Fragen, Antworten und Erfahrungsberichte zur Skoliose-OP

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 20. Januar 2012 10:19     Betreff des Beitrags: [Göttingen] Neue Operationsmethode für Skoliose bei Kindern
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Neue Operationsmethode für Skoliose bei Kindern


UMG-Kinderorthopäden wenden erstmals weltweit neues Operationsverfahren bei Kindern mit Wirbelsäulenverkrümmung an. Magnetstäbe im Rücken ersparen Kindern mehrere Operationen.

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Röntgenbild von Gunnar vor und nach der OP

Wenn bei Kindern Wirbelsäulenverkrümmungen, sogenannte Skoliosen, begradigt werden müssen, können sie anders als bei jugendlichen oder erwachsenen Patienten nur mit großen Nachteilen an der Wirbelsäule versteift werden. Bei Kindern kann eine Versteifung der Brustwirbelsäule zum Wachstumsstopp des Brustkorbes und der Lungen führen. Im schlimmsten Fall sterben diese Kinder dann frühzeitig an Lungenversagen.

Erstmalig weltweit hat das Team der Kinderorthopädie der Universitätsmedizin Göttingen jetzt ein minimalinvasives Operations-Verfahren angewendet, mit dem Wirbelsäulenverkrümmungen bei Kindern noch besser behandelt werden können. Für die Begradigung der Wirbelsäule haben sie parallel zur Wirbelsäule zwei Magnetstäbe eingesetzt. Sie lassen sich durch ein externes Gerät im Verlauf des Wachstums ausfahren und sich so der Länge der Wirbelsäule nach flexibel anpassen. Dazu wurden die Stäbe an den Rippen und am Becken des Kindes fixiert. Diese neue OP-Variante hat den Vorteil: Die Wirbelsäule bleibt unberührt und wird in ihrem Wachstum nicht beeinträchtigt. Die neue Behandlungsmethode ist für Kinder zwischen dem zweiten und dem zwölften Lebensjahr geeignet, die an einer flexiblen Wirbelsäulenverkrümmung leiden.

"Mit dem neuen Magnetverfahren ist uns in der Kinderwirbelsäulenchirurgie ein wichtiger Fortschritt gelungen. Unser junger Patient hat bereits nach wenigen Tagen schon wieder eine stabile Sitzposition. Durch die eingesetzten Magnetstäbe können wir die Wirbelsäule um bis zu 4,8 Zentimeter verlängern. So können wir Gunnar und zukünftigen Patienten ungefähr vier bis fünf Verlängerungsoperationen ersparen. Damit sinkt auch das Risiko von Infektionen", sagt Professorin Hell.

Dem Rücken Halt geben
In einer zweistündigen Operation haben die Kinderorthopäden der Universitätsmedizin Göttingen dem 11-jährigen Gunnar über zwei kleine Schnitte im Rücken zwei Magnetstäbe rechts und links der Wirbelsäule eingesetzt und an den Rippen und am Becken befestigt. So wird die Wirbelsäule begradigt, ohne sie direkt zu berühren. Mit diesem neuen OP-Verfahren haben die Experten Gunnars Wirbelsäulenverkrümmung von 50 Grad auf ungefähr acht Grad reduziert. Von einer Skoliose spricht man ab einem Wert von zehn Grad.

Die Magnetstäbe lassen sich nun über ein Gerät, das einen starken Magneten enthält, jederzeit dem Wachstum der Wirbelsäule anpassen. Dafür wird das Gerät von außen auf dem Rücken positioniert. Auf Knopfdruck zieht es die Stäbe genau auf die notwendige Länge der Wirbelsäule auseinander.

Das neue Verfahren hat viele Vorteile für die kleinen Patienten: Durch die Fixierung der Stäbe an Becken und Rippen wird das natürliche Wachstum der Wirbelsäule nicht beeinflusst. Zur Verlängerung der Stäbe ist keine Narkose nötig. Das Verfahren ist schmerzfrei und erspart den Patienten so mehrere Operationen. Bei älteren Verfahren mit so genannten Teleskopstangen mussten die Stangen alle sechs Monate in einer Operation verlängert werden.

Die Magnetstäbe wurden zwar schon bei anderen Kindern eingesetzt. Bei diesen Verfahren wurden die Stäbe jedoch direkt an der Wirbelsäule fixiert. Dies ist mit einer Verletzung der Knochenhaut der Wirbelsäule verbunden. Das kann im schlimmsten Fall zu einer Spontanversteifung der Wirbelsäule führen und bedeutet dann einen unerwünschten Wachstumsstopp an der Wirbelsäule mit weitreichenden Folgen für den Patienten. Die neue Operationsmethode von Professorin Anna Hell und ihrem Team soll diesem Problem vorbeugen. Die Wirbelsäule wird bei dem Verfahren nicht berührt und kann deshalb normal wachsen.

„Bislang ist es nur für Kinder vor der Pubertät gedacht, aber wir haben große Hoffnungen, dass wir die Methode weiterentwickeln und auch Jugendliche und Erwachsene so behandeln können“, sagt Prof. Hell.

Im Universitätsklinikum Göttingen wird Gunnar nun regelmäßig die Länge der Stäbe auf die Länge seiner Wirbelsäule angepasst. Diese Prozedur muss so lange wiederholt werden, bis Gunnar ausgewachsen ist.

"Ich bin sehr glücklich, dass es meinem Sohn schon wieder so gut geht. Er freut sich schon, wie bei ‚Star Wars‘ von außen verlängert zu werden. Diesmal erstmals ohne Narkose", sagt Dr. Christiane Weiland, Mutter von Gunnar.

Die Kinderorthopädie der UMG ist eine von wenigen Schwerpunktkliniken deutschlandweit, die Kinder mit angeborenen oder erworbenen Wirbelsäulenverformungen in großer Anzahl behandelt.

Weitere Informationen:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Abteilung Orthopädie / Schwerpunkt Kinderorthopädie
Prof. Dr. Anna K. Hell, Telefon 0551 / 39-8701 (10-12 Uhr)
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
anna.hell@med.uni-goettingen.de

Quelle: http://www.innovations-report.de/html/b ... zintechnik /magnetstaebe_ruecken_gegen_wirbelsaeulenverkruemmung_188864.html

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 20. Januar 2012 12:19     Betreff des Beitrags: Re: Neue Operationsmethode für Skoliose bei Kindern
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Hallo Stoni,

das ist wirklich eine sehr gute Methode, die Prof. Hell da entwickelt hat. SUPER! Und ich finde es echt klasse, dass du hier darüber berichtest.

Liebe Grüße
Maus

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Vor Tagen war meine OP in Münster...



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 Ungelesener BeitragVerfasst: 20. Januar 2012 12:34     Betreff des Beitrags: Re: Neue Operationsmethode für Skoliose bei Kindern
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Hallo Stoni
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 Ungelesener BeitragVerfasst: 20. Januar 2012 15:27     Betreff des Beitrags: Re: Neue Operationsmethode für Skoliose bei Kindern
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Hallo,

ich habe Kontakt zu Frau Prof. Dr. Hell aufgenommen um zu erfahren, für wen das Verfahren geeignet ist. Hier die Antwort dazu:
Zitat:
Flexible, verlängerbare Implantate sind in der Kinderskoliosebehandlung bis zu einem Alter von 12 Jahren interessant. Danach wird fast immer eine dorsale Spondylodese durchgeführt.

Das Magnetverfahren ist also vorstellbar bis 12 Jahre.

Geeignet ist es besonders für Kinder mit flexiblen Deformitäten (also eher nicht kongentiale Skoliosen mit Spangenbildung). Nachteil der Magnetstäbe ist, dass man –wie beim Herzschrittmacher- keine MRT Untersuchungen mehr durchführen kann. Also für Kinder mit Myelomeningocele oder intraspinalen Tumoren ist dies Verfahren nicht geeignet.

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 21. Dezember 2012 14:34     Betreff des Beitrags: Re: Neue Operationsmethode für Skoliose bei Kindern
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Hallo Foris,
hat jemand genauere Infos über das Shilla-System? Deshalb habe ich heute Kontakt zur Firma Medtronic aufgenommen die das Shilla-System(eigentlich ist es eine OP-Technik mit mittlerweile bestehendem Instrumenten) in Deutschland vertreiben. Es ist für kinder bis 10 Jahre geeignet, ahnlich dem UMG. Es ist MRTzugelassen, UMG leider nicht. Im Gegensatz zu der vollständigen Versteifung wird jedoch nur die Kurvenmitte versteift und die anderen Schrauben (oben und unten ) bleiben lose mit dem Stab verbunden. Der Vorteil ist, dass auch kleine Kinder durch diese Teilbegradigung bereits profitieren und der Rest der Wirbelsaeule entlang der losen Verbindungen weiterwachsen kann. Wird in Deutschland unter anderem im Kinderkrankenhaus Hamburg/Altona verwendet. Weitere Infos schreib ich hier rein sobald sich der Vertrieb mit weiteren Ifos meldet

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Liebe Grüße
von Nobalein

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