eine schnelle Beschaffung in mangelhaft ist und die Krankenkassen sich ebenfalls nicht beteiligen. Mit Hilfe des 3-D-Gerätes, das extrem schnell und genau arbeiten öffnen sich auch neue Wege. So können 3-D-Bilder und Modelle erzeugt werden, die dem Operateur extrem helfen.

Auch die leitende MRTA des Institutes für Diagnostische und Interventionelle Radiologie an der UMG, Katrin Gebel, setzt sich kräftig für die Anschaffung des Röntgengerätes ein, die Arbeitsmöglichkeiten auch der MRTA-Mitarbeiter würden sich so deutlich verbessern. Der Direktor des Institutes, Prof. Dr. Joachim Lotz, betont, dass das Röntgensystem künftig nicht nur zur Diagnostik von Kindern, sondern auch anderer Patienten eingesetzt würde.

Warum zahlt das Land nicht?

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) benötigt ein revolutionäres 3-D-Röntgensystem – vor allem für die Diagnose mit Kindern. Es soll mehr als 560.000 Euro kosten. Die UMG hat einen Spendenaufruf gestartet, um das Gerät zu finanzieren. Privat- und Geschäftsleute sollen für den Fortschritt zahlen. Kann das notwendige Gerät nicht vom Klinikum, also auch vom Land bezahlt werden? UMG-Vorstand Krankenversorgung, Dr. Martin Siess sagt: „Wünschenswert wäre das. Diese Großgeräte unterliegen aber einem Anmeldeverfahren zur Anschaffung." Das Problem: Das Land genehmigt diese Liste, oder besser: nur einen Bruchteil der beantragten Geräte. „Das sind oft dringend notwendige Ersatzbeschaffungen für alte Geräte“, sagt UMG-Sprecher Stefan Weller auf Anfrage. Auch dieser Ersatz sei bedeutend, um die Patientenversorgung zu modernisieren.

Knackpunkt der vom Land so vorgeschriebenen Gerätebeschaffung aber ist der Faktor Zeit: „Es dauert meist zwei bis drei Jahre, ehe ein neues Gerät da ist“, heißt es. Ein Zeitraum, der den UMG-Verantwortlichen immer wieder und besonders im Fall 3-D-Röntgengerät für die Kinderklinik eindeutig zu lange. Im Operativen Kinderzentrum (OPKIZ) der UMG werden pro Jahr 1000 Kinder mit Wirbelsäulen-Fehlbildungen behandelt, wie Prof. Dr. Anna Hell, Leiterin der Kinderorthopädie, sagt. „Teilweise müssen die Kinder bis zu acht Mal pro Jahr zur Kontrolle geröntgt werden. Sie sind einer außergewöhnlichen Strahlendosis ausgesetzt. Das neue Gerät würde diese um 90 Prozent senken. Der Ganzkörper-Scan für die einzigartigen 3-D-Bilder dauert auch nur zehn bis 20 Sekunden. „Eine enorme Verbesserung für die jungen Patienten und uns Mediziner“, sagt Hell. Siess ergänzt: „Wir wollen den Fortschritt schnell an die Patienten bringen und hoffen auf Spenden. Alle Folgekosten für den Einsatz trägt die UMG.Göttingen.

• Spendenkonto: „Kleine Rücken brauchen Hilfe“, Universitätsmedizin Göttingen, IBAN DE98 2605 0001 0000 0014 20, Kennwort: Kleine Rücken.

Quelle:  https://www.hna.de/lokales/goettingen/g ... 96848.html

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