Fragen, Antworten und Erfahrungsberichte zur Skoliose-OP

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 19. August 2011 18:55     Betreff des Beitrags: Wie Haken in Wirbel befestigt (bei alter OP-Technik)?
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Hallo,

bei Röntgenbildern von OPs mit neueren Implantattechniken sehe ich, dass die Schrauben direkt im Wirbelkörper befestigt sind; zumindest sieht man in der Ansicht von vorne und von der Seite die Schrauben im Wirbelkörper.
Jetzt habe ich mir meine RöBis nochmal genauer angesehen und stelle dabei fest, dass die Haken bei der Ansicht von vorne mit den Wirbeln überlagert sind (was ich auch erwarten würde), bei der Ansicht von der Seite aber deutlich daneben liegen. Ich bin immer davon ausgegangen, dass die Haken im Wirbelkörper stecken - sind die im Dornfortsatz? (Ich vermute: Ja. Die Distanz würde grob passen.)
Weiß zufällig jemand, ob das bei Haken immer so war/ist?

Auf meinen RöBis hier im Forum fällt das nicht auf weil die Wirbel auf den Aufnahmen schlecht zu sehen sind; daher hier nochmal ein seitliches Bild (wird beim Anklicken größer), und ich habe die Wirbel deutlich markiert.

Viele Grüße,
Raven


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 19. August 2011 22:02     Betreff des Beitrags: Re: Wie Haken in Wirbel befestigt (bei alter OP-Technik)?
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Therapie: Schroth-KG_ OP in Neustadt/i.H. am 28.03.11: Fusionsstrecke TH10 bis L4 (Expedium), Restkrümmung nach OP: LWS 13°_ 7 Monate nach OP: BWS 19° + LWS 22°
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Hallo Raven,
ich finde deine Frage sehr interessant . Ich war auch davon ausgegangen, dass die Haken damals, genau wie heute die Schrauben, im Wirbelkörper verankert worden sind. Zumindest sah das auf den ersten (flüchtigen) Blick auf den Röbis für mich immer so aus. Aber auf deinem neu eingestellten Bild mit der Markierung der Wirbel ist der Abstand dafür ja tatsächlich zu groß.

Bei der heutigen Methode werden die Schrauben durch die sogenannten Pedikel in den Wirbelkörper eingebracht (daher auch die Bezeichnung Pedikelschrauben). Ich habe dazu mal eine Erklärung rausgesucht: "Die im Wirbelkörper beginnenden Wirbelbogenausläufer werden Bogenwurzeln (Pedikel) genannt. Sie haben besondere Bedeutung in der Wirbelsäulenchirurgie, weil durch sie, im Rahmen der Instrumentierung, die Schrauben bei der Wirbelsäulenversteifung (Spondylodese) in den Wirbelkörper eingebracht werden."

Aber nun zu deiner OP-Methode: ich habe mal ein bißchen gegoogelt, aber auf die schnelle leider keine genaue Beschreibung gefunden. Aber auf http://www.ebenhoeh-dr.com/Schulerseite/Skoliose/Skoliose.html ist unter dem Punkt Operationsverfahren ein Röbi, auf dem man deutlicher sehen kann, dass die Haken in den Querfortsätzen verankert worden sind. Das ist wahrscheinlich bei dir auch so gemacht worden.

Lieben Gruß,
Pepe :winkewinke:

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Vor Tagen war meine OP in Neustadt/i.H.





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 Ungelesener BeitragVerfasst: 19. August 2011 22:12     Betreff des Beitrags: Re: Wie Haken in Wirbel befestigt (bei alter OP-Technik)?
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Hallo Pepe,

Danke schon mal .
Zitat:
Ich war auch davon ausgegangen, dass die Haken damals, genau wie heute die Schrauben, im Wirbel verankert werden

Irgendwie müssen die Haken sicherlich in den Wirbeln stecken, das ist klar .

Meine RöBis sind teilweise leider qualitativ relativ schlecht, insbesondere das hier (obiges Röbi ist von 1997, gemacht einen Tag vor Entlassung; da waren die noch längst nicht so hochauflösend wie heutzutage, sodass man die Wirbel selbst auch kaum erkennen kann).
Im Forum hier hatte ich von Leuten mit ähnlichem Implantat immer nur RöBis von vorne, nie von der Seite gefunden.
Implantattyp bei mir ist wohl Matzen-Hermann-Fixateur oder ein Vorläufer knapp davor; in meinen OP-Unterlagen steht Matzen-Doppelstab-Instrumentarium, aber darüber findet man im Internet nichts. Ist wohl aber vergleichbar mit anderen Implantaten, die auch Haken statt Schrauben haben.

Viele Grüße,
Raven

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 19. August 2011 22:22     Betreff des Beitrags: Re: Wie Haken in Wirbel befestigt (bei alter OP-Technik)?
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Hey Raven,

Zitat:
Zitat:
Ich war auch davon ausgegangen, dass die Haken damals, genau wie heute die Schrauben, im Wirbel verankert werden

Irgendwie müssen die Haken sicherlich in den Wirbeln stecken, das ist klar

Ich hab mich komisch ausgedrückt und das auch noch mal geändert . Ich meinte natürlich, dass ich dachte, sie wären auch im eigentlichen "Wirbelkörper" drin. Aber für mich sieht es jetzt nach genauerem Betrachten so aus, als wären sie in den Querfortsätzen befestigt. Die Qualität der Röbis war früher wirklich schlecht, kein Vergleich zu heute.

Zitat:
Danke schon mal

Gern geschehen

Lieben Gruß,
Pepe

-- 20. August 2011 08:40 --

Guten Morgen Raven,

ich hab gestern doch noch was gefunden: bei der Methode nach Matzen-Hermann wurden anscheinend Laminahaken verwendet. Vielleicht war das bei dem Vorläufer dann auch so.


Hier ist noch eine, wie die verschiedenen Hakensysteme (Pedikel-, Lamina- und Querfortsatzhaken) positioniert und befestigt werden. Auch für die Schraubensysteme findet man die entsprechenden Abbildungen. Fand ich ganz interessant:

alt : PDF

Lieben Gruße,
Pepe

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Zuletzt geändert von Stoni am 21. August 2011 08:31, insgesamt 1-mal geändert.
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 Ungelesener BeitragVerfasst: 21. August 2011 08:13     Betreff des Beitrags: Re: Wie Haken in Wirbel befestigt (bei alter OP-Technik)?
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Hallo,

Haken werden/wurden auf verschiedene Art und Weise befestigt.
Am stabilsten und haeufigsten sind die Pedikelhaken. Diese haben eine art Krallenform und werden um den runden Pedikel, je nach Bedarf von oben oder unten gelegt/geklemmt. Die Pedikel sind die Verbindungen der hinteren Wirbelboegen und der Wirbelkoerper.
Dann gibt es noch Laminahaken, die um den hinteren Bogen gelegt werden und noch Querfortsatzhaken, die um die Querfortsaetze gelegt werden (seitliche Auslaeufer der Wirbelboegen). Diese werden von einigen Chirurgen wieder oefter am obersten Wirbel gelegt, da nach Argumentation einiger Chirurgen, damit die kyphotische Abkippung am oberen Ende der Instrumentation vermieden werden kann.

Also gibt es keinen Haken, der wirklich im Wirbelkoerper selber befestigt wird. Somit sind Schrauben viel stabiler als Haken

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 21. August 2011 09:11     Betreff des Beitrags: Re: Wie Haken in Wirbel befestigt (bei alter OP-Technik)?
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Hallo Pepe, Hallo Dr. Trobisch,

ein großes Dankeschön .

Dr. Trobisch hat geschrieben:
Also gibt es keinen Haken, der wirklich im Wirbelkoerper selber befestigt wird. Somit sind Schrauben viel stabiler als Haken

Wenn ich das so vergleiche, ist es mir auch deutlich klar, warum bei meiner OP ein rund um die Uhr zu tragendes Korsett für ein halbes Jahr nötig war.
(Durfte es zum Waschen des Oberkörpers kurz abnehmen, bzw. besser gesagt, abgenommen bekommen und wieder angezogen bekommen, weil ich mich ohne Korsett nicht bewegen durfte.) Anders als bei heutigen Nach-OP-Korsettträgern, was ja sowieso eher selten ist, die es durchaus mal auch bei (leichter) Bewegung ablegen dürfen.

Jetzt weiß ich auch, warum es bei mir zwei Querverbinder (hier: Fixateur) gibt.

http://www.preciswiss.com/fixateur.htm :
Bei Skoliosen mit starker Verkippung und gleichzeitiger Verdrehung der Wirbelkörper kann zur Stabilisierung einzelner Bewegungssegmente der Fixateur eingesetzt werden und dieser über einen langen Längsträger mit den Laminahaken, konvex- und konkavseitig, verbunden werden. Diese Kombinationsmöglichkeit stellt eine weitere Verbesserung gegenüber anderen Systemen dar, ohne das bekannte Grundprinzip der Skoliosekorrektur von Dorsal zu verlassen.

Ich hätte immer gemeint, diese Querverbinder wären einfach zur Stabilisierung des Implantats.

Viele Grüße,
Raven

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 21. August 2011 20:21     Betreff des Beitrags: Re: Wie Haken in Wirbel befestigt (bei alter OP-Technik)?
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Hallo,
@all
Danke für´s Schlauer-machen.
Habe Bilder gegoogelt rund um "Pedikel, Wirbel, Wirbelsäule und Schrauben" und kann mir das jetzt alles noch besser vorstellen. Sehr interessant.

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Viele Grüße Bones

Vor Tagen war meine OP in Neustadt



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