Fragen, Antworten und Erfahrungsberichte zur Skoliose-OP

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 11. Oktober 2011 10:26     Betreff des Beitrags: In zwei Wochen soll ich ins KKH
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Diagnose: linkskonvexe lumbalskoliose mit 50°, Scheitelwirbel L3, Rotation Grad II-III nach Nash und Moe, seitlich abgeflachtes WS-Profil
Therapie: Ventrale Derotationsspondylodese empfohlen
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Aloha werte Leidensgenossen.
Wie der Betreff schon sagt soll ich in zwei Wochen zur Aufnahme in die WWK kommen. Allerdings schleichen sich jetzt doch Zweifel und Fragen ein, die die geplante OP betreffen, daher öffne ich diesen Post um soviel Feedback wie möglich zu dem Thema zu bekommen.

Kurz zu meiner Situation:
Ich bin 25J und lebe nun seit sicher 10 Jahren mit Rückenschmerzen, welche Folge einer Skoliose sind, welche aufgrund einer physikalischen Beinlängendifferenz von 1,5cm (l<r) über die Jahre ständig 'gewachsen' ist. Anfänglich hatte ich nur Schmerzen beim liegen/schlafen (ich schlafe nie durchgehend und muss daurend die Position wechseln, d.h. ich dreh mich nachts sicher 2-3 komplett um die eigene Achse) allerdings traten in den letzten Jahren diese Schmerzen auch vermehrt unter Tags auf, vor allem bei längerer statischer Belastung der WS (sitzen, gehen, stehn).
Ich bin allerdings nicht in meiner Bewegung beeinträchtigt, sondern muss nur eben öfters meinen Rücken bewegen und strecken.
Aus medizinischer Sicht lautet der Befund linkskonvexe Lumbalskoliose mit 50° nach Cobb (der sich seit der letzten UNtersuchung Mitte 2008 von 33° auf 50° verschlechtert hat trotz PHysio, Yoga und anderen Therapieansätzen), Scheitelwinkel L3, Rotation Grad II-III nach Nash und Moe. seitlich abgeflachtes WS-PRofil.

Diese Diagnose wurde mir nun in der WWK gegeben, zu der ich, über die Sportklinik in Stuttgart, verwiesen worden bin. Man rät mir nun zu einer ventralen Derotationsspondylodese um so die Rotation komplett zu eliminieren und den Winkel der Skoliose zu verkleinern (auf 15-25°, oder so). Ich habe nun, nach einem Gespräch mit dem Arzt, welcher die OP durchführen wird, lange drüber nachgedacht, ob ich das machen soll oder nicht.
Den ich habe zwar jeden Tag Beschwerden, weiß aber wie ich mir temporär den Schmerz nehmen/lindern kann. Allerdings zeigt ja meine Entwicklung der letzten drei Jahre, dass die Skoliose ständig schlechter wird. Mir wurde auch gesagt, dass ich, wenn ich es nicht jetzt mache in 15-20 Jahren evtl. mit einem größeren Eingriff rechnen muss und damit, dass ich in der Zeit dann auch massive Probleme mit dem Rücken bekommen könnte/werde.

Also habe ich mich vor 4 Wochen entschlossen, die OP zu machen und ich habe, interessanter Weise, seit dieser Entscheidung kaum noch Beschwerden. Allerdings schleichen sich jetzt langsam Zweifel ein, ob das wirklich so gut ist, oder nicht.
Hat jemand Erfahrung mit einer solchen OP? - Bei mir soll ja nur die Lendenwirbelsäule verschraubt werden. Wenn ich das richtig verstanden habe schrauben die von vorne in die einzelnen Wirbel und mit diesen Schrauben fixieren sie eine von Vorne aufgelegte 'künstliche Wirbelsäule' (allerdings flach) so dass ich nach der OP zwar fixiert bin, aber keine Beeinträchtigung in Bewegung und Flexibilität habe - IM Gegenteil, der Arzt(Dr.Meier) sagte sogar er ginge davon aus, dass ich mich MEHR/BESSER bewegen kann, sobald das ausgeheilt ist.

Wie lange dauert es, bis ich wieder ansatzweise Sport machen kann? - Ich bin Jongleur und Feuerkünstler, sowie als Outdoorguide in einer Art Abenteuerpark (Kanu/Kayak fahren, Klettern, Abseilen, Slacklining, Hochseilgarten, etc.) beschäftigt und wollte möglichst schnell wieder einsatzfähig sein. D.h. ich sollte knapp ein halbes Jahr nach der OP evtl. sogar meinen Trainerschein im Felsklettern machen und will auch die Zirkuskünste weiter ausbauen. - Ist das mit einem so operierten Rücken überhaupt möglich?

Hat jemand, mit einem gleichen Eingriff, irgendwelche Spätfolgen zu berichten? - Ich weiß, dass ich für lange Zeit die Physio in meinen Alltag einbauen muss, aber ich will ja sowieso noch mehr auf den Sport und die körperliche Fitness eingehen, daher hoffe ich, dass die beiden Dinge sich miteinander vereinbaren lassen.


So, das wäre mal alles, was mir im Moment den Kopf zerbricht, es wäre schön wenn sich ein paar Leute finden, die mir helfen könnten.

Love and sunshine!
Al

edit1: (weils schon woander gefragt wurde:))
Zitat:
Wurde die Beinlängendifferenz denn nie per Schuherhöhung / Einlage ausgeglichen?


Ich trage seit 2008 Einlagen mit einer Erhöhung links von 0.9mm (warum 0,9 wenn die Differenz 1,5 ist weiß ich auch nicht) aber dennoch die Verschlechterung um 17°

Zitat:
Wurde die Skoliose früher nicht behandelt?


Nein, vor 2008 wurde da nichts behandelt, da war noch nicht mal die Rede von Skoliose. Erste Erwähnung findet die Beinlängendifferenz zwar in meinem Musterungsbericht von 2004, aber dem habe ich wenig Beachtung geschenkt (ja, jetzt weiß ich wie doof das war) da ich ja eh ausgemustert werden wollte. 2008 dann die Skoliosediagnose, aber außßer den Einlagen und 12 Physiotherapiesitzungen wurde da nichts gemacht.

Zitat:
Was ist "PHysio, Yoga und anderen Therapieansätzen" - hast Du ein Korsett getragen,


Wie schon gesagt, 12 Sitzungen bei der Physio, abwechselnd Massage und Kraftübungen für den Rücken und Bauch. Dann muss man dazusagen, dass ich von Sep. 2008 bis Sep. 2011 die Welt bereist habe, also nicht in Deutschland war und somit eine Behandlung auch schwierig. Ende 2009 fing ich in Australien an mti einer Yogatherapeutin und einem Chiropraktiker ein spezielles Programm für mich und meinen Rücken aufzustellen, welches zur SChmerzlinderung und allg Verbesserung der Beweglichkeit und FLexibilität beitrug. Des weiteren hatte ich noch Massagetherapie und Akupunktur um die massive Muskelverhärtung zu bearbeiten. Vom Wirbelsäulenspezialisten in Stuttgart wurde mir allerdings gesagt, das dies zur Verschlechterung des Winkels begetragen haben könnte, daher bin ich wieder zurück zur 'klassischen' Medizin, also dem Gedanken an die OP etc. gekommen.

Zitat:
hast Du KG nach Katharina Schroth gemacht, vielleicht sogar eine Reha?


Nein, habe ich nicht, hat mir gegenüber auch noch keiner erwähnt. Bin aber auch erst seit drei Wochen wieder in Deutschland und war die letzten sieben Monate nicht länger als zwei Wochen an einem Ort, da ist ne Behandlung nicht drin, und ganz ehrlich wollte ich mir damit auch nicht meinen Kopf während des Reisens belasten.

Zitat:
"Spondylodese" heisst operative Versteifung von 2 oder mehr Wirbeln, von daher weiss ich nicht, wo da eine Flexibilität herkommen sollte.
Was sagt der Arzt denn zu Deiner beruflichen Tätigkeit? Ich kann mir schlecht vorstellen, dass sich das mit einer versteiftten LWS vereinbaren lässt.


Das mit der Flexibilität frag ich mich jetzt dann auch^. - Und nein, der Arzt weiß von dem Beruf nichts, da ich das Angebot erst eine Woche nach dem Arztbesuch erhalten hatte. Er weiß allerdings, das ich freischaffenmder Künstler im Zirkusbereich bin, auch Akkrobatik betreibe und meinte das ginge dann auch wieder, nach der Ausheilphase.

Zitat:
Eine OP ist eine nicht mehr rückgängig zu machende Sache und ich persönlich würde daran erst denken, wenn alle konservativen Massnahmen ausgeschöpft sind.


ja das weiß ich auch, aber ein Teil von mir hat eben, aus o.g. Gründen so zu sagen die Nase voll vom probieren von anderen Sachen, da sich mein Zustand trotz meines Aufwands verschlechtert hat. Und so wie sie mir in der WWK den Eingriff erklärt haben hörte sich der eben sehr plausibel an. Ein anderes Problem, von dem ich mich zwar nicht leiten lasse, was aber auch ins Gewicht fällt, ist die Tatsache, dass ich noch bis zum Jahresende privat versichert bin, zu 100% und die die Kosten auch übernehmen (OP und Reha). Allerdings bin ich da nur noch bis zum Jahresende drin und dann muss ich mir eine andere Versicherung suchen, da aber mein Arbeitsverhältnis erst im Oktober 2012 beginnt und ich keinen anderen Job, d.h. keinerlei festen Einnahmen habe werd ich mir keine 'gute' Versicherung leisten können, bzw. an weitaus mehr kosten hängen bleiben, sollte ich die OP später machen.

Ich werde wohl das ganze nochmals mit dem Arzt druchsprechen müssen, aber da ist dann wiederrum auch das Problem, das die Klinik soweit weg ist. Und zu den anderen Vorschlägen ist eben die Zeit ein Problem und die Tatsache, dass ich keinerlei Geldmittel zur Verfügung habe, nicht mal die 30 Euro um mitm Zug nach Stuttgart zu fahren um z.b. in Leonberg einen Termin wahrzunehmen. Ich schulde meiner Bank jetzt schon zuviel Geld.
Und ja, jetzt wo ich das hier so schreibe/lese merke ich selbst wie blödsinnig sich das für Außenstehende anhören mag, aber für mich kommt das alles zusammen und ich bins auch irgendwie Leid, wie schon gesagt, nach anderen Behandlungsmethoden zu suchen, diese zu finanzieren, nur um festzustellen, dass es nachher dennoch schlimmer ist...
Hoffe irgendwer kann das so Ansatzweise verstehn...


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 11. Oktober 2011 10:49     Betreff des Beitrags: Re: in zwei Wochen soll ich ins KKH
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Hallo BigAl!

Zitat:
zwar fixiert bin, aber keine Beeinträchtigung in Bewegung und Flexibilität habe

Diese Versteifungen führen immer zu einer - leider, Versteifung, damit zu Bewegungseinschränkungen.
Bei mir wurde eine wesentlich längere Strecke, Th3-L5, versteift. Meine meisten Einschränkungen kommen aber von der LWS-Versteifung.

Zitat:
IM Gegenteil, der Arzt(Dr.Meier) sagte sogar er ginge davon aus, dass ich mich MEHR/BESSER bewegen kann, sobald das ausgeheilt ist.

Dies kann in der Tat der Fall sein, wenn zuvor massive Schmerzen aufgetreten sind, die Bewegungen erschwert haben bzw. die zu starker Schonung geführt haben. Sind die Schmerzen weg, kann man sich wieder mehr an Bewegung zutrauen, schafft auch wieder mehr an Bewegung, wird dadurch im Endeffekt tatsächlich aktiver und beweglicher.
Die Wirbelsäule an und für sich ist im operierten Bereich aber nicht mehr beweglich.

Zitat:
Wie lange dauert es, bis ich wieder ansatzweise Sport machen kann? - Ich bin Jongleur und Feuerkünstler, sowie als Outdoorguide in einer Art Abenteuerpark (Kanu/Kayak fahren, Klettern, Abseilen, Slacklining, Hochseilgarten, etc.) beschäftigt und wollte möglichst schnell wieder einsatzfähig sein. D.h. ich sollte knapp ein halbes Jahr nach der OP evtl. sogar meinen Trainerschein im Felsklettern machen und will auch die Zirkuskünste weiter ausbauen. - Ist das mit einem so operierten Rücken überhaupt möglich?

Solche Aktivitäten sollte man bis zu einem Jahr nach OP sein lassen. Immerhin müssen die Implantate richtig einwachsen.
Einen Trainerschein im Felsklettern nach einem halben Jahr, das halte ich, ehrlich gesagt, für utopisch - selbst bei bester Fitness, die Implantate müssen nunmal einwachsen, die ganzen durch die OP notwendigerweise entstehenden Verletzungen (der Chirurg muss ja irgendwie an die Wirbelsäule gelangen, also müssen Muskeln abgelöst, durchtrennt werden) verheilen...
Nach etwa einem halben Jahr kann man wieder versuchen, diese Aktivitäten durchzuführen. Allgemein spricht nichts dagegen, versuchen kann man das im Prinzip alles, aber manches wird gerade bei langer LWS-Versteifung (wie viel der LWS soll denn versteift werden?) mühsam sein, bei manchem wird eine Umgewöhnung stattfinden müssen. Bei Versteifungen bis L4 oder L5 kann es z.B. anstrengend werden, tief (in einem Kanu oder Kayak, am Boden o.ä.) zu sitzen, gerade über die Zeit, die man üblicherweise in einem Kanu verbringt.

Zitat:
Hat jemand, mit einem gleichen Eingriff, irgendwelche Spätfolgen zu berichten?

Typische Spätfolgen sind Verschleißerscheinungen im angrenzenden nicht versteiften Bereich.

Auf jeden Fall rate ich dir: Überstürze nichts!
Gegen Rückenschmerzen kann auch eine Reha, entsprechende Physiotherapie (Schroth) oder das Tragen eines Korsetts (das du nicht rund um die Uhr tragen musst, sodass du deinen sportlichen Aktivitäten weiterhin nachgehen kannst) helfen. Gerade, da du so viel Wert auf Beweglichkeit legst, körperliche Geschicklichkeit und Fitness für dich anscheinend sehr viel der Lebensqualität ausmacht, finde ich dies nochmals umso wichtiger.


Viele Grüße
Raven

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Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.



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 Ungelesener BeitragVerfasst: 11. Oktober 2011 11:15     Betreff des Beitrags: Re: in zwei Wochen soll ich ins KKH
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Aloha Raven,

Zitat:
Diese Versteifungen führen immer zu einer - leider, Versteifung, damit zu Bewegungseinschränkungen.
Bei mir wurde eine wesentlich längere Strecke, Th3-L5, versteift. Meine meisten Einschränkungen kommen aber von der LWS-Versteifung.


das verwirrt mich ja grade, weil mir gesagt wurde, das dem nicht so ist. Es soll ja auch keine Versteifung mit Stab sein, sondern eben eine bewegliche Verbindung zwischen den Wirbeln.


Zitat:
Dies kann in der Tat der Fall sein, wenn zuvor massive Schmerzen aufgetreten sind, die Bewegungen erschwert haben bzw. die zu starker Schonung geführt haben. Sind die Schmerzen weg, kann man sich wieder mehr an Bewegung zutrauen, schafft auch wieder mehr an Bewegung, wird dadurch im Endeffekt tatsächlich aktiver und beweglicher.
Die Wirbelsäule an und für sich ist im operierten Bereich aber nicht mehr beweglich.


massive Schmerzen, die zur Bewegungseinschränkung führen habe ich nicht. Im Gegenteil, um mit den Schmerzen umzugehn habe ich Yoga und ähnliches angefangen, was mir den SChmerzen (temporär) nahm und mich noch beweglicher machte. Nur traue ich mir das jetzt nicht mehr zu, da mir gesagt wurde, das diese Art des Stretching und der Entlastung der Rückenmuskulatur dazu geführt haben kann, dass sich meine Wirbelsäule noch mehr verschieben konnte (Verschlechterung von 33° auf 50° in drei Jahren). Der Grund für die OP sind nicht vorwiegend die Schmerzen, denn diese kann ich behandeln (Stetching Training und Yoga) und bin sie auch shcon gewohnt, sondern vielmehr, dass sich meine WS kontinuierlich verschlechtert und das will ich aufhalten in dem man es eben fixiert. Mir wurde eben gesagt, dass ich in 20 Jahren mit groben Problemen rechnen muss und da bin ich nicht so ganz mit einverstanden. Daher der Gedanke das jetzt zu operieren um das Problem aus dem Weg zu schaffen (also das mit dem Alter).


Zitat:
Solche Aktivitäten sollte man bis zu einem Jahr nach OP sein lassen. Immerhin müssen die Implantate richtig einwachsen.
Einen Trainerschein im Felsklettern nach einem halben Jahr, das halte ich, ehrlich gesagt, für utopisch - selbst bei bester Fitness, die Implantate müssen nunmal einwachsen, die ganzen durch die OP notwendigerweise entstehenden Verletzungen (der Chirurg muss ja irgendwie an die Wirbelsäule gelangen, also müssen Muskeln abgelöst, durchtrennt werden) verheilen...
Nach etwa einem halben Jahr kann man wieder versuchen, diese Aktivitäten durchzuführen. Allgemein spricht nichts dagegen, versuchen kann man das im Prinzip alles, aber manches wird gerade bei langer LWS-Versteifung (wie viel der LWS soll denn versteift werden?) mühsam sein, bei manchem wird eine Umgewöhnung stattfinden müssen. Bei Versteifungen bis L4 oder L5 kann es z.B. anstrengend werden, tief (in einem Kanu oder Kayak, am Boden o.ä.) zu sitzen, gerade über die Zeit, die man üblicherweise in einem Kanu verbringt.


das mit dem Ausheilen seh ich ein, allerdings kann ich mir nicht zuviel Zeit lassen. Meine Fitness ist eben nicht die beste im Moment, soll aber besser werden. Ich war im Begriff mir ein komplett neues Programm aufzustellen (mit Klettern, Radfahren, Kampfsport, usw) aber dann kam diese OP-Diagnose in die Quere.
Wieviele Wirbel verschraubt werden sollen kann ich nicht sagen, da der Arzt sich da noch nicht sicher ist. Mit den Scheitelwinkel bei L3 werden es wohl sicher die zwei drüber und drunter sein, als fünf, aber es könnten auch 6 im schlimmsten Fall sieben sein.


Zitat:
Auf jeden Fall rate ich dir: Überstürze nichts!
Gegen Rückenschmerzen kann auch eine Reha, entsprechende Physiotherapie (Schroth) oder das Tragen eines Korsetts (das du nicht rund um die Uhr tragen musst, sodass du deinen sportlichen Aktivitäten weiterhin nachgehen kannst) helfen. Gerade, da du so viel Wert auf Beweglichkeit legst, körperliche Geschicklichkeit und Fitness für dich anscheinend sehr viel der Lebensqualität ausmacht, finde ich dies nochmals umso wichtiger.


wie schon gesagt, es geht ja nicht zwingend um die Schmerzen, den mit denen kann ich leben, auch wenn ich manchmal denke, dass ich das nciht einfach so akzeptieren sollte, das ich soviel Schmerzen habe. Aber es geht eben um die Deformation der WS und das diese gestoppt werden soll. Ich könnte mir auch gut verstellen keine OP zu machen und ab jetzt richtig mit KG und vollem Sportprogramm anzufangen und zu sehn, wie es in nem Jahr assieht, aber zum einen bin ich nur noch bis Ende 2011 privat Krankenversichert (danach erstmal irgendwie, da kein geregeltes Einkommen) und zum anderen fange ich im Okt. 2012 ein neues Studium an und kann dann in den vier Folgejahren nicht mal ein Jahr aussetzen, falls ich die OP dann dennoch brauche...das macht meine Lage ja so dämlich schwer.


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 11. Oktober 2011 11:26     Betreff des Beitrags: Re: In zwei Wochen soll ich ins KKH
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Hallo BigAl,

Zitat:
das verwirrt mich ja grade, weil mir gesagt wurde, das dem nicht so ist. Es soll ja auch keine Versteifung mit Stab sein, sondern eben eine bewegliche Verbindung zwischen den Wirbeln.

in welcher Klinik warst du denn vorstellig?
Ich kenne derartige Implantate, allerdings nur als Bandscheibenprothese (bei OP wegen Bandscheibenvorfall), nicht für die Skoliose-OP.

Zum Alter:
Eine OP kann auch noch in höherem Alter stattfinden - wir haben hier im Forum Patienten, die mit über 50 Jahren erfolgreich operiert wurden.
Ich halte es in deiner Situation nicht für problematisch, wenn du dir wenigstens noch ein paar Monate, ein Jahr oder so, Zeit lässt. Schon in zwei Wochen, ohne Zweitmeinung, ohne konservative Therapie - das halte ich hingegen für verkehrt.



Zitat:
das mit dem Ausheilen seh ich ein, allerdings kann ich mir nicht zuviel Zeit lassen. Meine Fitness ist eben nicht die beste im Moment, soll aber besser werden. Ich war im Begriff mir ein komplett neues Programm aufzustellen (mit Klettern, Radfahren, Kampfsport, usw) aber dann kam diese OP-Diagnose in die Quere.

Nach der OP kannst du keinesfalls bald wieder anfangen, deine Fitness auf einen besseren Stand als jetzt hochzutrainieren oder gar neue Sportarten (schon gar nicht solche mit Sturzgefahr wie Radfahren oder Kampfsport, und auch nicht solche, die wie Klettern viel Zug auf die Wirbelsäule bringen).
Vielmehr werden die Wochen und Monate nach der OP von den "Basics" bestimmt sein: Wieder vernünftig lange sitzen lernen, selber wieder die Körperpflege schaffen, Alltagsfähigkeit wiedererlangen... Eine Versteifung bis L5 wird dich gerade beim Sitzen und bei bodennahen Tätigkeiten einschränken, zumindest in der ersten Zeit.
Sprich: Erst mal geht es darum, auf einen Stand kommen, auf dem du jetzt bist. Danach geht's langsam weiter.

Zitat:
um anderen fange ich im Okt. 2012 ein neues Studium an und kann dann in den vier Folgejahren nicht mal ein Jahr aussetzen, falls ich die OP dann dennoch brauche...

Bei einem Studium - sofern es kein sehr sportlich-körperbetontes ist - musst du wegen einer solchen OP kein Jahr aussetzen. Es ließe sich z.B. der OP-Termin an den Anfang der Semesterferien legen, und im Folgesemester gerade anfangs möglichst viel von zu Hause aus erledigen. Unterstützen kann einem in einem solchen Fall auch die Schwerbehindertenvertretung der Uni (ja, die ist dafür zuständig, und auch, wenn man (noch) keinen Schwerbehindertenausweis besitzt).

Viele Grüße
Raven

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Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.



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 Ungelesener BeitragVerfasst: 11. Oktober 2011 12:45     Betreff des Beitrags: Re: In zwei Wochen soll ich ins KKH
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Aloha Raven,

i
Zitat:
n welcher Klinik warst du denn vorstellig?
Ich kenne derartige Implantate, allerdings nur als Bandscheibenprothese (bei OP wegen Bandscheibenvorfall), nicht für die Skoliose-OP.


Das war in der Werner Wicker KLinik in Bad Wildungen. Es wurde eben explizit gesagt, das ich keinen Stab/Stäbe and die WS bekomme.

Zitat:
Zum Alter:
Eine OP kann auch noch in höherem Alter stattfinden - wir haben hier im Forum Patienten, die mit über 50 Jahren erfolgreich operiert wurden.


ja das weiß ich, allerdings wurde mir in der WWK eben auch gesagt, das es jetzt noch relativ einfach sei, da es nur um die fünf bis sieben Wirbel geht. Sollte die Situation voranschreiten, sich weiter verschlechtern und schlecht versteifen muss evtl die komplette WS gerichtet werden.


Zitat:
Nach der OP kannst du keinesfalls bald wieder anfangen, deine Fitness auf einen besseren Stand als jetzt hochzutrainieren oder gar neue Sportarten (schon gar nicht solche mit Sturzgefahr wie Radfahren oder Kampfsport, und auch nicht solche, die wie Klettern viel Zug auf die Wirbelsäule bringen).
Vielmehr werden die Wochen und Monate nach der OP von den "Basics" bestimmt sein: Wieder vernünftig lange sitzen lernen, selber wieder die Körperpflege schaffen, Alltagsfähigkeit wiedererlangen... Eine Versteifung bis L5 wird dich gerade beim Sitzen und bei bodennahen Tätigkeiten einschränken, zumindest in der ersten Zeit.
Sprich: Erst mal geht es darum, auf einen Stand kommen, auf dem du jetzt bist. Danach geht's langsam weiter.


ja das sit schon klar, also wurde mir ja auch nicht anders gesagt, mache ich solche Dinge eben ab Okt.2012 (idealer Weise schon im Mai) beruflich, also klettern, boot fahren, Kinder in Abenteuer Gärten betreuen.
Es hör sich mehr und mehr so an, als ob ich mir die OP wieder komplett ausreden muss.


Zitat:
Bei einem Studium - sofern es kein sehr sportlich-körperbetontes ist - musst du wegen einer solchen OP kein Jahr aussetzen. Es ließe sich z.B. der OP-Termin an den Anfang der Semesterferien legen, und im Folgesemester gerade anfangs möglichst viel von zu Hause aus erledigen.


das mag bei 'normalen' Studiengängen wohl so sein, bei mir ist es aber ein PLatz and der Dualen Hochschule (hieß früher mal BA). Demnach stehe ich in einem Ausbidlungsvertrag, befinde mich 6 Monate übern Sommer im Betrieb, eben jenes Abenteuergeschäft und über die 6 Winter Monate and der Uni. Semesterferien habe ich keine, sondern nur 24 Urlaubstage pro Jahr. D.h. meine Ausbildung/Studium ist sehr körperbetont und nicht so einfach auszusetzen.

Danke dir aber sehr für deine Beiträge!
Bis bald,
Al


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 13. Oktober 2011 09:15     Betreff des Beitrags: Re: In zwei Wochen soll ich ins KKH
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Hallo BigAl!
Habe länger überlegt ob ich schreiben soll, denn ich muss mich Ravens Meinung anschließen.
Ich denke dass du sehr viel davon abhängig machst, dass du nur noch bis Ende des Jahres Privatversichert bist. Du hast geschrieben dass sich deine Skoliose in 3 jahren um 17° verschlechtert hat. Das sind dann 5-6° pro Jahr. Das ist natürlich nicht gut - aber es geht auch bei weitem schlimmer.
Meiner Meinung nach - wenn ich die hier jetzt mal so äussern darf - würde ich an deiner Stelle erst noch Konservative Methoden ausprobieren. Du hast zwar geschrieben dass du schon viel für die Haltung u.ä. gemacht hast, aber noch nichts explizit gegen die Skoliose wie Schroth oder Korsett. Die OP läuft dir nicht weg, aber einmal gemacht kannst du es nicht mehr rückgängig machen und ich zumindest wöllte mit dem Gedanken da rein gehen, dass ich schon alles andere probiert habe und es eben keinen anderen Weg gibt. Und auch mit deinem Dualen Studium würde es mit Sicherheit einen Weg geben.
Wobei ich aber Bedenken habe ist, da du ja sehr aktiv bist, ich würde mich sehr wahrscheinlich nicht mehr trauen solchen waghalsigen Aktivitäten mit hoher Sturzgefahr usw. nachzugehen. :zwinker:
So, also wie gesagt, dass is nur meine Ansicht, aber natürlich immernoch deine alleinige Entscheidung für oder gegen die OP. :mini-freu2:

Liebe Grüße

Edit: Von dieser OP Methode habe ich allerdings auch noch nichts gehört...

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 13. Oktober 2011 19:01     Betreff des Beitrags: Re: In zwei Wochen soll ich ins KKH
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Aloha Möchtegern,
Danke für die Meinung, genau darum gehts ja. Es macht durchaus Sinn was ihr sagt und ich muss ehrlich sagen, ich habe hier eigentlich Bestätigung gesucht habe jedoch Verwirrung und Zweifel gefunden. Diese haben jedoch dazu geführt, dass ich in mich hineingegagen bin und festgestellt habe, dass ich zum einen, all meine Therapiemethoden über die letzten Jahre nicht so konsequent und unter fachmännischer Aufsicht durchgeführt habe, als dass ich ausschliesen kann, dass diese nicht zu Erfolg führen könnten - Lange Rede kurzer Sinn, war etwas faul und es mangelte an Selbstdisziplin (das war hart einzugestehn vorgestern... - und zum anderen habe ich jetzt wirklich nur die Meinungen und Befunde von auf OP ausgerichteten KLiniken gehört. Ich werde daher den OP-Termin verschieben und habe auch schon einen Termin bei Dr. Hoffman in Leonberg, von dem ich mir erhoffe mehr über alternativ Methoden wie Schroth, Korsett u.ä. zu erfahren.

Was die OP-Methode angeht, so wurde das wohl etwas falsch erklärt oder falsch von mir aufgenommen, es handelt sich sehrwohl um eine Versteifung der LWS mit kleinen Stäben bei der immer zwei Wirbel miteinander verschraubt werden sollen. Dies habe ich in einem Telefongespräch in Erfahrung gebracht und nun sieht die ganze OP nicht mehr so einladent aus.

Zum Thema Versicherung weiß ich nun auch, dass jede Kasse sowas übernimmt, wenns nötig ist und da die gesetzlichen Kassen ja verpflichtet sind jeden zu nehmen muss ich mir ja keine Gedanken machen, auch wenn ich kein Einkommen habe .

Bis bald!
Al


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 13. Oktober 2011 21:10     Betreff des Beitrags: Re: In zwei Wochen soll ich ins KKH
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Hallo!
Ich glaube dir, dass dieses Selbsteingeständnis nicht leicht war, aber ich denke, dass du damit die richtige Entscheidung getroffen hast. Wie gesagt, es läuft dir ja nichts weg. Ich drücke dir damit die Daumen für deinen Termin bei Dr. Hoffmann und hoffe, dass die Konservativen Methoden bei dir solchen Erfolg haben, sodass du die OP eventuell vermeiden kannst :mini-freu2:

Liebe Grüße

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