Fragen, Antworten und Erfahrungsberichte zur Skoliose-OP

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 25. Juli 2014 17:50     Betreff des Beitrags: Übungszeiten vor der Operation
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Hallo,

mich würde interessieren, wieviel ihr vor einer Operation gemacht habt von gar nichts, nur in der Physiopraxis und daheim etwas über Korsett getragen, ein bisschen was bis hin zu ich habe mehrere Stunden Übungen gemacht. Und in welchem Zeitraum habt ihr angefangen von schon immer bis vor ein paar Wochen vor der Operation etwas gemacht?

Grüße

Royal


Zuletzt geändert von Stoni am 25. Juli 2014 19:09, insgesamt 1-mal geändert.
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 Ungelesener BeitragVerfasst: 25. Juli 2014 21:40     Betreff des Beitrags: Re: Übungszeiten vor der Operation
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Hallo RoyalFlash,

beziehst du dich auf direkt vor der OP (OP-Vorbereitung), oder der über Monate und Jahre gehenden Behandlung, die leider nicht auf dem konservativen Weg erfolgreich war und doch eine OP nötig war?
Zu ersterem: Bei meiner OP (1997, Hessing-Klinik Augsburg) waren zwei bis vier Wochen stationäres Training vor der OP verpflichtend.
Zu zweiterem: Meine Skoliose wurde mit 9 Jahren, knapp 10 Jahren, als solche diagnostiziert, mit ca. 20 Grad Cobb. Zunächst bekam ich Physiotherapie in der Praxis (zweimal pro Woche), zusätzlich wurde täglich zu Hause üben (je 1 Std.) angeraten, was ich auch machte. Bei der nächsten Kontrolle - leider erst über ein halbes Jahr später - wurde ein Korsett dringend empfohlen. Dieses trug ich fast drei Jahre lang (altersmäßig: Ende der 5. Klasse bis kurz vor Beginn der 8. Klasse), bis zu meiner OP. Die Physiotherapie wurde wie zuvor weitergeführt. Das Korsett trug ich bis zu 23 Stunden am Tag, habe es auch in der Schule, in der Freizeit etc. getragen; geringere Tragezeiten nur während des Anschulens des Korsetts, bei Krankheit (Magen-Darm-Infekte) und etwas Reduktion der Tragezeit tagsüber bei sehr starker Sommerhitze. Leider ergaben sich von Kontrolle zu Kontrolle immer nur Verschlechterungen.
Details zur konservativen Behandlung vor OP:
- Physiotherapie bei verschiedensten Physiotherapeuten, da war inhaltlich wohl - wie ich das so rückblickend beurteile - von Voijta, Rückenschule, Pilates, ggf. leicht Schroth-inspirierte Übungen alles dabei. Diese Form der Physiotherapie würde ich heutzutage nicht mehr empfehlen.
- Korsett von einem Orthopädietechniker in der nächsten Kleinstadt; Korrektur wohl ziemlich gering, und es war im Vergleich zu heutigen guten Korsetts sehr wuchtig. Darüber konnte man nur sehr weite, "sackartige" Kleidung tragen. Von einem solchen würde ich auch heutzutage dringend abraten.
Ohne Internet konnte man sich damals eben viel weniger informieren... Davon, wie wichtig die Auswahl des Orthopäden und des Orthopädietechnikers ist, dass es Rehas gibt, was man von einem Korsett erwarten sollte und all das wussten wir nichts, obwohl sich meine Eltern wirklich gut kümmerten. Davon erfuhr ich tatsächlich erst rund 10 Jahre nach der OP aus dem Internet.
Die OP verlief dann übrigens gut, und ich bin mit dem Ergebnis nach nunmehr fast 17 Jahren immer noch sehr zufrieden! Möglicherweise hätte man mich mit einer guten konservativen Therapie aus de OP-Indikation rausholen können, aber die gab es damals nicht bzw. das, was man machte, half nichts. Es blieb also nur die Entscheidung, mit 13 Jahren die OP, oder so weitermachen, krummer werden und in einem höheren Alter Richtung Erwachsenenalter die OP. Unter den Umständen finde ich es ganz richtig, dass meine Eltern dafür waren (ich war nach der OP-Aufklärung dann auch dafür), die OP dann mit 13 Jahren durchführen zu lassen. Die Entscheidung fiel uns wirklich schwer, da erstens bei uns in der Familie OP als eine große Ausnahme betrachtet wird (sind also nicht vom Typ "mal eben schnell operieren lassen") und die damaligen Genesungszeiten echt langwierig waren, gar kein Vergleich zu heutigen. Beispielsweise verlief meine OP sehr gut, auch in der Genesungsphase keine Komplikationen - dennoch über ein halbes Jahr ein Korsett, das zu absolut nichts außer der Körperpflege abgenommen werden durfte (ohne durfte ich mich nicht bewegen, meine Eltern haben mich geduscht, gewaschen), ein halbes Jahr Sitzverbot (d.h. absolut gar nicht sitzen, auch nicht auf dem WC), Dreivierteljahr in der Schule gefehlt... also schon anders, als es heutzutage auf gut verlaufende Versteifungsoperationen zutrifft.

Viele Grüße
Raven

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 Ungelesener BeitragVerfasst: 25. Juli 2014 21:58     Betreff des Beitrags: Re: Übungszeiten vor der Operation
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Hallo Raven,

Danke für deinen ausführlichen Beitrag .

Gerne kann auch eine eventuelle OP-Vorbereitung mitreingenommen werden, an die hatte ich nun nicht gedacht. Ich meinte die Zeiten der konservativen Versuche bis zur Operation. Auch können Beiträge dazukommen, in denen keine konservative Therapie stattfand, da man direkt zu einer OP riet.

Wurde das erklärt, warum man nicht mehr nach der OP sitzen durfte? Ich finde diesen Aspekt gar ncht so uninteressant, wenn es einennachvollziehbaren Grund gibt.

Liebe Grüße

Royal


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 26. Juli 2014 06:04     Betreff des Beitrags: Re: Übungszeiten vor der Operation
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In 2013 Anschlußdegeneration L3/4 bis L5/S1
Therapie: Gipsbett, Milwaukee, Skolitron, Chenau, Ramouni
08/2005 OP in Neustadt:
TH8 bis L3 - 20 ° Cobb
11/2013 2.OP in Neustadt
L1 bis S1 Ilium
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Hallo Royal Flash,
habe seit Diagnosestellung "Skoliose" mit 7 Jahren bei der Einschulungsuntersuchung immer Physio und Bewegungsbad neben Gipsbett bzw Korsett gehabt.
Nebenbei war ich im Schwimmverein, war fechten (was zwar nicht wirklich gut für den Rücken war, aber Mega Spaß gemacht hat) und fuhr viel Rad.
Mit 16 und 17 war ich in Sobernheim. Mit 20 Ausschulung aus dem Korsett.
Danach erst mal "gelebt"und nix gemacht!
Mit Mitte 20 extreme Verschlechterung und Zunahme der Schmerzen. Wieder angefangen Physio zu machen, Spritzen bekommen, eingerenkt worden, Heilpraktiker, Akupunktur, Osteopath, ...
Zwei Jahre vor der OP (mit 32 Jahren) bekam ich wieder ein Korsett, hatte wieder "regelmäßig" Physio und ein Jahr vor OP ging ich sogar ins Kieser Training, was mir persönlich sehr gut tat. Nach der OpLeider nicht mehr!
Grüße Anke

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Meine Homepage http://www.lianmilu.de


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 Ungelesener BeitragVerfasst: 26. Juli 2014 08:16     Betreff des Beitrags: Re: Übungszeiten vor der Operation
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Hallo RoyalFlash,
RoyalFlash hat geschrieben:
Wurde das erklärt, warum man nicht mehr nach der OP sitzen durfte? Ich finde diesen Aspekt gar ncht so uninteressant, wenn es einennachvollziehbaren Grund gibt.

ja, das kann ich dir erklären: Es war die Kombination aus Versteifung bis L5 und nicht primärstabilen Implantaten. Die nicht primärstabilen Implantate machten auch das Korsett nötig sowie den Umstand, dass es rund um die Uhr getragen werden musste. "Rund um die Uhr" bedeutete z.B., zum Wechseln des Korsetthemds hat meine Mutter 1 - 2 mal pro Tag mir das Korsett aufgemacht, dann hat sie mir das Unterhem ausgezogen, ein neues angezogen und das Korsett wieder zugemacht. Waschen lief genauso ab. Die Hilfe war nötig, da ich mich ohne Korsett nicht bewegen durfte. Außerdem durfte ich nur absolut flach liegen, weshalb ich mit dem Krankentransport nach Hause gebracht wurde. Ein zurückgelassener Autositz wäre schon zu viel an Sitzposition gewesen. Stehen und Laufen waren in vollem Umfang erlaubt, d.h., so viel wie ich konnte/wollte, keine ärztlichen Beschränkungen.
Mittlerweile wird meist primärstabil operiert, damals waren die anderen Implantate aber Standard. Es war somit keine damals veraltete Technik.

Beim Sitzen geht ziemlich viel Belastung auf die LWS, und natürlicherweise nimmt die LWS beim Hinsetzen eine andere Position ein als im Stehen. Eine Implantatlockerung wäre zu wahrscheinlich gewesen, sodass man den Aufwand auf sich nahm, den Patienten das Sitzen zu untersagen. Für den Alltag bedeutet das natürlich für das halbe Jahr massive Einschränkungen, auch noch einige Monate darüber hinaus, da man das Sitzen erst wieder trainieren muss. Beugt man die Hüfte so lange nie an, verkürzen die Muskeln etc. Erst nach ca. einem Jahr nach OP kam ich auf richtig alltagstaugliche Sitzzeiten, um z.B. eine Schulstunde lang zu sitzen, einen Restaurantbesuch mitzumachen etc.

Heutzutage wird bei LWS-Versteifungen auch meist von zu langem Sitzen in der ersten Zeit abgeraten (es schmerzt sowieso), aber man darf schon mal kurz sitzen, z.B. auf dem WC, beim Essen, bei einer Auto-Mitfahrt.

Viele Grüße
Raven

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