Fragen, Antworten und Erfahrungsberichte zur Skoliose-OP

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 29. März 2013 11:28     Betreff des Beitrags: Skoliose-OP und Auswirkung auf Partnerschaft
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Hallo,

ich trete jetzt mal ein Thema los, das mich neben dem Thema OP: Ja oder Nein extrem beschäftigt. Ich würde gerne wissen, ob die OP bei einigen hier im Forum entscheidend dafür war, dass es in der Partnerschaft gekriselt hat oder sogar zu einer Trennung geführt hat. Ich weiß, dass das ein brisantes Thema ist, aber so wie hier Ratschläge über Sexualtechniken nach der OP gegeben werden, so wäre auch das in meinen Augen interessant.

Ich merke, dass ich mich jetzt in der Zeit, wo ich mich allein nur mit dem Thema OP auseinander setze und mir 1 Millionen Fragen durch den Kopf gehe, von meinem Partner entferne. Ich merke halt, dass er die Dinge, die ich sage gar nicht nachvollziehen kann. Wenn ich sage, "ich kann meinen Anblick einfach nicht mehr ertragen", dann kommt "das sieht doch kein Mensch". Wenn ich in mich gekehrt bin, weil ich den Tag vor Schmerzen nicht überstehe, fragt er, "ob ich schlecht drauf bin", usw. Ich muss dazu sagen, dass er echt "kein Klotz" ist, sondern wirklich ein Denker und feinfühliger Mensch. Aber wie sagt man so schön: Wenn man nicht in dem anderen drin steckt, sind Dinge schwer nachzuvollziehen! Oft wäre halt ein Platzwechsel ganz hilfreich..aber in diesem Fall halt unmöglich!

Ich selber mache mir auch sehr viele Gedanken darüber, wie zumutbar es für ihn ist, mit einer Frau wie mir eine Beziehung zu führen, welche Belastung stelle ich für ihn dar und wie viel Einfluss hat das auf sein Leben. Schon jetzt, nur wegen meiner Skoliose, sieht das Leben ja anders aus, als wenn ich keine hätte. Wie soll das nach einer OP sein? Möchte ich diesen Einfluss, diesen negativen Einfluss auf sein Leben ausüben? Eigentlich nicht, denn ich finde, er soll durch mich nicht "aufgehalten" werden. Versteht Ihr, was ich meine? Viele Dinge könnte ich nicht mehr und würde ihn ausbremsen, weil ich weiß, dass er da Rücksicht üben würde. Ich weiß, dass ich dieses Gefühl hassen würde.

Ich habe gestern, glaube ich, von einem Forumsmitglied hier gelesen, das sich nach langer Zeit hier wieder mal gemeldet hat. Sie wurde vor 4 Jahren operiert, also ich mich hier angemeldet hatte. Sie schrieb jetzt in einem Beitrag, dass bei ihr viel passiert sei. Unter anderem auch die Trennung von ihrem Mann. Da frag ich mich, ob die OP auch ein Grund war. Es verändert sich ja wahnsinnig viel. Ich denke ehrlich, dass das Problem gar nicht mal bei meinem Lebensgefährten liegen würde, sondern echt in mir. Wie gesagt, könnte ich es nicht ertragen, wenn er ständig Rücksicht nehmen würde/müßte, das soll niemand für mich tun müssen.

Es wäre schön, wenn Ihr mir Eure Erfahrungen mitteilen könntet.

Liebe Grüße, Chrissy0201


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 29. März 2013 12:15     Betreff des Beitrags: Re: Skoliose-OP und Auswirkung auf Partnerschaft
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Hallo Chrissy,

als ich vor der OP stand, war ich erst kurz mit Carsten zusammen und ich hatte ähnliche Gedanken wie du. Bei uns war es dann so, dass uns die OP eigentlich noch mehr zusammen geschweißt hat. Das ist sicher nicht immer so, aber ich denke, wenn man sich liebt, dann übersteht man das auch gut (in guten, wie in schlechten Zeiten). Andersrum: Willst du auf die OP verzichten, nur um deine Beziehung zu retten bzw. nicht zu gefährden? Meine (!) Meinung: dann hat die Beziehung eh schlechte Karten. Deine Gesundheit sollte für dich an erster Stelle stehen!

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Es gehört zu den großartigen Belohnungen dieses Lebens,
dass man mit jedem aufrichtigen Versuch,
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 Ungelesener BeitragVerfasst: 29. März 2013 13:53     Betreff des Beitrags: Re: Skoliose-OP und Auswirkung auf Partnerschaft
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Hallo Chrissy,

Ich schließe mich Stoni an. Dein Körper und deine Gesundheit sollten immer an erster Stelle stehen! Dennoch, ich weiß ziemlich gut, was du da durchmachst. Zwar war ich vor der Operation in keiner Partnerschaft, kann mir das aber sehr gut vorstellen. Manche Fragen , die du dir stellst , stelle ich mir heute ( nach 8 Jahren ) immer noch . Gut bei mir ist eine Verschlechterung der Schmerzen eingetreten , und somit muss ich mich da anpassen . Wichtig ist ja immer , für sich zu klären , was möchte ich ? Ich weiß nicht , wie lange seid ihr denn schon zusammen ? Kennt er deine Gedanken darüber ? Deine Ängste ?Kannst du mit ihm offen darüber reden ? Du weißt es letztendlich nie , was passieren wird , dennoch denke ich ,wenn er sehr Verständnisvoll ist , wie du ihn beschreibst , solltest du das offen mit ihm besprechen . Wenn die Liebe stark ist , wird sie das auch überleben !

Liebe Grüße, Sarah


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 29. März 2013 14:24     Betreff des Beitrags: Re: Skoliose-OP und Auswirkung auf Partnerschaft
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Therapie: 4J Korsett, KG, OP nach Harrington 1983, TH4-L4 im Hüfferstift; Osteopathie, KG, Infiltrationen, Rehasport
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Liebe Chrissy,
ich denke, dass das "Problem" Rücksichtnahme kein Problem einer OP ist. Durch Schmerzen wird man auch eingeschränkt und wenn man Deine Diagnosen so liest, werden sie nicht ausbleiben. Ich bin dieses Jahr 30 Jahre operiert und wirklich schmerzhaft wurde es 2010/11. Da war ich bereits 16 Jahre verheiratet. Da hab ich mich das erste Mal wegen meinem Rücken eine Woche krankschreiben lassen und ins Bett gelegt und mein Mann meinte, ob ich auf Krankenschein Urlaub machen würde. Ich hätte ihn am liebsten den Kopf abgerissen. Das zu Thema Einfühlsamkeit. Ich will auch nicht die arme Kranke/Behinderte sein, die den anderen zur Last fällt. Doch jeder kann mal krank werden, schneller als man denkt und dann sollte man füreinander da sein. Ich denke, das der Zeitraum nach einer Wirbelsäulen OP für eine Genesung zwar lang ist, doch trotzdem überschaubar. Das kann man nicht von jeder Krankheit so sagen und die Beschwerden können zwar eine "never ending storry" sein (auch ohne OP), aber die Zeit in der man wirklich außer Gefecht ist, ist begrenzt. Ich hab versucht Krankheit für mich mal zu definieren. Das ist dabei herausgekommen.
Wirklich krank ist wer nichts mehr geben kann.
Ich denke, das trifft z.B. auf Menschen die gerade akut Migräne haben genauso zu wie Menschen die gerade massive psychische Probleme haben etc. Doch ich hab viel Lebensfreude und Kraft bei schwerkranken Menschen erlebt, die sehr viel gegeben haben und die sich nicht über ihre Krankheit und Behinderung definieren. Ich denke es kommt immer darauf an wie man selbst mit seinem Leben und dessen Widrigkeiten umgeht. Wenn man damit zurecht kommt, schaffen es auch die anderen. Es fiel und fällt mir auch oft schwer, meinem Mann die Zeit zu geben meine Probleme zu realisieren.
Dabei hat mir das Forum hier sehr viel geholfen, da mein Mann ja auch mitbekommt wenn ich hier schreibe und als Gast auch einige Beiträge liest. Er merkt, dass meine Sitzprobleme nicht nur meine Spinnerei sind, mit der ich mich in den Mittelpunkt katapultieren will und als er erkannt hat, dass ein gefedertes Fahrrad wirklich notwendig ist, hat er sich darum gekümmert, dass ich eines bekomme. Diese Teile sind ja so richtig teuer.
So eine OP ist für alle sehr belastend, gib Deinem Partner die Zeit die er braucht. Vielleicht hilft ja auch das Forum ihn auf Deine OP vorzubereiten. Dann kann man sich evt. über gelesene Beiträge unterhalten und seine Ängste besser thematisieren. Vielleicht ist das ein Weg.
Ich würde auch den Satz:"das sieht doch kein Mensch" nicht so negativ sehen, er versteht vielleicht nicht, dass Dich Dein Rücken stört, aber er drückt damit auch aus, dass es ihn nicht stört. Das hat mir immer sehr gut getan, dass meinem Mann die Verkrümmung, Narbe etc. nie gestört hat.
Ich wünsche Dir alles Gute in dieser schwierigen Zeit.
Alles Liebe Schildkröte

_________________
Tage seit OP
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Schildkröten können Dir mehr über den Weg erzählen als Hasen.(aus China)
Wer ein Kamel liebt, muss sich mit den Höckern abfinden. (aus Arabien)


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 29. März 2013 16:10     Betreff des Beitrags: Re: Skoliose-OP und Auswirkung auf Partnerschaft
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Hallo,
Danke für Eure lieben Antworten!
@ Sarah: Wir kennen uns seit 6 Jahren und sind seit 4 zusammen.

Natürlich kennt er meine Gedanken. Er weiß, wie ich damit hadere, anderen/ihm zur Last zu fallen. Ich habe immer das Bestreben keine Hilfe in Anspruch zu nehmen. Selbst Dinge, von denen ich weiß, ich sollte sie lieber lassen (wie z.B. schwer heben), erledige ich selbst und wenn ich dabei die Zähne zusammen beißen muss. Er weiß, dass ich ihn eher verlassen würde vor der OP als ihm zur Last zu fallen. Und jedes Vorkommnis in der letzten Zeit, wo ich merke, dass ich an meine körperlichen Grenzen stoße und es Auswirkungen auf ihn hat, bestärkt mich in diesem Gedanken. Und je lieber er sich mir gegenüber verhält und je mehr er mich "betüddelt", und damit meine Erkrankung in den Vordergrund bringt, desto unwohler fühle ich mich dabei. Meine Skoliose rückt damit an einen Platz (in den Mittelpunkt), den ICH ihr nicht geben will. Ihr seht und ich weiß, dass das Problem bei mir liegt. Ich weigere mich einfach die Skoliose anzunehmen und als zu mir gehörig anzunehmen. Natürlich hat sich die ganze Geschichte potenziert, dadurch, dass sich die Skoliose nicht mehr ignorieren läßt, weil ich jeden Tag Schmerzen habe. Früher habe ich fast gar keine Schmerzmittel benötigt, heute bin ich froh, wenn Tilidin mich "wegbeamt".
ER will einfach nur, dass ich keine Schmerzen mehr habe und sagt, dass das alleine meine Entscheidung für oder gegen eine OP bestimmen sollte. Und ich weiß, dass er mich so liebt, dass er versuchen würde, die Sache mit mir durchzustehen. Jemanden wirklich zu lieben heißt ja schließlich, den anderen GANZ anzunehmen und das tut er und das würde ICH umgekehrt auch.
Aber ich habe ihn eben auch so lieb, dass ich mir für ihn ein gutes Leben wünsche..ohne Belastungen und Einschränkungen durch mich.
Letztendlich heißt das, dass ich weiß, dass die Beziehung durch mich kaputt gehen würde..nicht durch ihn!

Viele Grüße
Chrissy


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 29. März 2013 16:41     Betreff des Beitrags: Re: Skoliose-OP und Auswirkung auf Partnerschaft
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Hallo Chrissy,

wenn du das alles weißt, warum tust du dann nichts? Warst du schon mal bei einem Psychologen deswegen? Du solltest dir echt Hilfe suchen, sonst könnte es sein, dass DU deine/eure Liebe zerstörst obwohl das eigentlich völlig sinnlos ist. Nimm an, dass dein Mann dich liebt und für dich da sein möchte, wie Stoni schon schrieb "in guten wie in schlechten Zeiten".

_________________
Liebe Grüße, Nati


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 29. März 2013 17:45     Betreff des Beitrags: Re: Skoliose-OP und Auswirkung auf Partnerschaft
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Hallo,

ich denke nicht, dass ich psychologische Hilfe brauche. Letztendlich geht es darum, welche Einstellung man hat. Es gibt z.B. alte Menschen, die behaupten, ihre Kinder müßten sich im Alter um sie kümmern, wenn sie es nicht mehr alleine können. Und es gibt Menschen, die sagen, Kinder sollen ihr eigenes Leben leben dürfen..ohne zusätzlichen Klotz am Bein in Form von alten Eltern. Und zu der zweiten Gruppe würde ich gehören.

Aber letztendlich schweift das alles vom eigentlichen Thema ab! Bei MIR befürchte ich zwar, dass meine Beziehung daran scheitern könnte, dass ich nicht möchte, dass nicht nur MEIN Leben sondern auch das meines Partners eingeschränkt sein wird, aber es gibt ja noch ganz andere vielfältigere Gründe. Und diese Zerreißproben und wie Ihr sie gemeistert habt, würden mich interessieren. Erst im Austausch mit anderen ergeben sich ja neue Denkweisen...vielleicht..

Viele Grüße, Chrissy


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 29. März 2013 20:18     Betreff des Beitrags: Re: Skoliose-OP und Auswirkung auf Partnerschaft
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Therapie: Korsett, 2 x Sobernheim, Schroth-KG, OP im Mai 2012
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Hallo Chrissy,

ich glaube du solltest egoistischer sein! Wieso nimmst du so viel Rücksicht auf andere? Nimm erstmal Rücksicht auf dich selber. Dann kannst du auch den Anderen mehr geben. Ich denk mir manchmal, wenn ich die scheiß Skoliose schon hab, dann kann ich das auch manchmal ausnutzen. ZB lass ich andere schwere Sachen schleppen. und manchmal frag ich meinen Freund, ob er was aus dem untersten Fach des Schrankes holen kann. Ich würde auch rankommen, aber halt umständlicher und es würde länger dauern.
Das Jahr vor der OP war für unsere Beziehung auch problematisch. Ich war ja an vielen Tagen zu nichts zu gebrauchen. Hab wegen Kleinigkeiten angefangen zu heulen. Und das hat wirklich keiner mehr verstanden. Mein Freund auch nicht. Er wusste auch nicht, wie er damit umgehen soll. Und ich wusste ja selber nicht, wie ich es gern hätte das er damit umgeht. Die Phase vor der OP durchlebt halt jeder anders. Jedenfalls hatte ich manchmal Angst, dass es ihm bald mal reicht mit mir. Zum großen Glück hatte er die Ruhe (die mir gefehlt hat) und hat einfach abgewartet, bis ich wieder auf die Spur kam.
Die ersten Monate nach der OP fiel es mir auch schwer, weil ja alles an ihm hängen blieb. Die gesamte Hausarbeit. Es war mir echt unangenehm, weil ich nicht mithelfen konnte. Die Zeit ist ja jetzt auch überstanden. Und solche harten Zeiten schweißen noch viel mehr zusammen und lassen die Liebe wachsen.
Es gibt einfach immer Zeiten, in denen der eine den anderen mehr unterstützen muss und mehr Aufgaben übernehmen muss. Gute Zeiten und schlechte Zeiten.... Das musst du einfach aushalten! Und es aushalten, dass du eine zeitlang nur die Nehmende sein wirst. Das wird sich ja auch wieder ändern.
Wo meinst du denn, dass er große Abstriche machen muss in seinem Leben oder auf Dinge verzichten muss? Sicher verzichtet er lieber auf ein paar Dinge als auf dich!
Mein Freund zB geht ziemlich viel in die Berge, mountainbiken oder bergsteigen. Da kann ich nicht mithalten. Will ich aber auch nicht. Ich finds gut, dass jeder seine eigenen Hobbys hat.

Liebe Grüße, Esta

_________________
Vor Tagen war meine OP.



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 Ungelesener BeitragVerfasst: 30. März 2013 07:29     Betreff des Beitrags: Re: Skoliose-OP und Auswirkung auf Partnerschaft
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Liebe Esta,

viele Dinge, die Du beschreibst, kenne ich.
Ich denke, Du hast Glück gehabt, dass Dein Freund die Ruhe selber geblieben ist. Es hätte aber auch anders ausgehen können. Letztendlich zeigt sich ja da, dass Dein Freund genug Einfühlungsvermögen hatte, diese Up und Downs als situationsbedingt anzusehen und nicht auf Deine Person zu beziehen. Und er hatte die Stärke (oder Liebe für Dich), das auszuhalten. Und ich kann auch Deine Aussage nachvollziehen, dass Du eigentlich selber nicht wußtest, wie Du gerne hättest, dass Dein Freund reagieren soll.
Ich möchte nicht, dass ich "betüddelt" werde, aber wenn mein Freund nicht wahrnimmt, dass ich Schmerzen habe, sondern nach einer 7-stündigen Reise fragt, ob ich "schlecht drauf" sei...im Sinne von "hast Du schlechte Laune"..., dann frag ich mich auch: "Hallo, bekommst Du noch was mit?"
Viele Dinge KÖNNEN unsere Partner/oder allgemein unsere Mitmenschen eben nicht nachvollziehen, weil sie nicht in unserem Körper stecken.

Und auch der Satz von Dir, dass er lieber auf ein paar Dinge verzichtet als auf mich, könnte von ihm sein.

Liebe Grüße
Chrissy


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 1. April 2013 00:06     Betreff des Beitrags: Re: Skoliose-OP und Auswirkung auf Partnerschaft
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Hallo liebe Chrissy,

Chrissy0201 hat geschrieben:
Ich habe immer das Bestreben keine Hilfe in Anspruch zu nehmen. Selbst Dinge, von denen ich weiß, ich sollte sie lieber lassen (wie z.B. schwer heben), erledige ich selbst und wenn ich dabei die Zähne zusammen beißen muss.


Ich kann das alles sehr gut nachvollziehen. Mir geht es ähnlich, wenn nicht sogar genauso.
Aber das ist - wie schon geschrieben - alles eigentlich Blödsinn und reine Kopfsache. Ich kann dich so gut verstehen, gerade auch das mit dem "die Skoliose annehmen". Mir steht die OP ja auch erst noch bevor und ich frage mich oft, wie das alles werden wird. Ich möchte/mochte auch nicht immer als die Arme, Kranke gesehen werden und bemitleidet werden.
Im letzten Jahr hat sich bei mir da aber schon viel geändert, es ist wie gesagt Kopfsache.. Umdenken ist leichter gesagt als getan, ich weiß.

Mir hat es sehr geholfen, mit meinem Partner ganz offen darüber zu sprechen. Auch über die Ängst und Zweifel, die einen unweigerlich ab und an plagen. Im ersten Moment mag es manchmal verletzend wirken, wenn man mit seinem Partner wirklich über ALLES spricht, aber nur das bringt einen (meiner Meinung nach) weiter.
Ich hasse es auch, wenn ich sage "Ich bin so krumm und hässlich" und auch wenn ER es dann nur gut meint und sagt "für mich bist du die Schönste" (sinngemäß jetzt).. da komm ich mir richtig veräppelt vor, auch wenn er es wirklich ernst meint.. Umgekehrt sagt er auch, dass er sich blöd vorkommt, wenn ich sage "Eigentlich will ich dir das alles nicht zumuten." *hach*
Rational betrachtet weiß ich ja auch, wie blöd ich mich zeitweilen anstell und, dass eine Beziehung ja genau durch solche "schlechte Zeiten" wachsen kann.. Aber.. Komisch ist das alles.

Wie gesagt: ich weiß nicht, was werden wird. Aber ich bin generell der Überzeugung, dass alles aus einem guten Grund passiert, auch wenn man den manchmal erst im Nachhinein erkennt.

Liebe Grüße und gute Nacht :mini-hallo:

Schnäbelchen

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Vor Tagen war meine OP.


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 1. April 2013 08:32     Betreff des Beitrags: Re: Skoliose-OP und Auswirkung auf Partnerschaft
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Guten Morgen Schnäbelchen,

Du hast geschrieben:"Mir hat es sehr geholfen, mit meinem Partner ganz offen darüber zu sprechen. Auch über die Ängst und Zweifel, die einen unweigerlich ab und an plagen. Im ersten Moment mag es manchmal verletzend wirken, wenn man mit seinem Partner wirklich über ALLES spricht, aber nur das bringt einen (meiner Meinung nach) weiter."

Da hast Du sicher recht. Ich denke auch, dass man nur weiterkommt, wenn man sich wirklich ALLES sagt, aber wie Du schon sagst, die Wahrheit ist manchmal verletzend für den anderen und schwer zu verkraften. Ich selbst traue mich manchmal Dinge nicht klar zu benennen, weil ich dann Angst vor den Konsequenzen habe und den Reaktionen meines Gegenübers/Partners. Wenn mein Partner nämlich NICHT in der Lage ist, sich in meine Aussagen reinzufühlen, kann das alles sehr schnell in eine Richtung führen, die man gar nicht beabsichtigt hat. Dann ist es eben nicht so, dass man sich durch den Austausch näher gekommen ist, sondern weiter entfernt. Und damit habe ich dann nichts gewonnen, weil ich mich durch meine angstlastigen Gedanken, was die Skoliose und die OP anbelangt, sowieso schon "abgetrennt" von ihm fühle.
Heute morgen ist es gerade wieder so extrem.
Gestern nachmittag bis spät abends waren meine Kinder da zu einem Spieleabend. Ich hatte durch das lange Sitzen mega Rückenschmerzen..mußte zwischendurch mein Korsett anziehen..und wußte gar nicht mehr, wie ich mich halten soll. Ich hab eigentlich nur noch davon geträumt, mich mit Tilidin wegzuschießen und ins Bett zu kommen. Ein Nachbar kam dann um halb 10 und hat gefragt,ob wir später noch zu ihnen stoßen würden, weil sie draußen ein Osterfeuer angemacht hätten...Mein Freund sagte sofort spontan "Oh ja gerne"..und ich sofort "Ich auf keinen Fall". Und da ist sie wieder..die Situation, mit der ich nicht klar komme. ICH kann in dem Moment nicht am Leben teilnehmen und mein Partner ja. ER ist dann gegangen..ich hab auch gesagt, er soll ruhig gehen...aber ich habe mich einfach nur sch... gefühlt, als er weg war. Ich fühlte mich "sehr verlassen", aber würde das niemals sagen, weil ich IHN ja niemals ausbremsen würde wollen.
Ich weiß auch nicht, ob ich es je lernen werde/würde, da anders drüber zu denken...Gefühle und Verstand klaffen da meilenweit auseinander. Aber es tat mir sehr gut, Deinen Beitrag zu lesen, da ich DEINE Zerrissenheit auch ganz deutlich herauslesen konnte.

Liebe Grüße
Chrissy


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