Fragen, Antworten und Erfahrungsberichte zur Skoliose-OP

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 1. März 2019 10:56     Betreff des Beitrags: Klinik setzt bei Skoliose-Patienten auf Schroth-Therapie
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Diagnose: Massive li.-konv. Torsionsskoliose; Facettenarthrose L3/4 und L4/5; Osteochondrose; seitl. Spondylose und Dornfortsatzarthr. L4/5; LWS 64°, BWS 25°
Therapie: 2 OPs Sept. 03 in Neustadt; versteift von TH11 bis L5 (HZI und MPDS); Restkrümmung LWS 18°
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Bundesland: Niedersachsen

Klinik setzt bei Skoliose-Patienten auf besondere Schroth-Therapie


Die Rehabilitationsklinik in Thermalbad Wiesenbad ist zum Kompetenz-Zentrum für eine spezielle Behandlung bei seitlichen Wirbelsäulenverkrümmungen geworden. Katharina Schroth begründete das physiotherapeutische Konzept, ihre Nachfahren entwickelten es weiter.

Drei bis fünf Prozent der Bevölkerung leiden an Skoliose. Dabei handelt es sich um eine Seitenverbiegung der Wirbelsäule bei gleichzeitiger Verdrehung der Wirbelkörper. "Über die Ursachen der Erkrankung weiß man nicht sehr viel", erklärt Dr. Enrico Weidauer. Er ist Chefarzt in der Rehabilitationsklinik "Miriquidi" in Thermalbad Wiesenbad. In der Klinik werden seit Langem Skoliose-Patienten behandelt. Zwar wird Skoliose meist vor beziehungsweise in der Pubertät der Betroffenen diagnostiziert und auch behandelt. Allerdings treten auch später wieder Probleme bei den Patienten auf, erklärt Enrico Weidauer. Genau dort setzt auch das Therapieangebot der Rehaklinik in Thermalbad Wiesenbad an. Nach der ersten Behandlungsphase im Jugendalter trete oft eine Zeit relativer Stabilität ein, so der Mediziner. "Um die mittleren Lebensjahre verändert sich die Symptomatik." Die Patienten bekommen wieder Schmerzen, auch solche, die bereits operiert wurden.

Bei der Behandlung setzen die Erzgebirger auf die sogenannte Schroth-Therapie. Sie geht auf Katharina Schroth (geboren 1894) zurück, die selbst an Skoliose erkrankt war und sich mit speziellen Atemübungen und Korrekturbewegungen selbst behandelte. 1921 gründete Katharina Schroth in Meißen ihr eigenes Institut. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog sie mit ihrer Familie mit Zwischenstationen nach Sobernheim, wo sie in den frühen 1960er Jahren ein neues Institut eröffnete. Später übernahm ihre Tochter, Christa Lehnert-Schroth, die Leitung. Und die Weiterentwicklung der sogenannten Dreidimensionalen Skoliosebehandlung blieb in Familienhand. Dr. Hans-Rudolf Weiß, der Enkel von Katharina Schroth, befasst sich noch heute mit der Thematik.

An dieser Stelle kommen wir zurück zur Rehabilitationsklinik in Thermalbad Wiesenbad. Die Klinik ist zum Kompetenzzentrum für "Schroth Best Practice" ernannt worden. Dabei handelt es sich um eine von Hans-Rudolf Weiß entwickelte Therapieform, die auf die klassische Schroth-Therapie aufbaut. Der Vorteil sei allerdings, dass die Übungen leichter zu erlernen sind. Das bestätigt auch Enrico Weidauer. "Vorher konnten die Übungen nur mit einem Therapeuten absolviert werden", so der Chefarzt. Mit der "Schroth Best Practice" Therapie werden den Patienten ganz individuell nur wenige Übungen beigebracht, die dann auch in den Alltag integriert werden können. Das gelingt auch dadurch, dass auf Hilfsmittel weitestgehend verzichtet wird. Es gehe bei den Skoliose-Patienten der Rehaklinik vor allem darum, Schmerzen zu lindern und einer Verschlechterung entgegenzuwirken, der Ist-Zustand soll gehalten werden. "Unser Anliegen ist die Selbstverantwortung", sagt Weidauer. Und die könne am besten gewährleistet werden, wenn die Patienten in der Lage sind, die Übungen - die Namen tragen wie "Türgriff-Übung", "Frosch-am-Teich-Übung" oder "50-mal-Übung" - auch alleine zu bewerkstelligen.

Dabei ist es schon eine Besonderheit, dass die Thermalbad Wiesenbader Rehaklinik zum Kompetenzzentrum für "Schroth Best Practice" wurde. 2018 fand in der Einrichtung unter der Anleitung von Hans-Rudolf Weiß eine Weiterbildungsveranstaltung unter anderem für Ärzte, Sport- und Physiotherapeuten statt. "Da in Europa in der Vergangenheit kaum derartige Kurse stattfanden, ist es wirklich etwas Besonderes, dass diese 'Best Practice'-Skolioseschulung im Erzgebirge angeboten wird", hieß es damals.

Ziel der Klinik sei es, das Angebot weiter auszubauen, so Weidauer. Dabei bestehe eine Kooperation mit der Orthopädietechnik Mayer & Behnsen aus Zwönitz. Denn neben der physiotherapeutschen Behandlung spielen auch Korsetts bei Skoliose eine wichtige Rolle. Auch dabei gibt es eine enge Zusammenarbeit mit Hans-Rudolf Weiß.

Unbehandelt werden Beschwerden immer größer

Bei einer Skoliose ist die Wirbelsäule nicht nur zur Seite geneigt, sondern weist auch eine Rotation der Wirbelkörper bei gleichzeitiger axialer Verdrehung des Schultergürtels zum Becken hin auf, so die Definition auf der Internetseite des Deutschen Skoliose-Netzwerkes.

Unbehandelt gehe die Entwicklung immer weiter, was mit Nebenwirkungen wie der Störung der Herz- und Lungenfunktion, Einschränkungen der Beweglichkeit und Schmerzen verbunden ist. Betroffen sind mehr Mädchen bzw. Frauen.

Es gibt unterschiedliche Skolioseformen, die beispielsweise nach den Wirbelsäulenbereichen eingeteilt werden, in denen die Krümmung besteht. Unterschieden wird zudem, in welchem Alter die Skoliose auftritt und worin die Ursachen bestehen, so das Skoliose-Netzwerk. Für den Großteil der Erkrankungen, bis zu 90 Prozent, lässt sich aber keine Ursache benennen. Vermutet wird, dass hormonelle, nervliche oder muskuläre Störungen Auslöser sein können.

Quelle:  https://www.freiepresse.de/erzgebirge/a ... ySajM4M7-o

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dass man mit jedem aufrichtigen Versuch,
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